HoR Logo kl CD-Review:

Michael Jackson

Immortal

Logo Home-of-Rock

Link Homepage:
Offizielle Michael Jackson Homepage
Link Homepage:
Michael Jackson @ MySpace.com
Link Plattenfirma:
Sony Music
Link Kaufen:
Amazon.de
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Immortal
Immortal, Sony Music, 2011
Musicians: Too many to mention
Produziert von: Kevin Antunes Länge: 76 Min 35 Sek Medium: CD
1. Workin' Day And Night11. Is It Scary/Threatened
2. The Immortal Intro12. Thriller
3. Childhood13. You Are Not Alone/I Just Can't Stop Loving You
4. Wanna Be Startin' Something14. Beat It/State Of Shock
5. Dancing Machine/Blame It On The Boogie15. Jam
6. This Place Hotel16. Planet Earth/Earth Song
7. Smooth Criminal17. They Don't Care About Us
8. Dangerous18. I'll Be There
9. The Jackson 5-Medley19. Immortal Megamix: Can You Feel It/Don't Stop 'til You Get Enough/Billie Jean/Black Or White
10. Speechless/Human Nature 20. Man In The Mirror

Funktioniert Zirkusmusik ohne Zirkus? Kann man die Spannungselemente der Zirkusmusik auf CD bannen? Werden typische Spannungselemente ohne die visuelle Begleitung nicht automatisch belanglos? Wozu diese Fragen am Anfang einer "neuen" Michael Jackson-CD?
Nun, da sein Leben schon Zirkus genug war, lag es doch nahe, dass irgendwann ein Zirkus das Leben und Schaffen von MJ in einer entsprechenden Revue aufarbeitet. Dem kanadischen Entertainmentunternehmen Cirque Du Soleil wurde diese Ehre zuteil, was sich in der bereits gestarteten "Michael Jackson The Immortal World Tour" niederschlägt (dass diese Welttour bisher nur durch Kanada und USA startet - geschenkt). Da es sich bei dem Zirkus nicht um blutjunge Anfänger handelt, die im Sommer in Wohngebieten auf Hinterhofwiesen mit leichter Kost Kinderaugen zum Staunen bringen, kann man davon ausgehen, dass es hochwertiges Entertainment zu bestaunen gibt.

Da darf die musikalische Begleitung nicht hinten anstehen und damit auch musikalisch alles stimmt, veröffentlicht Sony Music passend dazu den Soundtrack. Von Kevin Antunes aufgehübschte Versionen der MJ-Originale erreichen des Hörers Ohr, schmeicheln es aber nicht immer zwingend. Der Grundrahmen der Lieder bleibt größtenteils bestehen, die Stimme sowieso, hier und da wurde Neues aus dem Tonstudio eingebaut oder aber altes (und/oder von MJ verworfenes) Material wiederentdeckt.
Das kann gut und spannend sein, muss es aber nicht, nämlich genau dann nicht, wenn ein Song mitten aus dem ihm eigenen Spannungsbogen gerissen, verkürzt oder vorzeitig beendet wird, weil es wahrscheinlich zur Show passt. Ab dann wird "Immortal" leider mortal. Nur dann funktionieren Musik und Show zusammen, ergibt es einen Sinn, sogar wahrscheinlich dann noch, wenn man die Show gesehen hat und weiß, was passiert(e) (vielleicht arbeitet man ja auch schon an der entsprechenden DVD?).

Ergo ist "Immortal" kein schlechtes Album geworden, was bei einem Musikdesigner (!!!) wie Kevin Antunes, der auch für Justin Timberlake, Rihanna und Madonna tätig war, nicht zu erwarten war, der kennt die Spielregeln im großen Popbecken. Passend zur Weihnachtszeit dürften auch die Einnahmen stimmen, selbst wenn mit dieser Veröffentlichung kein essenzielles MJ-Werk in den Player geschoben wird. Ein belangloses ist es ja auch nicht, aber man sollte wissen, dass das Gros der Lieder seinen schlüssigen Sinn erst dann macht, wenn man die Show kennt. Ich kenne sie nicht und bin bei mancher "Immortal-Version" nicht nur positiv überrascht worden.
MJ-Jünger werden es eh kaufen, allen anderen, die immer noch nicht wissen, was Mr. Jackson ausmacht und wer er war, greifen erstmal lieber bei der formidablen "King-Of-Pop"-Best-Of-Sammlung zu.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 12.12.2011


 
© Home of Rock 2001 & ff., Impressum & Kontakt