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Man On Fire

Chrysalis

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10t Records
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All Music Guide (englisch)

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Chrysalis
Chrysalis, 10t Records, 2011
Jeff Hodges Vocals, Piano, Organ, Synths, Samples, Percussion
Eric Sands Fretted Bass, Fretless Bass, Electric Guitars
Elise Testone Vocals
Quentin Ravenell Drums
Cameron Harder Handel Trumpet
Jenny Hugh Violin
Stebe Carroll Words, Imagery
Produziert von: Jeff Hodges Länge: 59 Min 45 Sek Medium: CD
1. Repeat It7. Chrysalis Part 4: Free To Fall
2. In A Sense8. The Projectionist
3. A (Post_Apocalyptic) Bedtime Story9. Tear Gas
4. Chrysalis Part 1: In Between Lines10. Higher Than Mountains
5. Chrysalis Part 2: The Pundits11. Gravity
6. Chrysalis Part 3: The Muse Returns12. Gravity (Instrumental)

Funky Prog, proggy Funk? Jeff Hodges, der Mann hinter dem Mann, hat seinen Mannen wieder zusammen gerufen, um neue Man…. und zusätzliche Leute eingestellt und ist wieder marktaktiv geworden. Er und Eric Sands sind noch von den ersten Angeboten, "Man On Fire" und "Habitat" übrig. Dessen grummeliger, funky-style Bass bestimmt zusammen mit Quentin Ravenells Drums das Geschehen und sorgt für Abwechslung.

Repeat It lässt als Eingangsknaller daran keinen Zweifel aufkommen; In A Sense fügt mehr Keyboards, Violine und ein sehr gutes Songwriting sowie eine Synth Solo á la Brian Eno hinzu; das gefällt. Die Bedtime Story festigt den mittlerweile im Hörer entstandene Ruf der Band als sehr melodisch, dennoch nicht melodieseelige Combo. Jeweils auf dem festesten aller Rhythmusgruppen aufbauenden Fundament kann die Band dann problemlos abheben und nette Samples, Keyboards und Gitarrenlinien hinzufügen und alles in allem tut das , intellektuell hochfliegend wie es ist, nicht nur keinem weh, sondern hat mit seinen eingangs leisen Anklängen an britischen Folk auf eben dieser funky Basis in dem vierteiligen Longtrack Chrysalis mit bachschen Klaviereinsprengseln und Handels wunderbarer Trompete sogar einige echte eigenständige Neuerungen zu bieten; jazzige Farben, die man so dem Funk hinzufügt und die Klaviersprengsel bieten in diesem Highlight mit modernen Gitarren einen wirklichen Genuss. Sehr funky und sehr gut. James Brown goes Miles Davis (und das liegt ja beim gemeinsamen Erbe des Jazz und des Soul gar nicht so weit voneinander entfernt). Das erinnert in seiner Vielschichtigkeit ferner an gute KANSAS Momente, als KANSAS noch gute Momente hatte. Und das ist auch nicht verwunderlich, hatten sie doch David Ragsdale bei der ersten CD in ihrem Aufgebot - da muss wohl etwas hängen geblieben sein. Extrem funky und extrem gut!

Und wem das soweit gefällt, dem gefällt auch der Rest. Das ist natürlich nicht emotional, dazu ist es zu kalkuliert; aber trotzdem kann man sich dank der ausgeklügelten Refrains und den einen intellektuell davontragenden Songstrukturen damit identifizieren; und ob man nun Keys oder Gitarren mag - man kommt zu seinem Recht, ohne das hier epische Schaut-mal-her Darbietung von Solo Artisten zu gewärtigen sind - dazu ist das eben zu clever gemacht.
Vielleicht einen Tuck zu clever - etwa ab der Mitte wünscht man sich mal etwas Erholung und einfach einen Pianosololektion oder ähnliches; aber der Bass treibt das Geschehen voran und lässt keine Raum für nette kleine Melodeien. Beim Meisterstück Gravity werfen sie dann auch noch einmal alles in die Waagschale; allein, ich bin mir ein Bier holen gegangen. In einem Durchgang genossen fordert die CD den ganzen Mann. Und da es auch noch sehr gleichmäßig produziert ist, keinen wüsten Aufschrei und kein rabaukenhaftes Getue bietet, ist das etwas für den Mann im Rolli mit dunkler Hornbrille und Pfeife. Gut, sehr gut, aber kalkuliert, sehr kalkuliert! Live mit etwas mehr Atmosphäre ist das ein Riesending.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 12.11.2011


 
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