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Mainliners

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Mainliners
Mainliners, Crusher Records, 2007
Robert Billing Vocals
Magnus Granström Bass
Mathias Wennergren Guitar
Niklas Nordström Guitar
Jens Ingolf Keyboards, Lapsteel, Strings, Percussion
Mats Larsson Drums, Percussion
Produziert von: Mats Larsson & Mainliners Länge: 41 Min 54 Sek Medium: CD
1. Olivia6. Running The Streets
2. Good Storm7. Northern Soul
3. Bourbon & Ice8. Round Five
4. Is This Satisfying...?9. A Secondary Truth
5. Saint's March In Sunrise10. Everyday Son

Der erste Eindruck: Lässige Mischung aus Brit-Rockpop und U.S.-"Anarchie" a la RAMONES, BLONDIE, Iggy. Zweiter: Wow, was für ein Sänger.

Inzwischen lief die Scheibe ungefähr 15 Mal und zeigt keine Abnutzungserscheinungen. Also: Lässige Mischung und ein Wow-Sänger. Für einen Melodiefanatiker sind die MAINLINERS (die inzwischen auf das The im Vornamen verzichten und dafür ein Extralob bekommen) gefundenes Futter. Für einen Popfreund auch. Und für den Schweinerocknroller der lieber Ferkel mag ebenso. Konsensband!
Die MAINLINERS kommen aus Schweden und haben jetzt ihre zweite Komplett-CD draußen. Kämen die sechs Nordmänner aus Birmingham, Leeds oder gar London, der NME würde sie längst als nächstes ganz großes Ding durch den Boulevard jagen. Das wird ihnen erspart bleiben, deswegen wird es leider aber mit dem verdienten Single-Hit auch nichts.
Zwischenruf: Verdammte Kacke, jetzt hab ich es nach so vielen Hördurchgängen endlich raus. Dieser unverschämt gut klingende Sänger erinnert an den jungen Steven Tyler von AEROSMITH! Andere Musik natürlich, deswegen hat es auch zwei Tage nicht gefunkt, aber gerade eben bei der formidablen Ballade "Bourbon & Ice" ist der Groschen gefallen. Und genau im gleichen Moment kam die zweite Assoziation: Peter Wolf von der J. GEILS BAND in der Mitte der Siebziger. Diese Frische, dieser ungekünstelte, authentische Manierismus, ja, da dreht einer am ganz großen Rad.

Vom reinen Garagen-Sound der ersten Platte ist nicht mehr viel übrig geblieben (man kann das anhand einiger Soundfiles im Netz unschwer herausfinden), die vom Quartett zum Sextett aufgestockte Band hat nicht nur ein paar Stufen sondern gleich mehrere Treppenabsätze auf einmal genommen und präsentiert sich heute als Pop-Band im allerbesten Wortsinn. Soll heißen, dass zwar weiterhin frisch und unbekümmert gefetzt wird, aber die Fetzer vor Melodien regelrecht bersten. Mitmachmusik, Tanzmusik, Feuerzeugschwenkmusik ohne Pomp und Produktionsfirlefanz, einfach schmissig hingespielt. Und frei von depressiven Jammertexten und selbstzerstörerischen Infernoklängen. Nachdenklich ist gut, das positive Ergebnis ist besser.
In den ganz knackigen Songs geht's durchaus in Richtung QUIREBOYS und Konsorten, da jubilieren die beiden Gitarren mit dem Sänger um die Wette (Good Storm), bei den Beinahe-Balladen beeindrucken die einfallsreichen Arrangements und die ungewöhnlichen Ideen. Vor allem der Keyboarder tut sich dabei hervor und schickt mal ein perlendes Piano auf den Weg, mal eine Lapsteel, mal eine Jon-Lord-Gedächtnisorgel (Saint's March In Sunrise), sogar Geigen sind zu hören (A Secondary Truth) - und alles jederzeit dezent und geschmackvoll, keinen Moment aufdringlich oder überfrachtet.
Vierzig Minuten Good-Time-Rock'n'Pop in der beinahe vergessenen Tradition englischer Pub-Rocker und amerikanischer Himmelsstürmer der Jahre 1969 bis '80. Geiler Film!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 27.03.2007

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