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Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd &
Street Survivors

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Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd
Street Survivors
Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd & Street Survivors, MCA/Universal, 1973 & 1977 (2001)
Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd
Ronnie Van Zant Lead Vocals
Gary Rossington Lead & Rhythm Guitar
Allen Collins Lead & Rhythm Guitar
Ed King Bass, Lead Guitar (Mississippi Kid)
Billy Powell Keyboards
Robert Burns Drums
Gäste:
Roosevelt Gook Bass, Mellotron, Backing Vocals, Organ, Mandolin, Bass Drum
Robert Nix Drums (Tuesday's Gone)
Bobbi Hall Percussion (Gimme Three Steps & Thing Goin' On)
Steve Katz Harmonica (Mississippi Kid)
Street Survivors
Ronnie Van Zant Lead Vocals
Gary Rossington Lead & Rhythm Guitar
Allen Collins Lead & Rhythm Guitar
Steve Gaines Lead & Rhythm Guitar, Vocals
Billy Powell Keyboards
Leon Wilkeson Bass
Artimus Pyle Drums
Gäste:
The Honettes - Cassie Gaines, JoJo Billingsley, Leslie Hawkins Backing Vocals (That Smell)
Ed King Guitar (One More Time)
Rick Medlocke Drums & Backing Vocals (One More Time)
Greg Walker Bass (One More Time)
Tim Smith & Leslie hawkins Backing Vocals (One More Time)
Produziert von: Al Kooper ("Pronounced..."), Jimmy Johnson, Tim Smith, Rodney Mills & Tom Dowd (Bonus Tracks) ("Street Survivors") / Remastering von Ron O'Brien Länge: 76 Min 00 Sek
& 56 Min 36 Sek
Medium: CD
Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd
1. I Ain't The One8. Free Bird
2. Tuesday's GoneBonus Tracks:
3. Gimme Three Steps9. Mr. Banker (Demo)
4. Simple Man10. Down South Jukin' (Demo)
5. Things Goin' On11. Tuesday's Gone (Demo)
6. Mississippi Kid12. Gimme Three Steps (Demo)
7. Poison Whiskey13. Free Bird (Demo)
Street Survivors
1. What's Your Name8. Ain't No Good Life
2. That SmellBonus Tracks:
3. One More Time9. Georgia Peaches
4. I Know A Little10. Sweet Little Missy
5. You Got That Right11. You Got That Right (Alternate Version)
6. I Never Dreamed12. I Never Dreamed (Alternate Version)
7. Honky Tonk Night Time Man13. Jacksonville Kid (a.k.a. Honky Tonk Night Time Man

Studioalbum # 1 und 5 der zweiten großen Southern Band (neben den Allmans), aus der Remaster-Serie von MCA/Universal.
Von Chronologie hält man scheinbar nicht sehr viel, dafür wird man wieder mit genialem Southern Rock entschädigt.

Wie auch bei den ALLMAN BROTHERS wird bei SKYNYRD der Backkatalog gnadenlos ausgeschlachtet. X Compilations, Best of, Collectybles (teuer, aber unbedingt sammelnswert?), Millenium Collections und und und wurden in den letzten Jahren auf den Markt geworfen und man ist sich nicht immer ganz sicher, ob Fan wirklich alles davon braucht. Schließlich hat er sowieso sämtliche bisher verfügbaren Ressourcen auf LP, CD, Video, DVD.
Käufer der unsäglich schlechten CD-Erstausgaben und Puristen, die immer noch auf das alte Vinyl schwören, sollten jetzt aber aufmerken. Die remasterten CDs der 5 Originalalben plus "One More From The Road" (m.E. einem der 5 besten Livealben aller Zeiten) aus den 70ern sind ihr Geld wert! Und dies aus 3 Gründen.

1. Ist der Sound göttlich.
2. Gibt es auf jeder CD Bonus Tracks (über die man zwar teilweise diskutieren kann, aber dennoch).
3. Sprechen wir sowieso über die vermutlich genialste (Southern) Band aller Zeiten.
Überdies sind die Coverartworks ganz hervorragend bebildert und mit guten Linernotes versehen.

Für beide hier besprochenen CDs gilt: Die Produzenten Ron O'Brien und Andy McKaie, sowie Soundmaster Doug Schwartz haben wieder, wie schon bei "Nuthin' Fancy" und "Gimme Back My Bullets" und diversen anderen Skynyrd-Projekten, unglaublich gute Arbeit geliefert. Einer der Momente, in denen Vinyl keine Chance gegen die neuen Fassungen hat.
Über die ursprünglichen Songs der LPs möchte ich nicht mehr viel sagen. Wer nach 9 Minuten Free Bird nicht mindestens Gänsehaut hat, wird nie mehr Rocker. Wer sie nicht mehr kriegt, war nie einer oder ist auf dem Weg zur Bürgerlichkeit irgendwo auf seine Ohren getreten.

SKYNYRD haben mit ihrem ersten Album (aufgenommen in wenigen Tagen im März und April 1973) Geschichte geschrieben. Zwei unfassbar gute Lead Gitarren (denn Ed King spielte, bis auf Mississippi Kid, Bass) und ein Sänger, der trotz seiner Jugend (24) alles ausdrücken konnte, was ein Rock & Roller 1973 ausdrücken musste.
Frisch waren sie, trotzdem musikalisch unglaublich ausgereift. Allen Collins besticht auf I Ain't The One und Free Bird, Gary Rossington brilliert (und das meine ich auch so) bei allen anderen Songs (wo ist sie nur geblieben, die Spritzigkeit, das Feeling, Mr. Rossington?). Ich weiß, Things Goin' On ist nicht das anspruchvollste aller Gitarrenstücke, aber da ist sooo viel Gefühl drin.

Das Remastering ist dermaßen gut, dass manchmal die Schwächen des Originalmaterials zum Tragen kommen und hörbar werden. Immerhin sind die Aufnahmen beinahe 30 Jahre alt. Tuesday's Gone setzt beispielsweise sehr abrupt ein, die Drums (von Robert Nix gespielt) scheppern arg. Ob das Bob Burns nicht selbst so hingekriegt hätte?
Das ursprüngliche Bandrauschen wurde löblicherweise nicht unterdrückt. Dafür hat man die ganze Bandbreite des Sounds zur Verfügung. Großartig.
Mississippi Kid profitiert mit am meisten von dieser Behandlung. Unglaublich, wie transparent und, beinahe beängstigend, nah die akustischen Gitarren, die Mandoline und die Harp klingen.

Die Bonustracks:
Mr. Banker, B-Seite von Gimme Three Steps, war bereits auf der "Legend"-CD von 1987 (allerdings wird Ed King dort als Autor unterschlagen) und der tollen 3 CD-Box von 1991 in gleicher Fassung vertreten. Sound ist identisch.
Down South Jukin' in der Demo-Version, war B-Seite von Free Bird und ist ebenfalls auf dem Boxset vertreten.
Das Demo von Tuesday's Gone scheint mir tatsächlich bisher unveröffentlicht. Gleiches gilt für Gimme Three Steps in der Demofassung. Allerdings ist die "Original Version" aus der Box m.E. prickelnder.
Das Free Bird Demo unterscheidet sich stark vom Box-Demo (deutlich besser), holpert aber einige Male recht heftig. Ronnie war Anfangs offenbar nicht ganz bei der Sache. Auch die Gitarren sind nicht so stark ausgearbeitet wie auf der endgültigen LP-Fassung. Das Ende des Songs ist allerdings besser.

Nur 4 Jahre später, allerdings um die Erfahrung von 1.000 Exzessen, diversen Knastbesuchen, Drogen der üblen Art, Intrigen, finanziellen Schweinereien, Druck der Plattenfirma und unendlichen Tourneen reicher, wurde "Street Survivors" veröffentlicht.
Die Aufnahmen dauerten erstmals länger. Beinahe ein Jahr wurde geschrieben, aufgenommen, verworfen und neu erarbeitet. Ed King war draußen, Steve Gaines drin, und er hat auch Akzente gesetzt. Zwei reine Gaines-Nummern, I Know A Little und Ain't No Good Life, und bei zwei weiteren wurde er als Co-Autor genannt.
"Street Survivors" wurde eine High-Class Produktion. Sehr viel gab es wohl nicht mehr zu remastern. Zu clean und perfekt produziert war das Original. Alles strotzte vor Overdubs und Chören. Mir persönlich klang die Platte damals zu "modern". Hätte ich gewusst, was uns noch an modernem Sound droht...

Lynyrd Skynyrd waren an einem Punkt angelangt, der entweder ein Wendepunkt hätte sein können, oder aber eine Vorwegnahme des späteren 80er-Jahre Sounds vieler anderer Southern Bands. Geschliffen und glatt. Die Band war letztlich ausgebrannt, am Ende. Die Jahre vorher hatten Tribut gefordert. In Ronnies Stimme war zwar noch die Jugendlichkeit zu ahnen, aber er klang gequält, böse, teilweise wirkte seine (natürliche) Aggressivität aufgesetzt, manchmal klang er schlicht erschöpft, meistens nur routiniert.
One More Time wurde als 6 Jahre alte Nummer auf das Album genommen, overdubed und als Hoffnung auf ein neues Free Bird veröffentlicht, war aber einfach zu dürftig, um diese Nachfolge antreten zu können. Darauf vertreten sind Ed King, Rick Medlocke und Greg Walker (die beiden letzten natürlich von BLACKFOOT.
Die Gaines-Elaborate waren die löbliche Ausnahme. Er hatte noch die alte Härte, Frische und Rotzigkeit, die Rossington und den anderen irgendwo in der Tretmühle verloren ging. Bezeichnenderweise waren die beiden Songs von Gaines aber nicht neu, sondern bereits Jahre vorher von ihm verfasst worden. That Smell und You Got That Right, mit seinen unübertroffenen Double-Lead Vocals, jeweils mit Van Zant geschrieben, sind die anderen Höhepunkte.
Trotz aller Kritik, "Street Survivors" war eine der besten Platten im Jahr 1977. Und heute ist sie ein beinahe nicht zu übertreffendes Juwel.

Die Bonus Tracks:
Georgia Peaches, von Tom Dowd produziert, wurde als Outtake 1987 auf "Legends" identisch veröffentlicht.
Sweet Little Missy wurde zugunsten von One More Time von der LP geworfen und wurde ebenfalls auf "Legends" veröffentlicht. Rossington frönt seiner Liebe zu CREAM und FREE, Van Zant klingt schrecklich leidend.
Außerdem zwei leicht abweichende Versionen von You Got That Right und I Never Dreamed (welch Traumgitarren!).
Und Jacksonville Kid, identisch mit Honky Tonk Night Time Man, nur mit (autobiographischen) Lyrics von Ronnie, anstelle des Originaltextes von Merle Haggard.

Die LP wurde am 14.10.1977 veröffentlicht.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 30.01.2002

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