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Rock The Block

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Rock The Block
Rock The Block, Eastwest/Warner Music, 2003
Marc Storace Vocals
Fernando von Arb Guitars
Dominique Favez Guitars
Tony Castell Bass
Patrick Aeby Drums
Produziert von: Von Arb, Favez, Aeby, Storace Länge: 55 Min 20 Sek Medium: CD
1. Mad World8. Hot Shot
2. Leading The Pack9. Raise Your Hands
3. I Want It All10. Night Of The Snakes
4. Open Fire11. Throwing Her China
5. One For All12. We'll Rise
6. Looking To America13. Freedom
7. Go My Way14. Rock The Block

KROKUS - "Gattung der Schwertliliengewächse, in den Alpen wild wachsend der Weiße oder Frühlingskrokus; der Safran-Krokus liefert Safran", sagt mir mein großes Universal-Lexikon.
Nun - hier haben wir es aber nicht mit den Schwertliliengewächsen zu tun, sondern mit der Band KROKUS aus den Alpen und deren neuem Silberling "Rock The Block".
[Wie oft die Band wohl mit diesem Blumenzeug verglichen worden ist? Der Floristenverband]

Vorsichtig, ja fast zögerlich lege ich das Teil in den Player. Dabei denke ich mit Grauen an den Vorgänger zurück: "Round 13", nicht nur für mich der absolute Flop.
Aber als ich die ersten KROKUS-Klänge höre, die mich doch gleich an glorreiche "Headhunter"-Zeiten erinnern, wandelt sich meine anfängliche Skepsis doch mehr und mehr in Euphorie um. Ja, das sind die KROKUS, wie ich sie kenne und mag!
Nein, die Band hat mit ihrem Comeback den Rock'n Roll garantiert nicht neu erfunden. Genau 20 Jahre nach der wohl erfolgreichsten Scheibe "Headhunter" versuchen sie nun wieder einen erneuten großen Wurf zu starten. Sänger Marc Storace wurde zurück ins Boot geholt und genau das hat sich als ein wahrer Glücksgriff herauskristallisiert. Seine Stimme ist nach wie vor phantastisch, vermutlich hat er der Band noch zusätzlich einen richtigen Tritt in den Allerwertesten verpasst, denn fette, groovende Gitarren, packende Songs, teilweise richtige Kracher aber auch Stücke im Midtempobereich sowie die über allem thronende Rockröhre des Herren Storace machen das Album zu einem wahren Hörgenuss. Man merkt der Band die Spielfreude geradezu an. Es rockt und rollt aus allen Boxen, sehr zur Freude meines bereits in die Jahre gekommenen Rock'n Roll-Herzens.
Übrigens, in der Schweiz stieg das Album seit Erscheinen von Null auf Platz 1 ein und bescherte der Band einen satten Goldregen.

Nun ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Tracks:
Hervorzuheben vermag ich eigentlich keinen, denn alle Songs sind, bis auf zwei Ausnahmen, sehr kompakt und ansprechend und gehen sofort ins Ohr.
Schon der Eröffnungssong Mad World sowie der darauf folgende, Leading The Pack, hauen erst einmal satt auf die Pauke und laden sofort zum mitbangen ein.
Mit I Want It All und Open Fire wird vorerst ein ganzer Gang zurückgeschaltet, um dann mit den nächsten 6 folgenden Songs wieder Rock'n Roll-Vollbedienung pur zu geben. Bei einigen dieser Tracks hat man das Gefühl, der AC/DC-Shouter Brian Johnson persönlich hat hier das Mikro übernommen. Man kann aber der Band nicht den Vorwurf machen, dass gnadenlos kopiert wird.
Lediglich die beiden folgenden Balladen Throwing Her China und We'll Rise hätte man sich meiner Meinung nach sparen sollen, denn hier quillt der Schmalz gar mächtig unter meiner Zimmertür durch und erinnert mich doch sehr stark an 80er-Jahre-Haarspray-Rock.
Entschädigt wird man für sein Durchhaltevermögen zum Glück dann doch gleich wieder mit zwei herrlichen Rausschmeißern, die einem wahren Rock'n Roller endlich wieder ein Grinsen aufs Gesicht zaubern.

Alles in allem energiegeladener Riffrock, einfach gestrickt, ein Album, das einfach nur gute Laune macht, mehr will und darf man nicht erwarten.

So, hier nun meine Bewertung: "Aufgrund des guten Gesamteindruckes Note 2, leider verhindern die beiden Balladen eine klare 2, deshalb noch mit einem - versehen."

Ilka Czernohorsky, (Artikelliste), 01.04.2003

Dass die Schweizer nicht nur Löcher in den Käse bohren, Kohle bunkern und ganz gute Zeiteisen schmieden, sondern dazu auch noch ganz passable Musik machen können, weiß ich nicht erst seit Namen wie THE FOOLHOUSE oder HANK SHIZZOE. Ein viel älteres, längst tot geglaubtes, Gewächs sprießt plötzlich wieder aus dem Boden und zwar Krokus.
Mann, wie lang mag das wohl her sein, dass ich die das letzte Mal gehört habe?

Schon die ersten Klänge von Mad World lassen an den Stil der unvergessenen AC/DC-"Highway To Hell"-Zeiten wehmütig zurückdenken, und dies zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch das gesamte Werk. Tolle temperamentvolle Melodien, knackige Gitarrenriffs, die Stimme von Marc Storace variiert angenehm zwischen Bon Scott, Roger Chapman und Jimmy Barnes.
Keine Aussetzer! So was gefällt auch einem Countryboy!
Ein Muss für alle AC/DC-Fans und Freunde von melodischem Heavyrock. Wer an dieser Scheibe was rumzumotzen hat, dem sollte man ein Veilchen verpassen...
Note 2

Daniel Daus, (Artikelliste), 01.04.2003

Eindeutig der Nachfolger der Klassiker "Metal Rendez-Vous", "Hardware" und "One Vice At A Time". Bisschen spät zwar, aber mindestens genau so geil. Natürlich: Alles nur geklaut, alles schon mal gehört und nicht ein Riff innovativ. Aber: Viel besser geht Rock & Roll im guten alten AC/DC-KROKUS-Stil eben nicht.
Eine absolute Hammer-Scheibe. Storace kräht wie damals und sie verpacken in ihren simplen Hardrock auch noch einfache aber höchst effektive und richtige Botschaften. "We are living in a mad world"!

Ach ja, den Kopierschutz soll sich die Plattenfirma geschmeidig wohin stecken. Ich nehme mir das Teil für die anstehenden Outdoor-Partys halt auf Tape auf. Im Auto und am Portable läuft sie nämlich nicht und der Computer stürzt ab. So punktgenau die Musik ist, so haarscharf schießt die Industrie übers Ziel hinaus. Note 2

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.04.2003

Wieso meine ich nur, AC/DC zu hören, wenn ich diese Scheibe in den Player lege? Ist ja an sich nichts Schlechtes - im Gegenteil. Aber im Zweifel dann doch lieber gleich AC/DC hören. Ich behaupte ja nicht, dass KROKUS hier wie eine AC/DC Coverband klingt - schließlich kann Marc Storace ja nichts für seine Stimme. Und die Band hat ihren Ursprung eh' im Prog Rock.
Die Songs tun nicht weh, sind stellenweise sogar recht anständig, aber man weiß immer was kommt. Wenig Spannung und wenig Höhepunkte.
Da ich keine Schulnote vergeben muss, sondern nach unseren Bewertungskriterien gehe, trifft's die 4 am aller ehesten.

Ulli Heiser, (Artikelliste), 01.04.2003

Kurz und schmerzlos. Eigentlich muss ich Krokus und den vielen anderen Metal-Brüdern dieses Genres dankbar sein. Sie sind mir mit ihrem stupiden Abkupfern (auch voneinander!), simplen Runterdreschen von Riffs und Einheitssoli, gepaart mit dem ausdruckslosen Gekreische ihrer Shouter so auf die Nerven gegangen, dass ich mich musikalisch in andere Richtungen orientiert habe und ich bin heute noch dankbar dafür.
Wenn ich mal Bock auf diese Art Rock habe, war und bleibt AC/DC (mit Bon Scott!) erste Wahl.
Im Laufe der Jahre reagiert man milder und so kann ich auf einer Besäufnisparty durchaus auch ein paar Songs dieser Platte hören, drei oder vier gehen immer. Dann muss aber auch wieder was anderes in den Player. "High'n'Dry" von DEF LEPPARD beispielsweise. Natürlich haben Krokus auch jede Menge Sound von denen "ausgeliehen", aber warum sollte man sich mit zweitklassigen Kopien abgeben?
Ich vermisse jegliche Originalität, deshalb ist mehr als eine 4- bei mir nicht drin, und auch das ist schon eine Konzessionsentscheidung. Ich will ja nicht auf der "Most wanted"-Liste erscheinen.

Manni Hüther, (Artikelliste), 01.04.2003

"Wer hat's erfunden?" In diesem Fall nicht die Schweizer! Sie waren es und werden es immer sein: "Copy Cats". Zugegeben, ihre AC/DC-Plagiate sind fast besser als das Original und TED NUGENT und ACCEPT haben sie auch drauf. Aber wie formulierten einst Insterburg & Co. gar trefflich: "Wer die Sau im Hause hat, braucht keine Ferkel aus der Stadt." In diesem Sinne: Note 4

Ralf Frank, (Impressum, Artikelliste), 01.04.2003

Tja, was soll man da sagen: Zwanzig Jahre nix dazu gelernt - muss man erst mal hinkriegen! So sehr nach AC/DC klingen nicht mal die Aussies selber, also können die sich dann zur Ruhe setzen.

Ich würde sagen, GOTTHARD haben sich selbst ein Bein gestellt mit ihrem Balladenkram - die braucht man auch nicht mehr. Also sind KROKUS wieder der Schweiz bester Rockexport!
Nur die Ballade ist Schuld an der: 2

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 01.04.2003

Als ob es die Jungs geahnt haben. Rechtzeitig zur Krokusblüte erwachen KROKUS zu neuem Leben. Die überwiegend im obersten Bereich angesiedelte Heavy Rock Mucke bläst einem den letzten Winter-Gefrierbrand aus den Knochen. Mad World zeigt gleich zu Beginn allen Hardrockfans wo's lang rockt. Eins, zwei, drei - kein Break dabei.
Was soll's. Krokus' Losgehrock macht einfach Spaß. Ein Schelm, wer Progressives dabei erwartet.
Immer schön Geradeaus auf der Hardrock-Fahrbahn und dabei ja nie den Fuß vom Gaspedal lassen. Und trotz aller Härte verlieren die Schweizer Gewächse nie die Melodie aus den Ohren.
Eine richtig schöne Gute Laune Scheibe. Und wenn sich das Frühlingserwachen noch nicht eingestellt haben sollte. Nach "Rock The Block" ist man garantiert putzmunter. Note 3

Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 01.04.2003

"You all know 'bout 69, burning bones and bedside time...", damit leiteten KROKUS 1983 Long stick goes boom, einen ihrer stärksten Songs, ein und warfen mit der Erwähnung ihrer Songtitel bereits damals einen Blick zurück.
Anfang der Achtziger waren die Schweizer eine richtig große Nummer in der aufstrebenden Heavy Metal-Szene und veröffentlichten mit "Metal Rendez-vous", "Hardware", "One vice at a time" und mit Abstrichen auch noch "Headhunter" vier hochklassige Alben. Sogar die Entwicklung zu einem AC/DC-Plagiat konnte man der Band nachsehen, weil das australische Original zu der Zeit mächtig schwächelte, man einfach eine Ersatzdroge brauchte und KROKUS ohnehin die besseren Songs am Start hatten.

Zwanzig Jahre später schlägt "Rock the block" genau in die selbe Kerbe. Die Ewiggestrigen jubeln natürlich. Das Album ist nett, aber auch vollkommen überflüssig. Wer braucht 2003 noch eine weitere AC/DC-Kopie, vor allem, wenn das Songmaterial weder den Originalen noch der eigenen Bandgeschichte gerecht wird? Künstlerisches Schaffen hat auch etwas mit Kreativität zu tun. Ich persönlich fände es mehr als bedenklich, wenn ich mich in den letzten zwei Dekaden kein bisschen geändert und weiterentwickelt hätte.
Note 4

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 01.04.2003

Krokus haben im Zeitraum 1980-83 sicherlich einen hohen Stellenwert genossen, aber bedingt durch dauernde Line-Up Wechsel und den wohl auch daraus resultierenden miserablen Veröffentlichungen war bei mir seit dieser Zeit das Interesse an der Band kurz überm Nullpunkt. Und nun "Rock The Block" ... Naja, wenn schon großflächig Werbung gemacht wird, u.a. an Brückenpfeilern (!), warum nicht mal reingehört?
Und .... gut isse geworden, die neue Krokus. Rockt (zumeist jedenfalls) schnörkellos ab wie die wilde Wutz. AC/DC-Plagiat hin oder her, "Stiff Upper Lip" war bis auf den Titelsong eh kein Meilenstein, hier gibt es wieder Stoff. Mad World und Leading The Pack zeigen gleich wo der Hammer hängt, Hot Shot groovt mit gedrosseltem Tempo durch angenehme dreieinhalb Minuten, Raise Your Hands sollte Angus & Co. mal als Orientierungspunkt dienen, das schleppende Night Of The Snakes überrascht angenehm und Rausschmeißer wie Freedom oder der Titeltrack kicken ass ohne Ende.
Welcome back! Marc Storace in nicht mehr erwarteter Hochform, Riffmeister von Arb mit vielen Assen und nur ein paar Luschen im Ärmel. Krokus klingen frisch und nahezu unverbraucht, und hätten sie die Ausflüge ins Balladeske (We'll Rise ist mit Sicherheit der Tiefpunkt der Scheiblette) oder pop-rockiges a la Throwing Her China unterlassen, das beste Album dieser Richtung seit Gotthard's "G" wäre da gewesen. Der Sound stimmt, es wird überwiegend gebraten das die Schwarte kracht, man wippt unweigerlich mit, die "gute alte" (Nörgler, merkt Euch, es gibt immer wieder Unverbesserliche, die es gar nicht anders wollen. Siehe Atze und Quo, that's Rock'n'Roll!!) Richtung wurde wieder aufgenommen, und "One Vice At A Time" hat einen Nachfolger, wenn auch keinen Ebenbürtigen. Dazu gibt es noch zu viele Abzüge inner B-Note.
Der Lehrer in der Schule würde wahrscheinlich sagen "gut so, es geht ja doch und jetzt so weitermachen" und ein schwaches "gut" vergeben. Dem schließe ich mich an.
Gesamtnote: 2 (-)

Jürgen Ruland, (Artikelliste), 26.04.2003

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