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| Second Shot, Firebird, 2006 |
| Ricky Gee |
Lead & Backing Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Hammond B3, Keyboards, Piano |
| Alec Stephen |
Guitars, Backing Vocals |
| Mique Bone |
Electric & Acoustic Guitars, Dobro, Backing Vocals |
| Ruudy Gähner |
Bass |
| Guido Littich |
Drums, Percussions, Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Denny Cleary |
Spoken Words (Wanted) |
| Thorsten Goosen |
Piano (Love That I Can Touch) |
| Anke Westermann |
Piccolos & Flutes (We Followed The Band) |
| Leo Lietz |
Banjo (We Followed The Band) |
| Reiner Geigomat |
Violin (We Followed The Band) |
| Buxy Ballein |
Additional Keyboards (We Followed The Band) |
| Produziert von: Ricky Gee |
Länge: 57 Min 30 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Working Man | 8. Love That I Can Touch |
| 2. The Promises We Made | 9. Saddle Up And Ride |
| 3. Gold Was The Word | 10. Milwaukee Mustang |
| 4. Wanted | 11. Won't Last Forever |
| 5. Don't Say Goodbye | 12. On The Nightshift |
| 6. I Chose The Road Instead | 13. Run For Your Life |
| 7. Ice Cold Beer | 14. We Followed The Band |
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Dr. Klugschiss aus München sagte: "Aber Achtung! Das ist die letzte Stufe der Eingängigkeit! Mehr würde die Grenze zum Schubidu überschreiten!"
Das war im September 2003, anlässlich der schönen Debut-Platte "Bad Bad Name", und, was soll ich sagen, JUMP THE GUN aus Wuppertal, Nordrhein-Alabama haben tatsächlich aufgepasst und kein bisschen mehr Schubidu auf ihre neue CD gepackt. Das liegt zweifelsfrei am pädagogischen Einfluss des Pop-Literaten und keinesfalls am gestandenen Geschmack der Männer um Bandchef Ricky Gee.
"Second Shot" heißt die neue Scheibe. Mal wieder keine ganz brandneue Wortkombination, aber J.T.G. machen ja auch keine sonderlich experimentelle Musik. Sie selbst bezeichnen es als "Roadhouse Rock", das kann man stehen lassen, klingt auf jeden Fall besser als so abgestandene Begriffe wie Southern- oder Country Rock.
Neue Plattenfirma gibt's, einen neuen Gitarristen auch, eine angenehme Weiterentwicklung im Songwriting ebenfalls, die offenbar obligaten ein oder zwei Heulsusensongs sind wieder mit an Bord und in der Grundgebühr (kleine 10 Euro bei Kauf über die Band-Homepage) ist eine Stunde Spaß schon mit drin.
Ob ihr's jetzt glaubt oder nicht, ich bin vorhin wegen dem Song Ice Cold Beer noch kurz vor Ladenschluss auf den letzten Drücker in den Getränkeladen gelaufen und hab mir ne Kiste Weizen geholt. Da macht nämlich einer eine Flasche auf, schenkt ein und dann rockt die Nummer fröhlich ab. Der Schreibknecht lässt sich von solchen Botschaften lenken - sublim wäre etwas anderes, was passiert wohl beim nächsten Werbespot für ein Inkontinenzmittelchen? - und singt und schluckt brav im Takt mit. Das erklärt auch schon beinahe das gesamte Anspruchsdenken solcher Menschen an eine CD: Gute Laune muss sie machen, ins Ohr muss sie gehen, den Fuß muss sie bewegen und die Kapelle muss was drauf haben. Wenns ned rockt isses fürn Arsch.
JUMP THE GUN haben den Dreh einfach raus. Da mag der eine oder andere Song auch mal etwas leichtgewichtig wirken oder ums Haar an der Banalitätsgrenze vorbeischrammen, am Schluss überwiegt a good good feeling und alles ist wieder rosarot und grinsend.
Sprachen wir vorhin von songwriterischer Weiterentwicklung. Tja, da geht der Zug in eine schöne Richtung. War "Bad Bad Name" noch mit den frühen LIZARD vergleichbar, tendiert "Second Shot" in seinen besten Momenten eindeutig gen LIZARDs mittlere Phase. Das liegt auch an den stimmlichen Ähnlichkeiten zwischen Ricky Gee und Georg Bayer, vor allem aber an der Fähigkeit, satte Rocker in ein allerfeinstes Melodiebettchen zu packen und mit prächtigen Gitarrengirlanden zu verzieren.
Moment, grad läuft wieder Ice Cold Beer. Muss eben zum Kühlschrank. Sind eigentlich noch Chips im Haus?
Nebenbei bemerkt, was der Basser und der Drummer auf "Second Shot" so verzapfen, gehört ganz eindeutig in die Bundesliga. Noch ein Küsschen gibt's für die Gesangsarrangements. Ganz runde Sache, auch wenn ein paar Chöre vielleicht ein Fünkchen zu dick aufgetragen sind. Wenn dann noch in einen Schlager wie Love That I Can Touch ein astreiner Shuffle eingebaut wird, kennt der Durst keine Grenzen mehr.
Zur Befriedigung der niedersten Triebe (Durst gehört nicht dazu) gibt es ein paar schwere Rocker. Milwaukee Mustang, Working Man, Run For Your Life oder Gold Was The Word seien genannt. Da dampft der Kessel mächtig, die Gitarren schieben die Kohlen im Stakkato nach und man freut sich auf eine Livedarbietung. 16.000 Rocker im Gleichschritt...
Ansonsten überwiegt gepflegtes Mitteltempo, viel Groove und Massen der genannten Rock'n'Country Melodien. Der Rausschmeißer We Followed The Band ist überdies noch ein witziger Marching-Song mit Pauken und Flöten und macht Lust auf ein... ach ne, hier geht's ja wirklich nur ums Saufen.
"Second Shot" ist nichts für Country-Puristen. Aber Southernrocker, Altrocker, Partyrocker, Rockrocker, Roadhouserocker, Bierrocker, Boogierocker, Countryrocker und lernwillige Jungrocker kriegen Breitseite. Außerdem fördern JUMP THE GUN die lokalen Brauereien. Respekt!
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