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| Version 1.2, Escape Music, 2005 |
| Johnny Lima |
Lead & Backing Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Bass, Keyboards |
| Bernie F. Diaz |
Drums |
| Craig Takeshita |
Lead Guitar |
| Ryan Freeman |
Additional Backing Vocals |
| Produziert von: Johnny Lima |
Länge: 55 Min 23 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Never Gonna Let U Go | 8. Fire Of Love |
| 2. Little Runaway | 9. Another Lonely Day |
| 3. Rock'n'Roll River | 10. Into Your Arms |
| 4. Here For You | 11. Something's Gotta Change |
| 5. Reckless Heart | 12. If I Had A Heart |
| 6. Drift Away | 13. Fly Angel |
| 7. Crazy | |
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Ärgert Ihr euch auch zur Zeit über die peinsame neue CD von BON JOVI? In den Fernsehwerbespots jault ein Staubsaugervertreter auch noch "Bon Jovi rockt wieder" und man fragt sich, wie viele Millionen Hausfrauen wohl diesmal auf die Knie fallen und Jon-Boy, neben Bryan Adams, für das härteste, fieseste, gemeinste und, rrrrrr, geilste Rocktier aller Zeiten halten werden. Oh tempora, oh mores, hoffentlich machen METALLICA auch bald wieder Kuschelrock, die sind ja schließlich auch ganz lieb.
Blenden wir mal die Glaubwürdigkeitsfrage aus und widmen uns einem ziemlich gelungenen Jovi-Klon.
Der heißt Johnny Lima, ist portugiesischer Abstammung, lebt in Kalifornien und hat vor 9 Jahren eine Platte aufgenommen, die er 2005 nochmals neu eingesungen und arrangiert hat. Altes Zeug also, aber das spielt bei dieser Art von Musik keine Rolle. Feuchte Friseusenträume gab es schon immer. Lima ist auch ein schnuckeliges Kerlchen und im Grunde ist "Version 1.2" die beste Bon-Jovi-CD seit "Slippery When Wet". Hübsche Namensgebung übrigens, das sollte das Vorbild auch so machen - er wäre inzwischen etwa bei Version 2.23. Allerdings wird es bei Johnny L. nicht zum Bill Gates der Blondinenrockfraktion reichen, dafür ist er nicht schlüpfrig und nass genug.
Aufgeteilt ist die CD in Balladen und Rocksongs. Immer schön abwechselnd und bloß nicht zu weit vom Original entfernt. Die Balladen sind, nun ja, Balladen halt, schmelzen sich schmerzfrei ins kleine Herzchen der Zielgruppe und erhöhen den Schmusefaktor unheimlich. Ist es gemein, wenn man behauptet, dass diese Art von Musik unglaublich spießig ist? Melodien für neoliberale Millionen und präsentiert von der FDP, unserer Mittelstandspartei mit dem guidomobilen Konsensschwulen an der Spitze. Fakt ist aber, dass selbst der wildeste Rocker ab und an solche Weichspüler mag, und sei es nur beim Bügeln oder Abwasch. Passt schon, Herr Lima.
Dazwischen hat es die obligaten Losgehnummern. Die gehen schön los, kommen aber auch immer brav wieder zurück. Will sagen: Johnny singt sich schön angeraut durch die Tapete, die Gitarre sägt breitwandig ins Sperrholz und die Keyboards füllen jede eventuell entstandene Lücke in der Ytong-Doppelhaushälften-Kleinbürgerfassade.
Technisch ist das echte Wertarbeit, die Handwerkerinnung wird zufrieden sein und der zuständige Sicherheitsbeauftragte gibt garantiert auch grünes Licht. Keinerlei Verletzungsgefahr vorhanden. Dafür allerdings reichlich Verwechslungsgefahr.
Johnny Lima ist ein braver Bub. Fraglich, ob brave Jungs in den Rock'n'Roll Heaven kommen, oder ob die Plätze auf der rosaroten Blümchenwolke nicht längst von Bussi-Jovi, Bryan "Gutmensch" A. und anderen tauben Hauskatzen besetzt sind.
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