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John Mayall

Tough

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Tough
Tough, Eagle Rock Entertainment, 2009
John Mayall Vocals, Guitar, Keyboards, Harp
Rocky Athas Guitar
Greg Rzab Bass
John Davenport Drums
Tom Canning Keyboards
Produziert von: John Mayall Länge: 54 Min 56 Sek Medium: CD
1. Nothing To Do With Love7. Slow Train To Nowhere
2. Just What You're Looking For8. Numbers Down
3. Playing With A Losing Hand9. That Good Old Rockin' Blues
4. An Eye For An Eye10. Tough Times Ahead
5. How Far Down11. The Sum Of Something
6. Train To My Heart

John Mayall, den 76-jährigen britischen Executive VP Blues, muss man alleine deshalb lieben, weil er mit seiner Band BLUESBREAKERS in den 60ern und 70ern Peter Green, Mick Taylor und Eric Clapton zu Ehre und Ruf verholfen hat, woraus dann vor allem die Fans Gewinn ziehen konnten.
Jetzt in diesem Alter noch und mal wieder eine neue Band zu gründen und noch eine CD aufzunehmen, zeugt zumindest von großer Liebe zur Musik im Allgemeinen, und zum Blues im Besonderen. Und nicht nur mit dem 'Band gründen' ist er sich treu geblieben, auch dem Blues huldigt er zumindest teilweise noch, ohne allerdings völlig verstaubt oder der reinen Lehre gemäß zu agieren. Soll heißen, es rockt, funkt und bluest auf dieser Veröffentlichung, dass es nur so seine Freude für Freunde der eher klassischen Spielweise der genannten Stile ist. Nein, nein, nix modern, keine Loudness oder Riffmonster Attacken, und schon gar keine Double Bass und sich um sich selbst drehenden Gitarrensoli der unendlichen Art - die Encounter mit dieser CD sind von der 'exptected' Art.

Fast, muß man sagen, denn die reine Blues CD, die man von Mayall erwarten könnte, und die er ja auch aus dem Ärmel schütteln würde, ist das wie gesagt nicht geworden, da sei die neue Mannschaft vor. Schon der erste Track, Nothing To Do With Love, macht klar, dass Mayall sich - in Grenzen - neu aufgestellt hat. Ein fetter Rocker, fett produziert, mit knurrigem Bass (wie auf vielen Tracks der CD), eine relativ rohe Gitarre - welcome to the modern times. Mayall selbst klingt stimmlich so gut wie man es von ihm erwarten kann, und die Tatsache, dass der Track sogar Synthi-unterlegt ist, werte ich jetzt mal als Reminiszenz an die 70er. Das obligatorische Guitarsolo ist ebenfalls von leicht modernisiertem Stil, aber nix um die Tradblueser zu verschrecken.
Nach dem netten Funk Track Just What You're Looking For erhebt der Meister auf Playing With A Losing Hand seine Mundharmonika-Stimme in einem Midtempo Bluesrocker. Der erste Tradblues ist dann An Eye For An Eye zum Orgelteppich und Hüpfbass Dummdummdadumm - nett, aus dem Ärmel geschüttelt. How Far Down beginnt die Reise als Slow-Akustik-Blues, handelt von Gefahren der Flasche - "Gotta deal with your own devil" - fährt aber dann elektrifiziert weiter, gefolgt vom Texas Blues Train To My Heart. Ein weiterer Slowblues, auch wieder zum Lebenswandel… "Days started at midnight with all sorts of mischief round my bed… woke up in a hotel room and wondered who are all these people passed out on the floor - must have been a big night cause I swear I can't remember much more - I was on a slow train to nowhere..."
Numbers down rockt dann wieder mid-tempo mit einem Guitarsolo im Gary Rossington Stil; That Good Old Rockin' Blues tut gleiches zum Honky-Tonk Piano und zur Harp. Und natürlich gibt Mr. Mayall seinen Kommentar zur Krise mit Tough Times Ahead inklusive stimmungsvollem Snowy-White-Alike-Solo ab, bevor die Band uns The Sum Of Something nach Hause jammt.

Nichts, was einen wirklich aufregt, aber sehr gut gemacht, gut produziert, klassisch - one for John Mayall, der sein Business als Executive VP mit der Erfahrung der Jahre, wenngleich vielleicht nicht mehr ganz mit dem Drive der Jugend betreibt, und sich klugerweise eine junge Mannschaft an Bord geholt hat, der old man Blooz.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 04.11.2009


 
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