HoR Logo kl CD-Review:

Jewel In The Mire

Getting Away With Murder

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Jewel In The Mire > Getting Away With Murder
Link Homepage:
Offizielle Jewel In The Mire Homepage
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Promotioncompany:
Indevent Promotion

Unser Disclaimer
Getting Away With Murder
Getting Away With Murder, Rokarola Records/Music Avenue, 2005
Tim Jasper Lead & Backing Vocals, Rhythm Guitar, Percussion
Wibout Damen Lead Guitar, Backing Vocals
Bart Heijs Bass, Backing Vocals
Roel Krook Drums, Backing Vocals, Percussion
Gäste:
Mike Stewart Percussion
Marynka Nicolai Vocals (Same Colour Blue & All That's Special)
Non-Melting Ice Cream Band Horns (Hey Now!)
Mc.Complex & Coco Vocals (Get Up)
Produziert von: Mike Stewart Länge: 52 Min 25 Sek Medium: CD
1. Rising Star8. No Place To Go
2. Believe In Me9. Same Colour Blue
3. Home Tonight10. I Can Manage
4. Let Go11. All That's Special
5. Hey Now12. All You Can Do
6. Get Up13. Streets At Night (Acoustic Version)
7. Streets At Night

Da haben wir gedacht... aber es ist ein Irrtum gewesen. Es gibt heute noch junge Musiker, die sich die schlimmsten Finger der Achtziger zum Vorbild nehmen! Äußerst befremdlich für viele vermutlich, aber trotz dem spurlosen Verschwinden von Axl W. Kopfschuss und seinen GUNS N' ROSES gibt es noch immer Vertreter der Spezies "Meine Gitarre hängt tiefer als Deine".
Diese Rabauken hier kommen aus Amsterdam und klingen, als ob sie ziemlich viel Zeit im Coffee Shop verbringen würden. Wenn sie denn grad mal nüchtern genug sind auf die Straße zu gehen oder nicht, wie angeblich 120 mal im letzten Jahr, auf der Bühne stehen.

Ein abschließendes Urteil über JEWEL IN THE MIRE werde ich mir erst nach einem Konzert bilden können, denn wie jeder weiß, waren die Gunners ziemliche Blender und haben auf der Bühne ganz grauenhafte Dinger abgeliefert.
Jeder kennt die Vorbilder der U.S.-Schlampen und jeder kennt die Nachfolger. Von all denen nehme man 2 Gramm und drehe sie zu einem Noise-Spliff. Fertig sind JEWEL IN THE MIRE. Klingt abwertend, ist es aber nicht. Denn von ein paar neutönenden Alternative-Schraddeltönen abgesehen, liefern die Holländer einen zwar räudigen, aber geilst rockenden Langspieler ab. Daß bei der Endproduktion geschlampt wurde, mag da sogar Programm sein - ich kann auf 10 Sekunden Pause zwischen Song 1 und 2 oder einem abgeschnittenen Ende und einem überblendeten Anfang verzichten. Möglicherweise ist das aber beim Endprodukt korrigiert.

Wenden wir uns lieber dem Rock & Roll zu und bangen Head zu einem Heavy-Boogie wie Believe In Me und seinen ziemlich süchtig machenden Rotz'n'Roll-Gitarren. Wäre der Drumsound etwas straighter und feister, man könnte in manchen Momenten an eine Band wie die ganz jungen MONTROSE erinnert sein. Oder auch GRAND FUNK und meinetwegen BLACK OAK zu ihren härtesten Zeiten. Und natürlich immer und immer wieder an AEROSMITH. Abzüglich Gesang, denn den kriegt Tim Jasper natürlich nicht hin wie Hagar, Dandy oder Tyler - er shoutet trotzdem sehr ordentlich für die Möglichkeiten eines so jungen Kerls. Aber einen mit verschärften Bläsern angetriebenen Shuffle wie Hey Now machen die Goudaroller mit Leichtigkeit.

Ganz anderes Thema: Get Up. Wir ziehen die Kopfsocke auf, zünden das Ölfaß an und hüpfen sehr gangstamäßig mit dem imaginären Basketball auf und ab. Arsch vonne Hose in die Knie und die alten BEASTIE BOYS-Posen aus der Mottenkiste geholt. Auf Dauer ist solches Gerappe und Gehoppe natürlich nicht erträglich, für einen Song macht es allerbeste Laune, vor allem wenn die Gitarre so schweinisch dazwischen haut. Mehr als eine mühsam auf stimmig geschraubte Halbballade wie Streets At Night auf jeden Fall.
Wäre nicht die Punk-Attitüde, No Place To Go oder Same Colour Blue wären purer Classic Rock. Das ist recht geschickt gemacht, denn so kann man einerseits die Kids ziehen und andererseits die noch nicht ganz toten Oldies auch begeistern.

Neben mehr als einer ganzen Hand voll Abgehnummern und etlichen ordentlichen Krachern - ob alternativ oder old-fashioned - schlichen sich zum Schluß leider auch zwei überflüssige Jauler ein. Die Akustikballaden All You Can Do und Streets At Night (vorher schon elektrisch als Langweiler gekommen) sind sowieso tränig, aber mit gestimmten Gitarren und weniger schrägem Gesang wären es wenigstens nur fade Balladen.
Dafür ist das Cover recht bunt gemacht, die CD insgesamt ein musikalischer Treffer und die Band eine sympathische.
Astreiner Erstling, wenn man von den Produktionsmängeln absieht.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.03.2005

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Jewel In The Mire > Getting Away With Murder
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum