|
CD-ReviewJeffrey Gaines:Always Be |
![]() |
|
|
|
Manchmal ist das Leben als HoR-Schreiberling schon ganz schön schwer. Da flattern irgendwelche CDs durch die Gegend, ohne Label, ohne Cover, mit gar nix. Beim Durchhören der ersten Sechs bleibt recht wenig hängen, zum Teil sind sie ganz nett, aber nicht weltbewegend. Dann die CD Nummer sieben. Geht langsam los, gute Stimme, sparsame Gitarren, ein schönes Slide-Solo, eine ganz leise Orgel dahinter. Kann interessant werden, aber dann muss noch mehr passieren. Erinnert mich die Stimme an jemanden? Eigentlich nicht direkt. Ups, Track zwei. Oh ja, da tut sich mehr. Starkes Schlagzeug, die Stimme rauher. Jetzt kommt auch eine leicht verzerrte und lautere Gitarre zum Refrain. Ich wippe mit. Shake it off and shake it out. Er singt ziemlich viel Text, ist wohl Singer/Songwriter, keine feste Band. Ein bisschen Synthesizer und Ausklingen. Okay, guter Song. Und jetzt? Ich habe keine Ahnung, wer der Bursche ist. Nur ein Name, der mit viel Phantasie Jeffrey Guiny sein kann und einem Titel, der überhaupt nicht zu entziffern ist. Dies ist einem Stoß von 13. Der AMG kennt den Namen, so wie ich ihn lese, nicht, google bringt was über Politiker in Las Vegas. Mist. Aha, ein langsamer Reggae? Drums, Akustik, dann die Stimme. Oh ja, jetzt liegt mehr in ihr und mir kommt Eddie Money in den Sinn, ein wenig. Und zwar der ganz Gute. Soweit der Rückblick auf das erste Mal. Und jetzt nach dem x-ten Hören kommt beim Refrain die
Gänsehaut. "In Your Eyes" ist ein Übersong. Darum gibt es ihn auch als Live-Version (Track 12) nur mit seiner
Akustik-Begleitung. Keine Ahnung, wie viele da geklatscht und gekreischt haben, aber das haben sie sehr begeistert.
Beim zweiten Refrain singen ein paar "in Your Eyes" dagegen, als wäre es ein einstudierter Chor. Jeffrey bedankt
sich auch brav mit einem leisen "Thanks". Tolle Stimme und Ausdruckskraft!
Zurück zu den anderen Songs. Nummer Vier ist ok, etwas langweilig. Auch Fünf reisst mich nicht vom Hocker. Die Stimme und Melodie sind etwas einschläfernd. Es geht um eine zu Ende gegangene Liebe, darum. "I loved You more than I have ever loved before". Ok, versteh' ich. Eine einsame Gitarre zupft ihre Töne, spielt ihre Akkorde. Dann "The first Time ever I saw Your face" - kenn' ich doch. Jeffrey singt, als wäre es das letzte Mal, als müsste er noch einmal alle seine Gefühle in die Stimme legen. Und überzeugt mich mit dieser alten Schnulze, die schon Nana Mouskouri (auch mal griechische Kulturministerin) gesungen hat. "Fall You Fool" wird wieder etwas schneller. So der getragene U2-Rhythmus. Mit einer schönen E-Gitarre. Es geht fast nahtlos in die Nummer Acht über. Die Stimme ist lebhafter, es ist mehr Text zu singen. Aber der Refrain ist Schubiduh und auf die Dauer fast nervend. "Your town" bewegt Jeffrey mehr und dies ist seiner Stimme sofort anzuhören. Er kommt in ihre Stadt und
wäscht und kocht für sie. Respekt, ob das wohl Erlebtes ist? Es geht auf jeden Fall nicht gut, aber es macht
einen guten Song. Und dann wird es ja richtig heftig. Das erinnert an einige gute Foreigner / Lou Gramm-Nummern, leider ohne heavy guitar. Diese ist so in den Hintergrund gemischt, dass man schon gut hinhören muss, um zu erkennen, dass sie fast die ganze Zeit Solo spielt. Es ist also Absicht - schade, schade. Auch das Sax-Solo lässt mich denken, dass Foreigner hier Pate gestanden haben. Jeffrey zeigt, wie es klingt, wenn er rockt. Mehr, mehr, will ich ihm zurufen. Eine weibliche Stimme darf im Refrain mitsingen (das einzige Mal auf der ganzen CD!) - "take me back". Am Ende ein Gitarren-Feedback. Wo ist das Solo? Weggemischt? Mit "There must be a Hero in me", einem rein akustischem Song, klingt die CD aus, und lässt mich mit
zwiespältigen Gefühlen zurück.
Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 20.01.2002 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|