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| Ghost Train From Georgia, Halycon Music, 2004 |
| Dru Lombar |
Guitar, Slide Guitar, Vocals |
| Jack Corcoran |
Guitar |
| Wally Condon |
Drums |
| Steve Miller |
Bass, Background Vocals |
| Eddie Stone |
Keyboards, Background Vocals |
| Gäste: |
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| Miranda Louise |
Vocals (Duets with Dru) |
| Rick Johnson |
Keyboards |
| Hohn Davies (aka Lane Closure) |
Bass |
| Mike Hazouri |
Acoustic Guitar |
| Lee Webster, Bethany Saja, Jana Stanley & Jude Allen |
Background Vocals |
| Produziert von: Dru Lombar & Wally Condon |
Länge: 57 Min 29 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Where'd You Learn To Love Like This? | 7. Close Enough For Love |
| 2. Who's Been Cheatin' On Who | 8. Homebound |
| 3. When Two Hearts Beat As One | 9. Help Me Lord |
| 4. Ghost Train From Georgia | 10. Miss Understanding |
| 5. Holding On To Someone Letting Go | 11. Dixie Flyer |
| 6. Two Wheel Ride | |
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Für den Reviewer gibt es drei Arten von CDs. 1. Gute CDs - die sind leicht zu besprechen. 2. Schlechte CDs - die sind auch leicht, man braucht nur eine Begründung für den Verriss. Und 3. gute CDs, die aber dies, das oder jenes nicht sind oder noch hätten sein können.
"Ghost Train From Georgia" von GRINDERSWITCH ist so eine "Ja, aber..." CD. Also eine gute, tolle, erfreuliche Scheibe, die jedoch...
Für unsere jungen Leser: GRINDERSWITCH brachten vor genau 30 Jahren ihre erste LP "Honest To Goodness" auf den Markt, etablierten sich in der zweiten Liga der Seventies-Southern-Rock-Bands auf einem guten Mittelplatz, veröffentlichten einige - qualitativ durchaus wechselhafte - Platten und lösten sich 1983 mit/nach dem Ende des Southern Rock Booms sang- und klanglos auf und wurden von der Öffentlichkeit vergessen. Die kleine, treue Southern-Fangemeinde vergaß die Band natürlich nicht, es baute sich ein kleiner Kultstatus auf, Bootlegs aus den Siebzigern kamen in Umlauf und letztendlich hatte Mastermind Dru Lombar die Idee, ab Mitte der Neunziger nacheinander die Live-CD "Live Tracks" mit sehr alten Aufnahmen und die für 1978 geplante, nie veröffentlichte CD "Unfinished Business" zu releasen.
Dru Lombar ist in der heutigen Inkarnation von GRINDERSWITCH das einzige Originalmitglied. Und dies ist das erste Aber bei "Ghost Train From Georgia". Natürlich, Bassist Joe Dan Petty ist vor 4 Jahren tödlich verunglückt, aber wo ist Larry Howard, der ursprüngliche Gitarrist neben Lombar? Nicht dass Neuzugang Jack Corcoran schlecht wäre, beileibe nicht, aber...
Am Keyboard sitzt nun Eddie Stone von DOC HOLLIDAY und das ist natürlich jederzeit eine absolute Verstärkung, so stellt man sich einen gelungene Einwechslung vor.
Besonders erfreulich ist, dass sich das wiederauferstandene Halycon Label der CD annimmt und sie so für jeden auf dem deutschen Markt zugänglich macht. Aber (nicht das erste und nicht das letzte Aber), so wahnsinnige viele Interessenten dürfte diese CD außerhalb dem engsten Fan-Nukleus nicht finden. Zu lang war die Band weg vom Fenster, zu indifferent waren die Rhythm & Blues CDs der Dru Lombar Band DR. HECTOR & THE GROOVE INJECTORS und letztendlich: zu wenig spektakulär ist "Ghost Train From Georgia" ausgefallen.
Unspektakulär heißt mitnichten langweilig oder gar schlecht! Der Geisterzug macht wunderbaren Südstaatenrock, in weiten Teilen genau so wie man sich diese Musik wünscht, aber (!) es ist auch brav und teilweise recht gemächlich. Keine ausufernden Gitarrenschlachten, keine Rap-Einlagen a la Kid Rock und SKYNYRD - was immer man auch davon halten mag. Wenn sich gar zwischendurch der Gedanke an Ricky King und seine Magic Guitar einschleicht... schnell weg mit diesem Gedankenunrat, es ist natürlich NICHT Ricky King der hier zugange ist!
Diese dauernden Abers. Beim Opener Where'd You Learn To Love Like This? geht das schon los. Schöner Song, aber doch kein Starter für eine Southern Rock Scheibe. Oh ja, tolle Gitarre, Dru singt dazu ziemlich überzeugend, aber das Ding ist zu slow um einen auf Anhieb mitzureißen. Who's Been Cheatin' On Who, tolle, unter die Haut gehende Late Night Untermalung, eine Nummer die wächst und wächst, ist es jedoch eine passende #2 auf einem Album?
Erstmals wird das Pedal auf Halbgas gedrückt beim funky Groover When Two Hearts Beat As One, der zusätzlich noch von der grandiosen Miranda Louise an den Vocals aufgewertet wird.
Mit dem Titeltrack gibt's "endlich" puren Southern Rock. Gute alte GRINDERSWITCH-, MARSHALL TUCKER-, Charlie Daniels-Schule, zweistimmige Gitarren, mittleres Tempo, sehr schön, sehr beschaulich. Toll sind die Vocals, auf die Dru offenbar bei der Produktion besonderes Augenmerk gelegt hat.
Zwischen Blues (Holding On To Someone Letting Go), Ballade (Homebound, darauf wäre Herr Betts stolz!), Southern-Surf-Sound (Two Wheel Ride, on guitar Ricky, aua, nein, ich sag es nicht) und Countryrock-Swing (Miss Understanding, Dixie Flyer) schleicht sich dann auch mal ein richtiger Rocker ein. Close Enough For Love, wieder ein tolles Gesangsduett, schiebt sich richtig durch die Boxen und rein ins Ohr.
Da braucht es natürlich sofort wieder eine kleine Verschnaufpause und die kommt mit dem traumhaft schönen aber balladigen Help Me Lord. Höchst gelungen sind hier die Gitarrenfiguren, der Kenner schnalzt mit dem imaginären Plektrum, ins Radio kommt man so aber sicher nicht.
"Ghost Train From Georgia" ist keine Platte für zwischendurch. Die Qualität erschließt sich erst mit dem siebten oder zwölften Hören, sie hat eine ganze Menge Höhepunkte, grade im instrumentalen/vokalen Bereich, macht auch richtig Spaß, aber sie ist gnadenlos unzeitgemäß, in der Songreihenfolge meines Erachtens nach falsch zusammengestellt und es fehlt DER Übersong. Ich fürchte, die CD ist eher etwas für die oben angesprochenen Altfans, für die aber (!!) um so mehr!
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