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CD-Review:
Grand FunkLive Album |
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Grand Funk Railroad, benannt in Anlehnung der Eisenbahngesellschaft ihres Heimatstaates Michigan, waren ein Phänomen. Total unbekannt, spielten die drei Musiker unentgeltlich beim Atlanta Pop Festival am 5. Juli 1969 und nahmen die Zuhörerschar im Sturm. Laut und energisch, mit einer Gitarre, die Luft zu schneiden schien, mit Bass und Schlagzeug einer Dampflok ähnlicher als einer Rhythmsection wurden sie so gefeiert, dass sie für die beiden nächsten Abende zusätzlich gebucht wurden und Capitol an Ort und Stelle einen lukrativen Plattenvertrag rüberschob. Sie spielten dann innerhalb von sechs Monaten ihre ersten beiden Alben ein, die als Grundlage der Live-Sets dienten. Fast alles Eigenkompositionen (wobei mancher Einfall geschickt abgekupfert schien), die einfacher kaum noch zu machen waren. Eingängiger allerdings auch nicht. So wurde das Shea-Stadion in New York City mit seinen 55.000 Plätzen schneller ausverkauft als dies bei den Beatles der Fall war - die Alben der Band wurden meist schon zum Veröffentlichungszeitpunkt vergoldet. Für das "Live Album" beispielsweise lagen Bestellungen für 750.000 LPs und 250.000 Cassetten vor, dies stellte den Rekord für Künstler des Labels dar. Farner, Schacher und Brewer suchten und fanden eine Nische, in der sie Vorreiter für kommende Heavy Metal Bands spielten und ein Soundgewitter sondergleichen rausknüppelten. An Konkurrenz in diesem Lager gab's neben Led Zeppelin und Black Sabbath nicht viel - und diese beiden Bands hatten unter der Häme der schreibenden Zunft (speziell des Rolling Stone) genauso zu leiden wie Grand Funk. Ab 1972 gingen sie dann immer mehr zum Mainstream über, durch die Hinzunahme von Craig Frost als Keyboarder wurde der Klang aufgeweicht, die Verkaufserfolge hielten mit Hits wie "We're an american Band" an. Das hier vorliegende "Live Album" wurde im November 1970 erstmals veröffentlicht und dokumentiert die rohe Kraft der Grand Funk Auftritte während dieser Zeit, als die Band so laut spielte, wie es das Equipment zuliess. Dass dies ein Produkt im damaligen amerikanischen Spannungsfeldes zwischen Vietnam-Trauma und Hippies ist, hört man schon an den Ansagen Mark Farner's, der das Publikum davor warnt, sich irgendwas reinzuziehen, was einem umsonst zugesteckt wird. Die Darbietungen kommen roh, grobschlächtig und ungeschliffen, verzerrt und laut. Im Gegensatz zu vielen "Pseudo-Livealben" anderer, die im Studio nachbearbeitet wurden, hört man hier tatsächlich nur das, was während der Show aus dem Soundboard gezogen wurde - das Album ist ohne Overdubs oder sonstige Nachbearbeitungen ein echter Livemitschnitt. Das klang damals schon entsprechend "naturbelassen" - das 24-Bit Remaster kann da nicht mehr viel retten. Wenigstens die Durchhörbarkeit wurde merklich gesteigert. Der All Music Guide sagt zu diesem Album: "Man liebt es oder man hasst es" - ich war Ende 1970 einer, der es geliebt hat. Zumindest Seite 2 des Doppelalbums. Dass nun gerade diese beiden Songs auseinandergerissen wurden, um das Album in zeitlich korrekter Reihenfolge darzustellen, ist für mich nicht nur unverzeihlich - es ist grotesk. Denn die Songs stammen aus zwei verschiedenen Konzerten, wobei man Heartbreaker nicht eindeutig zuordnen konnte. Somit hätte man Inside looking out besser da gelassen, wo es war und Millionen erwarten, zumal dies der einzige Song ist, der "verschoben" wurde. Was soll's. Wer sich manchmal wieder in diese Zeit zurückkatapultieren will, muss diesen Megaseller einfach haben. Damit bekommt man jede Schwiegermutter innerhalb von 5 Minuten aus dem Wohnzimmer. Funktioniert garantiert, einfach den Regler weit genug nach rechts drehen. Zum Schluss noch die Anmerkung, dass der gesamte Grand Funk Katalog als 24-Bit Remaster herausgebracht wurde, jeweils mit Demos, Outtakes usw. als Bonustitel aufgefüllt.
Manni Hüther , (Impressum, Artikelliste), 12.12.2002
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