HoR Logo kl CD-Review:

Logo Flatman

Live At The Apollo Theatre

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Flatman > Live At The Apollo Theatre

Link Homepage:
Offizielle Flatman Homepage
Link Kaufen:
Just For Kicks Music
Link Kaufen:
SRA-MusicShop
Link Kaufen:
Bärchen Recods
Mehr Info:
Southern Rock Archiv (deutsch)

Unser Disclaimer
Live At The Apollo Theatre
Live At The Apollo Theatre, Eigenvertrieb, 2007
Stefan Kossmann Vocals, Guitar
Torsten Kossmann Guitar
Emil Renner Guitar
Matthias Popp Bass
Michael Schneiderbanger Drums
Sabine Kossmann & Kathrin Saalfrank Backing Vocals
Gäste:
Brandy Schäck Introduction
Produziert von: Bernd Friebe & Flatman Länge: 60 Min 52 Sek Medium: CD
1. Better You Hide8. Shot Down
2. Big Apple9. Ghost Train From Georgia
3. Edge Of Sundown10. The Revenge
4. Mama Told Me11. Sailor
5. Damn Good Band From Dixieland12. A Bottle Of Booze
6. Tuesday's Gone13. Horse In Flames
7. I Pray

Pleiten, Pech und Beinbrüche. Das waren FLATMAN in den letzten zwei Jahren. Und wie sagt Basser 'Gummi' so schön: "Wären wir eine normale Band, uns gäbe es gar nicht mehr". Southern Rocker sind aber qua Definition nicht normal, also gibt's FLATMAN weiterhin - und endlich ist auch die lange angekündigte Live-CD fertig. Aber bevor wir über diese Scheibe sprechen, noch ein paar grundsätzliche Gedanken zu den Franken.
Bekannt ist, dass die Jungs die bei weitem härteste Band des Genres in Deutschland, vielleicht sogar in ganz Europa sind. Drei Gitarren und die Stimme des Vorsängers lassen nichts anderes zu. Das polarisiert, gibt aber auch Freiraum für ansonsten heutzutage kaum mehr zu hörende Töne. Bekannt ist auch, dass FLATMAN live eine Weltmacht sein können, vorausgesetzt die Umstände passen. Dann geht die Postkutsche ab wie ein Ferrari und das Publikum schnappt in kürzester Zeit nach Luft. Aus kaum nachvollziehbaren Gründen kam der Kreativmotor aber irgendwann ins stottern und so recht wollte nichts mehr gelingen. Natürlich kann niemand verantwortlich gemacht werden, wenn böse Unfälle passieren, aber es gab auch Entscheidungen, die dem externen Beobachter seltsam erscheinen mussten. Da war die Sache mit den Bonus Tracks auf "Hell-Bent On Glory, es folgten Trennungen von ziemlich wichtigen Leuten im Umfeld, die Live-Auftritte hielten sich zahlenmäßig in engen Grenzen, plötzlich war die Homepage mit zuerst unbekanntem Ziel verzogen, dann mit neuer Adresse wieder aufgetaucht, neue Songs wurden nicht mehr gehört. Die Jungs sind doch noch jung und unverbraucht, trotzdem hatte man den wunderlichen Eindruck, dass man es mit einer dieser ganz typischen Southern Rock Bands zu tun hat, die zwar gewaltige Kanonen auffahren, aber leider nur nasses Schießpulver dabei haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Da hätte einfach mehr passieren müssen in den letzten Jahren.
Genug Schimpfe nun, es geht ja auch anders, und das kann man auf "Live At The Apollo Theatre" nachdrücklich hören.

"Live At The Apollo Theatre"? Die werden doch nicht etwa? Da wo James Brown vor 45 Jahren schon Dampf gemacht hat (New York), oder das Apollo in London? Fast. Dieses Apollo ist in Münchberg/Oberfranken, eigentlich ein Kino und Ohrenzeugen zufolge eine gute Konzert-Location. Der Sound auf "Live At The Apollo Theatre" beweist nichts Gegenteiliges (die auf einer MySpace-Seite vor einigen Monaten veröffentlichten Vorab-Auszüge waren soundtechnisch so kastriert, dass das negative Urteil von damals völlig zu revidieren ist).
Mit der leicht größenwahnsinnigen Betitelung haben die Flatmänner also schon mal den ersten Applaus verdient. Noch einen gibt's für das schön bebilderte Booklet. Und dann legen wie die CD einfach mal ein und lauschen.

Die Playlist ist nicht identisch mit der am 7.10.2006 tatsächlich gespielten Songreihenfolge, also richten wir uns nicht danach und hören zuerst die fünf Coversongs. Zwei davon kommen von MOLLY HATCHET. Big Apple lässt die Funken sehr originalgetreu und heftig fliegen, swingt fast so genial wie auf dem HATCHET-Debut 1978 und zeigt eine präzise und tighte FLATMAN-Band. Später folgt mit Sailor DER Banner Thomas/MOLLY HATCHET Übersong. 10.000 Vorschusspunkte gibt's bereits für den Mut, dieses Wunderwerk überhaupt zu covern. Die Latte liegt natürlich hoch und man wundert sich nicht, dass unsere Franken zuerst mit einigem Respekt an die Neuauflage gehen und nicht alle Gitarren so messerscharf schneiden wie beim Original, bei dem sich bekanntlich meistens zwei, oft gleich drei mörderische Soli über Jimmy Farrars Röhre türmen, aber spätestens bei den Worten "the feeling slipped right over me, I left my home and my security" gehen die Knöpfe bei den Gitarristen und beim Hörer endgültig auf und so manches Wohnzimmer wird wohl demnächst zur Luftgitarrenhalle.
Edge Of Sundown stammt von Danny Joe Browns 1981er Soloplatte. So kraftvoll hat man den Song von FLATMAN noch nicht oft gehört und Stefan Kossmann hat den Gesang vollständig im Griff. Hervorragend.
Die Hommage an Dru Lombar ist Ghost Train From Georgia von der leider endgültig letzten GRINDERSWITCH-CD gleichen Namens. Schön dargebracht, trotzdem traurig.
Im Gegensatz zu vielen FLATMAN-Konzerten gibt es diesmal nur ein Lied von LYNYRD SKYNYRD, Tuesday's Gone, der Geniestreich von Allen Collins aus dem Jahr 1973. Sehr gefühlvoll, sehr perfekt und ein feiner Auftritt der beiden Sängerinnen Sabine und Kathrin, die sich inzwischen von der Band verabschiedet haben.

Vom vergriffenen Erstling "A Bottle Of Booze" und der 2004er "Hell-Bent On Glory" sind jeweils vier Nummern auf "Live From The Apollo Theatre" vertreten.
Better You Hide gibt den Einstieg und donnert wie üblich wie eine Horde Wasserbüffel übers Gelände, Mama Told Me hat sich über die Jahre etwas abgenützt, dafür funktioniert der zusammengeklaute Country-Hoppler Damn Good Band From Dixieland immer noch als Tanzmucke für Hutträger/innen und zeigt etliche ganz dezidiert ausgetüftelte Gitarrensoli.
Bei Kapellen wie FLATMAN ist viel zu oft nur von der Gitarrenfront die Rede, deshalb hier ausdrücklich ein Lob an Mimmi und Gummi, das Rückgrat der Band. Die beiden dürften den größten Entwicklungssprung in den letzten Jahren gemacht haben und swingen und grooven heute besser als je zuvor. Man hört das speziell in den (wenigen) Passagen ohne Gitarrenfeuerwerk bzw. wenn Torsten Kossmann gerade zu einem Soloausflug ansetzt und Bruder Stefan und Emil Renner mit dem Rhythmus beschäftigt sind. Oder in relativ simplen Geradeausnummern wie Shot Down, die ohne diesen Groove tot wären.
Fett und wunderbar druckvoll kommt The Revenge, im Unterschied zur Studiofassung hier natürlich ohne Keyboards, dafür mit giftigen Gitarren und Stefan K. in Hochform.

"Live At The Apollo Theatre" stellt drei Dinge dar. Den Abschluss einer turbulenten Zeit mit ein paar Wirrnissen zu viel, einen Neuanfang (zwar in gleicher Besetzung, aber mit offenbar frischer Lust und Laune) und eine tolle Live-CD.
Wie sagt man es dem Kinde? Lieber Stefan, Du bist viel zu gut und wichtig für uns Southern Rocker, als dass man auf einen wie Dich verzichten könnte. Also keep the fire burnin', aber halt die Pfoten von der Flamme weg. Danke.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 18.09.2007

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Flatman > Live At The Apollo Theatre

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum