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CD-Review:
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Ungeduldige scrollen bitte bis zur Markierung nach unten Ja, Männer, Frauen und sonstige Herumtreiber, es ist mal wieder soweit. Die Frage nach Ernst, Sinn und Relativitätstheorie stellt sich uns. Wer sich nun fragt, dem sei gesagt: Der Absatz da oben ist vollkommen unernst gemeint und auch ansonsten relativ sinnlos. Das ist meine Gesinnung, ganz im Ernst. Doch wer will schon seinen Finger in den Ernst stecken? Wir wissen ja nicht, wo der Ernst vorher war. FATHER MURPHY singen schließlich auch "Clean your dirty hands, girl" in Three Musicians Getting Unknown, wo doch die CD "Six Musicians Getting Unknown" heißt. Manchmal ist das Leben verwirrend. Die Biographie von Father Murphy, also dem Namensgeber der Band FATHER MURPHY, ist bewegend und erschütternd und soll an dieser Stelle nicht erzählt werden. Wir wollen unsere Leser nicht unnötig in tiefste Depressionen treiben. Nur so viel: Seine beiden Kinder, Freddie und Chiara Lee, haben sich nach vielen vielen Jahren 2002 in Venedig endlich wieder getroffen und zu Ehren ihres Erzeugers und auf Betreiben des Vikars Vittorio Demarin die Band gegründet. Die schöne Chiara Lee ist für den Wohlklang an den Tasten- und Knöpfcheninstrumenten zuständig, Freddie zupft die Gitarre und Vittorio betätigt unter anderem das Tamburin. Liebe Freunde des leicht Andersartigen, lasst Euch doch mal was gesagt sein. Bloß weil eine Band kein THE im Vornamen hat und weil sie in Italien ansässig ist, braucht Ihr noch lange nicht das Nässchen rümpfen (ich seh das alles ganz genau, der kleine Dicke da links vorne, der immer vom Büro aus surft, hat nen Pickel auf dem Zinken und die blonde Tussi sollte mal zum Chirurgen mit ihrem schiefen Gimbel, so kriegt die doch nie einen ab). Markierung FATHER MURPHY klingen manchmal mehr nach THE als so manche The-Band der Moderne. Zum Beispiel klingen sie nach THE BEATLES oder THE KINKS. Von den einen haben sie die Melodieseligkeit, von den anderen den herrlichen Witz und Zynismus. Dann haben sie aber wieder den avantgardistischen Anspruch eines David Byrne, allerdings ohne die Ernsthaftigkeit seiner TALKING HEADS. Oder hört man zuweilen die minimalistische Punk-Attitüde von Bands wie David Thomas' PERE UBU, jedoch gänzlich ohne den zerstörerischen Proto-Industrial Touch? Und so "geheimnisvoll" wie DEVO sind FATHER MURPHY allemal. Oder etwa nicht? THE B-52's waren übrigens auch eine geile Popband. "Six Musicians Getting Unknown" ist eine der bekömmlichsten Indie-Pop Schräg-Bands der letzten Jahre und -zehnte. Abgefahren, voll mit absurd lustigen bis lustig absurden Einfällen, radikal noisig, extrem kuschelig und bisweilen zu 100% radiokompatibel, seeehr sexy und nichts für sture (Musik-) Heteros, megatrendy und superretro. Schlicht: Volltreffer. Markierung Ende All mein Gesabber hat eh keinen Sinn. Schaut Euch FATHER MURPHY doch gefälligst demnächst selbst an und habt Spaß: Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 16.06.2006
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