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Torn
Torn, Steamhammer/SPV, 2008
Tom S. Englund Vocals, Guitars
Henrik Danhage Guitars
Jari Kainulainen Bass
Rikard Zander Keyboards
Jonas Ekdahl Drums
Länge: 53 Min 42 Sek Medium: CD
1. Broken Wings7. Numb
2. Soaked8. Torn
3. Fear9. Nothing Is Erased
4. When Kingdoms Fall10. Still Walk Alone
5. In Confidence11. These Scars
6. Fail

Wow! Das ist ein mächtiger Brocken, der da aus Skandinavien in die weite Welt rollt. Mächtig, kompakt, druckvoll rumpelt und schiebt sich "Torn" - EVERGREYs neustes Werk - durch die Membranen. Scheinbar wie ein wildes Tier kurz vorm Ausbruch lauern die 11 Tracks darauf, alles niederzuwalzen, was ihnen im Wege steht. Vergessen ist die experimentelle Ausrichtung des Vorgängers "Monday Morning Apocalypse" - hier gilt nur straight nach vorne mit der Gewalt einer Dampframme.
Tiefergestimmte Gitarren lassen im Zusammenspiel mit Jari Kainulainens' treibendem und drückendem Bass keinen Handlungsspielraum für Rikard Zanders' Tastenabteilung. Wo sich die Keyboardklänge zart ihren Weg aus dem Soundgerüst suchen, werden sie schnell und gnadenlos von Jonas Ekdahl und seinem brachialen Trommelfeuer niedergewalzt. Hier wird nicht schön geredet, hier wird schweißtreibend Tacheles produziert.

Bei allem Druck und Dampf bleibt trotzdem Platz für Hymnen, die im Ohr hängen bleiben und die Nackenmuskulatur noch länger beschäftigen. Und Mastermind Tom S. Englund und seine Besatzung schaffen es, den Songs trotz aller Wucht auch einen Hauch von Leichtigkeit zu verpassen. Ob es am entspannten Entstehungsprozess lag, der dieser Produktion auf die Beine half? Mr. Mastermind zumindest vergleicht die Produktion von "Torn" mit der vom Debüt "The Dark Discovery" aus 1998, als man ohne Rücksicht auf kalkulierte Songs genau die Musik machte, die man machen wollte. "Back to the roots" so das Motto. Soll heißen: Wer sich mit dem bereits angesprochenen Vorgänger schwer tat, wird hier wieder die volle EVERGREY-Bedienung bekommen!
Auch das Cover-Artwork wurde bewusst gewählt, soll es doch einen Engel mit gebrochenen Flügeln darstellen, sinnbildlich für die seelische Verwundbarkeit der Menschheit. Genauso fräst sich dann auch die Musik in die Gehörgänge. Atmosphärisch, aggressiv, pumpend, packend, vernichtend, beruhigend, aufbauend und niederschmetternd. Metallerherz, was willst Du mehr?
Was allerdings negativ und nervend auffällt sind die teilweise recht ruppigen Übergänge zwischen den einzelnen Liedern, oder - noch schlimmer - die Ausblendungen, die man hier und da anbringt. Das darf nicht sein!

Nach sechs Studioalben, einer Live-CD/DVD und dem Wechsel zum Label Steamhammer/SPV dürfte dies ein weiterer Schritt auf dem Weg nach oben sein.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 16.09.2008

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