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| Eric Sardinas And Big Motor, Favored Nations, 2008 |
| Eric Sardinas |
Vocals, Guitars & Dobro |
| Levell Price |
Bass & Backing Vocals |
| Patrick Cacchia |
Drums, Percussion & Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Stacy Michelle Plunk & Gia Ciambotti |
Backing Vocals |
| Dave Schulz |
Piano & Organ |
| Produziert von: Matt Gruber |
Länge: 48 Min 07 Sek |
Medium: CD |
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| 1. All I Need | 7. Just Like That |
| 2. Ride | 8. Burning Love |
| 3. Find My Heart | 9. Wonderin' Blues |
| 4. Gone To Memphis | 10. Door To Diamonds |
| 5. It's Nothin' New | 11. As The Crow Flies |
| 6. This Time | |
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Neulich vor 5 Jahren fragte ich: "Vielleicht erleben wir irgendwann auch noch ein Sardinas-Quartett? Ein schönes Piano oder eine Hammond würde den Songs unter Umständen einen gewissen Ohrwurmeffekt verpassen." Die Antwort ist: "Eric Sardinas And Big Motor"! Und nicht nur Piano und Orgel hat Sausefinger Eric ins Studio gerollt, nein, sogar zwei Nachtigallen zwitschern vergnüglich Gone To Memphis und andere Hinweise auf einen massiven Reifungsprozess des schönen Gitarrenmonsters.
Nun ist auch klar, warum es mit einer neuen CD so lange gedauert hat: Herr Sardinas war auf einem Selbstfindungstrip. Gefunden hat er nicht irgendeinen Guru, sondern den Ausweg aus der Bredouille. Obwohl, man darf es nicht unterschätzen, er schon auf "Black Pearls" differenziertere Töne anschlug als noch bei seinen beiden ersten CDs "Treat Me Right" und "Devil's Train", letztendlich hatte er sich den Ruf des unverbesserlichen 12.000-Noten-pro-Sekunde-Dobro-Wizard erarbeitet - und damit bei vielen Liebhabern harter Bluesmusik für Müdigkeit gesorgt. Aber jetzt ist (fast) alles anders, im Jahr 2008 haben wir nicht nur ein Rauchverbot in der Kneipe, wir haben auch einen Eric Sardinas, der ohne Wenn und Aber den Song über die Artistik stellt. Watch out!
Wenn Eric Sardinas in der Vergangenheit Songs gecovert hat, bediente er sich vorzugsweise bei einschlägigen Blues-Heroen wie John Lee Hooker, Willie Dixon oder Elmore James. Inzwischen wagt er sich an ein Kleinod wie As The Crow Flies von Tony Joe White (LP "The Train I'm On", 1971) und gar an Burning Love, das seit 1972 zwar tausendfach nachgespielt wurde, aber in 99% aller Fälle zu einer albernen Bierzeltnummer verkam. Dabei brannte in Elvis damals wirklich etwas, unter anderem wohl die kaputte Liebe zur bezaubernden Priscilla, was den Songwriter Dennis Linde offenbar zu diesem Lied motiviert hat. Sardinas ist nun möglicherweise der erste Künstler, der den wahren Soul in Burning Love erkannt und umgesetzt hat, obwohl er das Tempo gegenüber der Presley-Aufführung auf "Aloha From Hawaii Via Satellite" (grandioses Livealbum von 1973) nochmals gesteigert hat. Jeder weiß, wie schnell man solche Denkmäler der Musikgeschichte demolieren kann, Sardinas geht glücklicherweise maximal pfleglich mit den Pretiosen um.
Die neuen eigenen Songs sind zum größten Teil ähnlich durchdacht konzipiert, nur selten findet man sich plötzlich im "Normal-Blues"-Klischee wieder. Herausgekommen sind melodische Rocker wie Ride, das mit den beiden Sängerinnen und einer zurückhaltenden Tastenbegleitung mehr an Detroit-Soul als an Brachialboogie erinnert, oder Find My Heart, dessen Solo man als Reminiszenz an den kreativen Johnny Winter des Jahres 1974 ("Saints & Sinners"; bis heute sein wohl am meisten ignoriertes Werk) verstehen darf. Ein weiterer Ohrwurm ist Gone To Memphis, wieder mit einer großen Schippe Gospel und Soul.
Wie perfekt Boogie und Piano zusammenpassen, kann man bei It's Nothin' New bewundern. Titel und das dazwischen gespielte Elmore James/Robert Johnson-Zitat persiflieren augenzwinkernd die Gestaltungsproblematik dieser 100 Jahre alten Musik.
Den Vogel schießt die Band - es ist wirklich eine Band und kein Alleinunterhalter am Werk - mit Just Like That ab. Wieder ganz nah an Johnny Winter dran, aber mit ein paar Breaks, die einen zwangsläufig auf die Knie zwingen. Tolle Show vom neuen Drummer Patrick Cacchia.
"Eric Sardinas And Big Motor" ist eine Glanzleistung, weitab von früheren Hysterieanfällen und kreischenden Dobro-Orgien. Sardinas' Boogiefeeling ist allerdings geblieben, er lenkt es nur in ohrenfreundliche Bahnen. Wenn die Konzerte auch so beschwingt geraten, wird unser Held sich ein neues und viel größeres Publikum erspielen.
02.04.2008, Roth, Kulturfabrik
03.04., München, Metropolis
05.04., Berlin, Wild At Heart
07.04., Erfurt, Museumskeller
08.04., Neukirchen, Sägewerk
09.04., Bonn, WDR Rockpalast
10.04., Bensheim, Musiktheater Rex
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