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| Soul Of A Man, SPV, 2006 |
| Eric Burdon |
Vocals |
| Carl Carlton |
Guitars |
| Johnny Lee Schell |
Guitars, Cig-Fiddle, Background Vocals |
| Reggie McBride |
Bass |
| Michael Thompson |
Hammond Organ, Piano |
| Tony Braunagel |
Drums |
| Ivan Neville |
Clavinet, Background Vocals |
| Melodye Perry |
Background Vocals |
| Lenny Castro |
Percussion, Tambourine, Shakers |
| Mike Finnigan |
Hammond Organ, Piano, Wurlitzer, Background Vocals |
| Joe Sublett |
Saxophone |
| Les Lovitt |
Trumpet, Flugelhorn |
| Nick Lane |
Trombone |
| Rod Piazza |
Harmonica |
| Jon Cleary |
Piano |
| James 'Hutch' Hutchinson |
Bass |
| Al Blake |
Harmonica |
| Produziert von: Tony Braunagel |
Länge: 60 Min 52 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Soul Of A Man [Blind Willie Johnson] | 8. GTO [David Munyon] |
| 2. Kingsize Jones [Jimmy Wood & J.J. Holiday] | 9. Forty Four [Chester Burnett] |
| 3. Red Cross Store [Fred McDowell] | 10. Slow Moving Train [John Keller & Tonio K.] |
| 4. Como Se Llama Mama [Gregg Sutton & John Heron] | 11. Don't Ever Let Nobody Drag Your Spirit Down [Eric Bibb & Charlotte Hoglund] |
| 5. Forty Days And Forty Nights [Bernhard Roth] | 12. Devil Run [John Bundrick] |
| 6. Feeling Blue [Eric Bibb & F. Boström] | 13. I Don't Mind [John Bundrick] |
| 7. Never Give Up Blues [David Munyon] | 14. Circuit Rider [David Raven, Billy Watts, Taras Prodaniuk & Pete Anderson] |
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Warum Eric Burdon seine Band, die ja seit Jahren wieder als THE ANIMALS firmierte, im November 2005 aufgelöst hat, bleibt b.a.w. sein Geheimnis. Auf der Webseite seines ehemaligen Keyboarders Martin Gerschwitz (www.allesklarmusic.com) kann man eine gewisse Verwunderung und Bitterkeit darüber erahnen. Gerschwitz selbst ist derweil bei den Fossilen IRON BUTTERFLY untergekommen.
Ein wenig rätselhaft ist auch, warum ausgerechnet zu dieser CD eine neue Band sein musste, denn "Soul Of A Man" ist nicht gerade ein kreativer Bocksprung, es ist ein Album mit Coversongs. Um die Ratlosigkeit komplett zu machen, wird die nächste Tourband wiederum mit größtenteils anderen, und sehr prominenten Namen besetzt sein...
Eines hat Burdon auf jeden Fall geschafft: Er hat sich echte Könner ins die Studio geholt.
Das Konzept, sich bei Songs anderer, speziell mehr oder weniger bekannter Blueser zu bedienen, scheint grundsätzlich fragwürdig. Bei vielen Künstlern wird so das songwriterische Burn-Out Syndrom mit dem Mäntelchen "Tribute to..." und den Worten "ich wollte schon immer eine Platte mit diesen Songs aufnehmen, schließlich haben sie mich in den letzten 57 Jahren begleitet" kaschiert und natürlich auch gerne die kommerzielle Zugkraft mancher Nummern in Kauf genommen. Sollte Burdon auf diese Karte gesetzt haben, hat er es geschickt gemacht, respektive explizit ungeschickt - je nach Betrachtungsweise, wer kennt schon Kingsize Jones von den IMPERIAL CROWNS (deren Jimmie Wood sich im übrigen nicht Jimmy schreibt, wie im Cover angegeben) oder das bewegende Slow Train Moving von Tonio K.. Und ob ein Liedchen wie Feeling Blue vom Blue-Eyed-Blues-Crooner Eric Bibb zum Hit mutiert, bleibt ebenfalls zweifelhaft. Da kann Burdon noch so sehr auf der Joe Cocker-macht-Hausfrauen-im-Fahrstuhl-glücklich Schiene reiten. Außerdem gelingt es ihm nicht, seine Stimme ist einfach zu originär und unzähmbar, als dass ihr ein Weichspüler Böses tun könnte.
Apropos Stimme. Ja, er kann es noch immer, in einigen Momenten sogar auf dem Niveau ganz früher Jahre.
Bis auf die genannte Bibb'sche Ausnahme geht Burdon also nicht auf Nummer Sicher. Allerdings hätte ich mir ein klein wenig mehr Input von Leuten wie Carl Carlton oder Johnny Lee Schell gewünscht. Letzterer veredelte in den vergangenen 30 Jahren immerhin unzählige Aufnahmen von u.a. Bonnie Raitt, Ian McLagan, John Fogerty, Ron Wood, Sass Jordan oder (sic) Joe Cocker. Über Carl Carlton braucht man im Home of Rock sowieso nicht mehr gesondert zu sprechen, der ist everybody's darling. Natürlich blitzen die Fähigkeiten der beiden ständig auf, in den Groove-Songs wie dem Titeltrack und den funkigen Nummern sowieso, aber den einen oder anderen ungehemmten "Ausbruch" hätte man sich noch gewünscht. Mehr Feuer verbreiten die partiell eingesetzten Bläsersätze und vor allem die punktgenauen Backing Vocals von Melodye Perry. Aber was soll man nörgeln, schließlich ist es eine Sänger-Platte und kein Gitarrenschlachten-Output. Den meisten Songs bleibt in jedem Fall mehr als ausreichend Power, um ein Gutteil anderer zeitgenössischer Blues-LPs locker zu schlagen.
Der Einstieg mit Soul Of A Man und Kingsize Jones rechtfertigt die Anschaffung der CD. Das kocht - ein ganz heißer Sumpf-Eintopf. Red Cross Store von Fred McDowell rockt und stampft und Come Se Llama Mama ist das Highlight der CD. Da passt wirklich alles, von der Gitarre über die Percussions und den Gesang (der Mittelteil von Melodye ist ganz schön anmachend) bis zu den messerscharfen Bläsern.
Vier echte Brecher am Anfang, danach wird es etwas dezenter, allerdings keineswegs langweilig. Burdon singt überaus überzeugend Never Give Up Blues und man glaubt ihm, man muss es ihm glauben, jedes einzelne Wort. Das und GTO stammen von David Munyon, den zwar kaum jemand kennt, der aber wohl einer der besten Singer/Songwriter der letzten Jahrzehnte ist (schade, dass Glitterhouse Records so wenig Promo für ihre eigenen Acts machen).
Ein weiterer Höhepunkt dann mit Devil Run von John "Rabbit" Bundrick, den man von FREE, den WHO und (hoffentlich) vielen anderen Platten kennt. Den Ursprung der Nummer, nämlich die 74er LP "Dark Saloon", werden nicht besonders viele im Schrank haben.
Burdon ist in der Tat gehörig auf Suche gegangen bei der Auswahl für dieses Album und hat uns abgestandene Massenware erspart. Insofern ist die Aussage der Plattenfirma "Auf 'Soul Of A Man' widmet sich Burdon mehr als einem Dutzend abwechslungsreicher Klassiker der Blues-Historie..." natürlich kompletter Humbug (der von diversen Publikationen unreflektiert übernommen wurde). Der Texter solcher Verrenkungen kann mit Sicherheit nicht einmal die Namen der Songwriter in einen anständigen Zusammenhang bringen. So ist beispielsweise der Rausschmeißer Circuit Rider komplett unbekannt, nur wer sucht und kombiniert wird feststellen, dass die Urheber dieses flockigen Stompers über Umwege und über viele Jahre verstreut wiederum mit Leuten wie Tonio K. oder Dwight Yoakam in Verbindung zu bringen sind. Klassiker... pah! Geile Songs allerdings allemal.
So, jetzt haben wir über Kreativität und ihr Fehlen geredet, über gute Musiker, entlassene Bands und "Studiosklaven", über vorzügliche Songs ohne Klassikerstatus und über einen großen Sänger. Der hat einmal mehr eine sehr gute Platte gemacht. Und zwar eine, die ihre Vorgänger überragt. Die neue Band hat sich in gewisser Weise ausgezahlt und jetzt warten wir auf die kommende Tour, da sitzt nämlich die Groovemaschine Wally Ingram (s.a. David Lindley) hinterm Schlagzeug.
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