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Eric Andersen:

Blue River

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Homepage:
www.ericandersen.com
Bezug:
www.glitterhouse.de
Bezug und Anhören:
www.amazon.de
Mehr Info:
www.allmusic.com
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Cover Blue River
Blue River, CBS, 1973
Eric Andersen Vocal, Acoustic Guitar, Piano, Background Vocals, Harmonicas
Diverse MusikerInnen diverse Instrumente und Gesang
Produzent: Norbert Putnam, Quadrafonic Studios, Nashville Länge: circa 38 Min Medium: LP
1. Is it really Love at all6. Florentine
2. Pearl's Gootdime Blues7. Sheila
3. Wind and Sand8. More often than not
4. Faithful9. Round the Band
5. Blue River
Alle Lieder von Eric Andersen, ausser: "More often than not" mit David Wiffen

Der Innenhülle meiner italienischen Pressung entnehme ich den folgenden Text, nicht übersetzt, sondern interpretiert:

Ein Folksänger namens Eric Andersen
Traurig und unschuldig und vielleicht zu versponnen, ist E.A. einer jener Folksänger, die Anfang der '60er in Greenwich Village lebten. Zu seiner Generation gehören u.a. Bob Dylan, Phil Ochs, Lovvin' Spoonful, Tim Hardin. Es war keine Zeit des Geldverdienens, aber er trat viel auf und war's zufrieden im "Gaslight" und "Gerdes Kitchen". Er war einer der ersten Folksänger, die für sich selbst schrieben und nur die eigenen Lieder sangen und nicht die der anderen nachspielten.
Es war Judy Collins, die mit seinem "Thirsty Boots", seine Karriere als Singer/Songwriter startete. Andere sangen seine Lieder, am schönsten und bekanntesten war "Violets of Dawn" interpretiert von den "Robbs" und dem legendären "Blues Project", aber seine traurige und zarte Version bleibt ein Meisterstück unter den romantischen, süßen und melodiösen Balladen.
Mit seinem Folk hat er nicht soviel Glück gehabt, wie andere der Szene und blieb weitgehend unbekannt. Aber über sein Talent lässt sich nicht streiten, was auch die Tatsache, dass Brian Epstein kurz vor seinem Tod an E.A. interessiert war, um ihn zu produzieren, unterstreicht, auch wenn nichts daraus wurde.
Er war schon fast vergessen, bis er mit diesem wunderbaren Album wieder auftauchte. "Blue River" bedeutet die Rückkehr des talentierten, aber leider glücklosen Sängers. Begleitet von einige Freunden wie David Briggs, Joni Mitchell, David Bromberg, Kenneth Buttry, präsentiert uns E.A. seine letzten vier Jahre der Meditation, Frucht der tief empfundenen Seelenqual. Bewundern wir diesen Mann, der es geschafft hat, zu sich selbst zu finden und zurück zu Wohlklang, neuer Süße und unvergleichbarer Frische, die nur echte Talente bieten.

Oft lügen Klappentexte das Blaue vom Himmel herunter, nur um ein Produkt an Mann und Frau zu bringen.
In diesem Fall ist es kein Wort zu viel und nichts ist übertrieben. Ich habe absichtlich den überaus blumigen Stil des italienischen Verfassers ein wenig nachempfunden, und ein wenig angepasst. "Blue River" ist ein Meilenstein, was melodiöse, ruhige Musik angeht. Für manche sicher zu süß, für andere einfach langweilig.
Ich bin schon lange kein Missionar mehr, was meine Lieblingsplatten angeht, aber es freut mich schon sehr, wenn heute Freunde diese Platte entdecken (z.B. als remasterte CD mit Bonustracks, die ich leider nicht bekommen konnte) und ihr Votum in nichts von meinem abweicht. Lange Jahre war sie nirgends zu haben, erst durch die heutigen, geringen Kosten der CD-Produktion taucht auch dieser Schatz wieder aus dem Vergessen auf. CBS D-land hat es nie für nötig gehalten, "Blue River" auf dem deutschen Markt zu promoten, wenigsten wurde sie von der italienischen Tochter gepresst und über den Import kamen so einige Exemplare zu uns.

Auch E.A.s Kompositionen basieren auf den Standardharmonien, ragen aber durch den Interpreten aus der Masse heraus. Das Spiel auf der Akustikgitarre ist famos und seine weiche, sichere Stimme bezaubert. "Is it really Love at all", "Wind and Sand", "Faithful", "Blue River" und "Round the Bend" zählen zur ganz langsamen Sorte, während "Florentine", "Sheila", "More often than not" etwas mehr Rhythmus zeigen und "Pearl's Goodtime Blues" für E.A. richtig schnell ist.

"Sheila" ist am besten geeignet, auf der Gitarre nachgespielt zu werden, der Text ist verständlich, auch wenn mir der Sinn letztendlich verschlossen bleibt. (Ohne Texte bleibt es halt immer schwer.) Heroin spielt auf jeden Fall eine Rolle ("... one last shot, ..." -" I cannot go no higher" - "... my head ist all on fire ...") in diesem traurigen Lied.

"Blue River" ist, von wenigen Arrangements abgesehen, zeitlos schöne Musik, deren Ursprünge zwar im Folk liegen, aber es ist beileibe keine Folkalbum. Wer diese Art Musik liebt, "Blue River" nicht kennt und die Gelegenheit zum Anhören bekommt, sollte diese unbedingt nützen. Er/sie könnte etwas versäumen.

Werner Saumweber (Impressum, Artikelliste), 24.02.2001

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