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| Be True to You, Arista, 1975 |
| Eric Andersen | Akustik, 12-saitige, Fender Rhodes |
| diverse Musiker | an diversen Instrumenten |
| Produzent: Tom Sellers |
Länge: 49 Min 48 Sek |
Medium: LP |
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| 1. Moonchild River Song (3:45) | 6. Liza, light the Candle (4:43) |
| 2. Be true to You (4:05) | 7. Woman, she was gentle (4:57) |
| 3. Wild Crow Blues (3:02) | 8. Can't get You out of my Life (3:00) |
| 4. Ol'55 (3:19) | 9. The Blues keep fallin' like the Rain (5:49) |
| 5. Time run like a Freight Train (8:35) | 10. Love is just a Game (3:40) |
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Seit 1975 steht das Album in meinem Regal. Von Zeit zu Zeit kommt es, zusammen mit seinen Geschwistern an die
Reihe und darf auf den Plattenteller. "Be true to You" ist der Nachfolger von "Blue River" (siehe dort). Um es vorweg
zu sagen, dessen Klasse erreicht es nicht.
Die Lieder tragen als Jahreszahlen 1971 bis 1975, drei sind aus den Jahren vor "Blue River", das 1973 erschien.
Was bei "Be true to You" schnell auffällt, ist die sehr deutlich zu hörende Begleitung durch das Orchester,
vor allem die Streicher, das Piano und die weiblichen Begleitstimmen, die zusammen die Musik schon sehr schnulzig
machen. E.A.s Akustik-Gitarre ist nur selten zu hören. Gerade mal ein bisschen bei "Moonchild River Song" (im
Stil von "Blue River"), bei "Be true to You" schmelzen die Streicher, bei "Wild Crow Blues", einem schnelleren
Stück führen eine E-Gitarre und das Piano.
Bei Ol' 55 wiederum leitet das Piano ein, die Pedal-Steel schwebt über der Stimme, das Ganze in einem
langsamen 2/4 Takt. Wer's nicht weiß: Der Song stammt aus Tom Waits Feder und ist recht bekannt, von vielen
interpretiert.
"Time run like a Freight Train" wird von der etwas leisen Akustik begleitet, leider auch hier wieder zu viel
(weibliche) Begleitstimmen im "Las Vegas Stil". Mit 8 Minuten, 35 Sekunden wird es wohl das längste Lied sein,
das E.A. bis dahin eingespielt hat. Bei dieser Länge kann es unmöglich bei der Gitarrenbegleitung bleiben.
Die Celli kommen hinzu, dann dezent eine Oboe, aber es bleibt im Rahmen und damit eine sehr schöne Ballade.
Seite Zwei eröffnet "Liza, light the Candle". E-Gitarre, Pedal-Steel und sehr leise die Akustik begleiten,
stellenweise ist ein Glockenspiel zu hören, auch Streicher und Orgel. Wir hören ein sanftes E-Gitarrensolo
in der Mitte eines schönes, zarten Lieds.
Langsam wird es bei "Woman she was gentle", zur Akustik gesellt sich das Piano und es entwickelt sich eine
etwas traurige, aber sehr schöne Ballade.
Was sich dann von "Can't get You out of my Life" nicht mehr sagen läßt. Als "langsamen Tom Jomes"
möchte ich dies mal bezeichnen, dann kann sich sicher jeder was vorstellen (was auch immmer).
Überflüssig, um nicht zu sagen, schwach. Da hat sich Tom Sellers, der Produzent so richtig ausgetobt.
Ein leicht jazziges Saxophon spielt bei "The Blues keep ....", einem Jazz-angehauchten Blues, gegen E.A.s Gesang.
Die Atmosphäre ist schön, so ein bisschen Pianobar.
Zum Finale treten dann wieder die Streicher an, auch die Oboe ist dabei und die Musik driftet ins Banale ab.
Schade.
Fazit: "Be true to You" ist kein schlechtes Album. Ich denke, neues Label (nach drei Jahren Pause), neuer Produzent
(Norbert Putnam war es bei "Blue River") tragen gehörig Mitschuld daran oder sind die Hauptschuldigen, dass es
nicht besser geworden ist. Oder Eric Andersen wollte aus der Folkecke heraus, wollte durch mehr Kommerz den Erfolg
erzwingen. Ob es einer geworden ist, habe ich nie erfahren. Ich kann es mir nur sehr schwer vorstellen.
Aber: Selbst ein etwas schlechterer Eric Andersen schlägt die meisten Konkurrenten aus dem Feld, seine
kompositorischen und gesanglichen Fähigkeiten sind einfach zu gut.
Werner Saumweber (Impressum, Artikelliste), 3. März 2001
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