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| Behind Enemy Lines, Locomotive Records, 2005 |
| Ricki |
Vocals |
| Marco |
Drums |
| Simon |
Guitars |
| Andreas |
Guitars |
| Bevis |
Bass |
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Länge: 43 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Powertrain | 7. Superstar |
| 2. Enemy | 8. Glam Star Cabaret |
| 3. Mainstream King | 9. Back With The Bullets |
| 4. Sliced And Diced | 10. Hello Hell |
| 5. Nasty Idols | 11. Rock'n'Roll School |
| 6. Elvis In Brooklyn | |
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Es ist wieder mal Jagdzeit. Frei zum Abschuss sind sämtliche Kapellen mit den Schlagworten "Glam", "Kick ass", "Street Rock" und "Metal" in der - zumeist ausgesprochen kurzen - Biographie. Und die Plattenfirmen ballern sie alle alle weg wie fußlahme Hasen auf dem Feld.
Irgend ein A&R irgend einer Plattenfirma hat ins Horn geblasen und seitdem signen sie alles was nur halbwegs eine Gitarre von einem Klavier unterscheiden und sich Tattoos auf den Arm und Bandanas um den Schädel drapieren kann. Ich möchte ja nicht wissen, wie viele von den Tätowierungen dieser ganzen neuen wilden Superrocker Rubbelbildchen aus dem Kinderüberraschungsei sind. Dem Zyklus folgend, werden diese Bands in den nächsten zwei Jahren mittelmäßigen Wirbel entfachen, sich dann zerstreiten, umbesetzen, auflösen und zwischendurch aus dem Plattenvertrag entlassen. Und ca. Mitte 2007 werden wir eine brandneue Welle erleben, die vermutlich Neo-Grunge genannt wird. Nach der passenden Besetzung für Cobain Jr. wird mutmaßlich momentan fieberhaft gefahndet.
Glam Metal Neuentdeckung im Spätsommer 2005 sind die schwedischen Kleinstädter ENEMIES SWE. Gibt es seit 4 Jahren, haben sich bisher auf einigen Singles verewigt, wollen böse böse böse und wild klingen, scheppern wie ein kaputter 78er Camaro (in Fachkreisen auch Schlampenschlepper genannt) und erfüllen laut Presseinfo "fast sämtliche Klischees einer Rock Band". Äh, ja, tun sie das? Üben also viermal die Woche und proben neue Songs ein, kämpfen mit verkommenen Clubbesitzern um ein paar schlecht bezahlte Gigs, buckeln tagsüber um abends mit den Kollegen noch an ein paar Harmonien zu feilen oder den Bandbus aufzurüsten und sparen sich die Kohle fürs teure Studio vom Mund ab um eine vernünftige Scheibe an den Start zu bringen? Fein, Jungs, dann geht's euch wie all den anderen Bands da draußen und ihr erfüllt in der Tat fast sämtliche Klischees.
Oder versteht der naive Schreiberling da etwas falsch? Ist etwa gemeint, dass mal wieder eine minderbegabte Krawallkapelle auf die Carrera-Rennbahn-Überholspur gesetzt wird und von 0 auf Doppellooping in 2 ½ Metern beschleunigt wird? Werden mal wieder ein paar kleine Jungs auf Streetgang getrimmt und mit Bier, Koks, Blondinen und nem Job als Vorgruppe einer halbvergammelten Band aus den Achtzigern versorgt?
Nun ja, ob sich die Plattenfirma der elchländischen ENEMIES das Koks leisten kann (für einen ordentlichen Abdruck der Songtitel auf der Promo-CD hat es jedenfalls nicht gereicht, da stehen Songtitel einer anderen Band drauf)? Und ob die Blondinen heute immer noch so willig sind wie 1987? Das Bier und die Tour mit den vergessenen Superstars von irgendwann sollten sie aber hinkriegen. 14 Tage Nullpension in schmierigen Hotels mit Dusche und Burger an Autobahnraststätten und Bühnen, die vor Betreten erst gefegt werden müssen, damit man nicht in den Dreck der letzten 7 Monate steigt. Licht? Soundcheck? Sorry, bei der nächsten Tour vielleicht.
Andererseits klingen die fünf Burschen durchaus so, als ob ihnen das nichts ausmachen würde. Sleazepunk knattert aus den Boxen und das nicht mal übel. Gut, der Sänger klingt wie ein erkälteter Zodiac Mindwarp mit Axl R.-Syndrom, die Gitarren hat man schon peppiger gehört und das Schlagzeug holterdipoltert manchmal arg einfach die Treppe runter. Allerdings ist "Behind Enemy Lines" ansprechend produziert und sorgt für mächtig viel Druck.
Wenn noch irgendwer auf GUNS N' ROSES aus der Frühphase steht und seine ollen SEX PISTOLS Platten noch nicht ausgemustert hat: Bitteschön, hier ist brav gelungener Nachschub. Und wir sprechen uns dann bei der nächsten und übernächsten Platte zum Thema Glaubwürdigkeit wieder. Wenn nicht vorher Cobain Jr. gefunden wird...
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