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| Autobiotics, Red Sky Records, 2000 |
| Jimi V |
Vocals |
| Joey Camino |
Drums |
| Kenny Barclay |
Guitars |
| Wing Taylor |
Bass |
| Gäste: |
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| Anastasia Rene, Malcolm Albert, Vicky Lothrop |
Backing Vocals |
| George Recile, David Steffanelli |
Percussion |
| Anthony J. Resta |
Percussion, Loops/Programming |
| Jimmy "Fingers" Gambino |
Piano, Hammond B-3 |
| Mr. Charlie |
Harp |
| Produziert von: Fletcher |
Länge: 44 Min 10 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Rise | 8. Big Rock Thing |
| 2. Lonesome | 9. Peacekeeper |
| 3. Lawd Have Mercy | 10. The Sound |
| 4. Sunglasses (listen to me) | 11. Good For You |
| 5. Green eyes | 12. Dues |
| 6. Get It On | 13. Still Alive & Well |
| 7. How Long | |
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Jetzt werd ich scheinbar auf meine alten Tage wunderlich.
Ansonsten ein Verfechter des strammen Geradeausrock, kommen mir in den letzten Wochen einige CD's - die gar nicht in das klar strukturierte Bild des Boogie-Fans passen - in den Player. Und das Schlimmste, sie gefallen mir auch noch.
EL CAMINO sind eine dieser Bands.
Hochgradig schräges Zeug, krachende Gitarren, Loops (meine Güte, was ist mit mir los?), ein Sänger der nölt, immer mal wieder haarscharf am abschmieren zu sein scheint und notorisch leidet und (an-)klagt, seltsame Melodien. Au weia.
Von was rede ich eigentlich? Keine Ahnung!
Hardcore Americana, Müllhalden-Wüstensound, Rock & Roll-Trash, Drogen-Boogie, Neo-Psychedelic Bluesrock? Irgend sowas muß es wohl sein.
Als erstes fällt einem das Cover Artwork auf. In Zeiten von CD ist Artwork meistens maßlos übertrieben. Hier nicht. Eine großartige Collage, die mit Schrottautos das Sternenbanner stilisiert. Dazu ein paar, Blechschildern nachempfundene, Zeichnungen, die Texte und fertig ist ein schönes Cover.
Musik: Ein Quartett, dazu Backing Vocals, Piano, Hammond, Percussion und besagte Loops.
Und dann wird gerockt und alles was ich oben gesagt hat stimmt gar nicht mehr.
Von wegen Trash etc. Das ist gehaltvollster, harter, klassischer Rock, perfekt gespielt und produziert, ohne Löcher, ohne Aussetzer. Der Druck, der beispielsweise von Lord Have Mercy ausgeht, erreicht Foghat-Niveau. Ganz anders halt.
Wenn die Gitarre losdonnert, klingt es wie ein Zug mit kaputtem Radreifen. Nur kommt es nie zu einer Katastrophe.
Immer kriegt diese Band wieder die Kurve zu astreinen Melodien. Und wenn dazu auch die programmierten Loops eingreifen müssen. Wie gesagt, ich bin verwirrt.
Unbedingt bemerkenswert sind die Background Vocals. Das klingt mal bluesig, mal soulig, aber immer echt. Green Eyes ist so ein Beispiel. Ein echter earcatcher. Schmachtfetzen, Rocker, Soul- und Bluesnummer in einem. Die Black Crowes würden Geld zahlen, wenn sie sowas auf ihrer letzten Platte hätten.
Oder die Frische eines Get It On. Schülerbands wie Green Day, oder wie sie alle heißen, können einpacken. EL CAMINO stecken die weg wie nix. Das ist keine leere Songhülle, sondern ausgefeilter Rock mit den Vorzügen der einen oder anderen Radio-Pop-Hitnummer besagter Bands.
Dann klingt's wieder düster, bedrohlich, krank, trotzdem fett, rockig und mittendrin ein so heftiger Anfall von Boogie in Peacekeeper, daß man meint, die leibhaftigen Rockets haben sich mit den (stark verbesserten) Ramones und Jerry Lee Lewis zusammengeschlossen.
Selbst eine 'Punknummer' wie Good For You, mit Minimalistentext und -akkorden, klingt, als ob sie von Led Zeppelin unter Starkstrom eingespielt wäre. Sehr verwirrend.
Vor allem, wenn anschließend ein Southern Rocker (!) wie Dues dahingroovt. Könnte auch von den Screamin' Cheetah Wheelies stammen.
Und zum Abschluss kommt es ganz hart.
EL CAMINO spielen Still Alive And Well.
Diese Rick Derringer Nummer gibt's inzwischen in 1278 Versionen. Meine Lieblingsfassung ist natürlich die von Johnny Winter, gefolgt von den Four Horsemen. Bisher. Denn diesen zweiten Platz müssen sie sich ab sofort mit EL CAMINO teilen. Und wenn die Horsemen meckern werden sie auf Rang 3 zurückgestuft. Eine Traumgitarre, phantastische Sängerinnen, Jimi V. singt relaxt und doch markant. Meisterhaft.
Also, wenn mir einer was von modernem Rock erzählen will: Erst diese CD hören, dann Alternativvorschläge bringen! Nur wer diese Qualitätslatte überspringt, darf auf Gnade in meinen Rock'n'wertkonservativen Ohren hoffen.
Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste) 01.09.2001
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