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Eek A Mouse

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Eeksperience
Eeksperience, Coach House Records, 2001
R.J. Hylton aka Eek A Mouse Vocals
Mark Downie, Adam Arredondo, Ruddy from NY, Noamia, Eric aka Beethoven Keyboards
Tyrone "Flapper" Minott, Kyle, Big Mike's Son, Allen Katouli Bass
Wayne "Adoni" Xavier, Steve Verhalt, Bad White Boy from Finless, George Loreto Guitar
Eric's (Beethoven) Brother, Dave Fulkerson Drums
Taneisha Boyd, Dharblue Johnson and The Eekettes, Deanie Woods, Raelene Romano Backing Vocals
Ryan Hafer Tenor & Alto Sax, Percussion, Programming
Mike Kelly Posaune
Joe Dunlap Bong Solo
Tom Sullivan aka The White Rat Hand Clap
Produziert von: George Loreto & Eek A Mouse Länge: 51 Min 20 Sek Medium: CD
1. Rude Boy Jamaican7. Don't Treat Her Bad
2. Mouse In The House8. Keep A Good Mouse Down
3. Talking About The Business9. Detoxify
4. Hook Me Up Eek10. Prop 215 (I Love Weed)
5. Prison11. Crack Cocaine And Marijuana
6. Cellular Phone12. Sensi Party (Four 20 Band feat. Eek A Mouse)

Schon etwa ein Dutzend Alben hat der Jamaikaner seit den 80ern veröffentlicht und wieder einmal hat sich da Mouse bei der Namensgebung seiner neusesten Scheibe einer Wortspielerei bedient, wie z.B. schon bei "Mouseketeer" (1984), "Mouse-A-Mania", "Eek a Nomics" (beide 1988) oder "U-Neek" (1991).

Nach "Black Cowboy", 1996, hat sich die Mouse ein paar Jahre Zeit genommen, hat wieder alle Songs selbst geschrieben und knüpft mit "Eeksperience" an seine vorigen Alben an.
Sein unverkennbarer Stil zwischen Rap und Gesang, der Singjay-Style, gespickt mit seinen schnell gesprochenen oder eben gesungenen Wortkreationen, prägt das Album doch sehr. So sehr, daß mir die Qualitäten dieses Silberlings erst nach einigen Malen Anhören bewußt wurden, sozusagen eine Liebe auf den vierten oder fünften Blick.

Der Mann, der es wie kein anderer geschafft hat, die verschiedenen Reggae-Entwicklungen von Roots bis Dancehall zu einem eigenen Charakteristikum zu verquicken, hat bei "Eeksperience" weiter experimentiert.
Da mischen sich zur bekannten Roots-Base Elemente aus Soul, Funk, Jazz, Rock und auch Pop.
Man kann der Mouse dabei natürlich eine Tendenz zum Mainstream vorwerfen, für mich ergibt daraus aber ein durchaus abwechslungsreiches und erfrischendes Album.
Vermutlich verstärkt sich dieser Eindruck dadurch, daß nicht mit einer festen Bandbesetzung aufgenommen wurde, sondern vor allem an den Keybords und Gitarren eine ganze Reihe Musiker zum Einsatz kamen. Eine klare und saubere Produktion tut dabei das ihrige dazu, daß diese Vielfalt auch hörbar wird.
Eek A Mouse aber gleich in die Kategorie Popmusik zu stecken, wie es Amazon tut, halte ich doch für reichlich verfehlt. Seiner Musik liegt, durchaus deutlich hörbar, ein astreiner Reggae zugrunde.

Besonders im Ohr geblieben ist mir bei "Eeksperience" der Song Prison, mit einer Baseline, die sich einem direkt ins Gehirn schraubt, sowie der erstklassige Part der Backgroundmädels in Cellular Phone.
Beeindruckend finde ich aber auch, zu welchen weichen Tönen der 2-Meter -Mann fähig ist, z.B. im Song Detoxify.
Da kann man dann auch glauben, daß der, der sich ganz gerne auch mal als der Harte gibt, vor einigen Jahren sogar ein Album mit Reggaesongs für Kids herausgebracht hat.
Aber wer Eek A Mouse schon einmal live und in seinen ausgefallenen Bühnenkostümen erlebt hat, der weiß, daß der Jamaikaner eigenwillige Kombinationen wohl ganz gerne mag.

In seinen Texten geht es um Kriminalität, Rassismus, ein eindeutiges Ja zu Weed und die ebenso eindringliche Warnung vor harten Drogen.
Quasi das ganze Seelenleben von Eek A Mouse verbirgt sich aber hinter dem einfach gestalteten Cover. Das Booklet ist es wirklich wert, sich damit näher zu befassen.
Da Mouse nimmt Stellung zu Rastafari, Rassismus, auch von Schwarzen gegenüber Weißen, und übt Kritik an den reichen, amerikanischen Schwarzen.

Wirklich aufschlußreich ist auch die zweiseitige, scheinbare wahllose Aufflistung, derer, denen das Album gewidmet ist. Da erfährt man einiges über R.J. Hyltons familiäre Situation, die Korruption auf Jamaika, seine Probleme mit der Musikindustrie, seine eigenen Erfahrungen mit Drogen, und noch viel mehr. Damit ist das Booklet beinahe so etwas wie ein autobiographisches Werk und fast ebenso spannend, wie die CD selbst.

ID , (Impressum, Artikelliste), 25.02.2002

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