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| Diamond Dave, Detonator Records/Demolition Records, 2004 |
| David Lee Roth |
Vocals & Harmonica |
| Brian Yound |
Guitar |
| Ray Luzier |
Drums, Background Vocals |
| James LoMenzo |
Bass |
| Scott Page |
Alto & Baritone Sax |
| Lee Thornburg |
Trombone, Trumpet |
| Jaime Sickora |
Cowbell |
| Jeremy Zuckerman |
Hammond Organ, Lead & Rhythm Guitar, Rhodes |
| Alex Gibson |
Accordian, Percussion, Background Vocals, Mellotron, Lead Guitar |
| Toshi Hiketa |
Rhythm Guitar |
| Zac Rae |
Keyboards |
| The Crowell Sisters |
Vocals |
| Edgar Winter |
Sax |
| Omar Hakim |
Drums |
| Nile Rodgers |
Guitar |
| Tracy Wormsworth |
Bass |
| Greg Phillinganes |
Piano |
| Gregg Bissonette |
Drums |
| James Hunting |
Bass |
| Ron Richotte |
Guitar |
| Brett Tuggle |
Keyboards |
| Produziert von: David Lee Roth & Alex Gibson |
Länge: 45 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. You Got The Blues, Not Me... (I'm Tired) | 8. That Beatles Tune (Tomorrow Never Knows) |
| 2. Made Up My Mind | 9. Medicine Man |
| 3. Stay While The Night Is Young | 10. Let It All Hang Out |
| 4. Shoo Bop (Shu Ba Da Du Ma Ma Ma) | 11. Thug Pop |
| 5. She's Looking Good | 12. Act One |
| 6. Soul Kitchen | 13. Ice Cream Man |
| 7. If 6 Was 9 | 14. Bad Habits |
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Früher, also vor dem Überraschungsei, gab es an vielen Hauswänden kleine rote Automaten. Man musste 10 Pfennig reinstecken, am Rad drehen und dann kam ein knallharter roter Kaugummiball heraus. Und manchmal ein wunderhübscher Plastikring mit quietschbunten Plastikedelsteinen. Die Automaten wurden irgendwann verboten. War halt so ein Ding mit der Hygiene.
Früher, also vor Grunge, gab es in vielen Haushalten Schallplatten von VAN HALEN. Man musste 15 Mark beim Dealer ablegen, am Plattenteller drehen und dann kam laute Musik heraus. Und manchmal ein wunderhübscher, kuschelhart kreischender Sänger mit quietschbunten Klamotten. Der Sänger wurde irgendwann verboten. War halt so ein Ding mit der Hygiene.
Dass David Lee Roth selbst in seiner Glanzzeit mit VAN HALEN bestenfalls zum Pausenclown, Jump-Darsteller und Konstantin-Wecker-Koksnasen-Doppelgängerwettbewerb (Sektion Hollywood) taugte, ist wohl unbestritten. Dass nach seinem Rauswurf 1985 mit Sammy Hagar ein richtiger Sänger in die Band kam, ist auch klar. Dass dem Plastikperlen-David seine Soloplatten zwischen ziemlich geilem Rock & Roll und völligem Bullshit pendelten (genau wie dem Rezensenten sein Deutsch), könnte allerdings vielen Leuten nicht bekannt sein. Die Dinger haben sich nämlich seit spätestens dem Beginn der Neunziger mäßig bis lausig verkauft.
Kurz: David Lee Roth ist so was von out, dass er alle paar Monate mit selbstlancierten Gerüchten in der Presse auftauchen muss, um wahlweise seine neue Platte, seinen Wiedereinstieg bei V.H. oder einen Tantiemenprozess gegen seine ehemaligen Kollegen anzukündigen.
Seine bereits 2003 in Amiland veröffentlichte Platte "Diamond Dave" kommt nun bei uns in den Verkauf und ähnelt ein wenig der Idee von VAN HALENs "Diver Down" aus dem Jahr 1982. Erstens nutzte die Band damals auch moderne Technik (und klang damit zwar nicht peinlich aber für den Fan durchaus gewöhnungsbedürftig) und zweitens waren Coversongs das Herz des Albums.
Dumm nur, dass seinerzeit die Van Halen Brüder und Michael Anthony die Zügel in der Hand hatten und ein gewisser Ted Templeman für die Produktion zuständig war. Heute kann sich Schusser-Dave nur noch einen B-Movie-Soundtrack-Produzenten namens Alex Gibson leisten. Der spielt fleißig mit seinen ProTools rum und dementsprechend klingt das Ergebnis denn auch: B-Ware aus dem musikalischen Walmart mit einem abgewirtschafteten ehemaligen Rockstar an der Kasse.
Ein paar Dollar fuffzig konnte unser Glasperlenspieler offenbar noch auftreiben, denn in der Gästeliste seiner neuen Platte tauchen Namen wie Edgar Winter, Omar Hakim, Nile Rodgers, Brett Tuggle oder Gregg Bissonette auf. Dies aber nur bei den "Bonus Tracks" Ice Cream Man (wo blieb da nur die brutale Power aus dem Jahr 1978?) und Bad Habits (Big Band Sound ohne Big Band...). Auf dem Rest der Scheibe quält sich die D.L.R.-Kapelle durchs Bluesrock-Unterholz.
Zu Beginn gibt es drei Mal Chris Youlden bzw. SAVOY BROWN in der Reihenfolge "einigermaßen schwungvoll", "beliebig", "fad". Herr Roth klingt teilweise erschreckend alt und kraftlos, die Produktion dafür blechern.
Drei Songs sind umbenannt worden, vielleicht damit man sie nicht wiedererkennt? Eh schwer, wenn man die Originale liebt. Wenigstens ist Shu Ba Da Du Ma Ma Ma Ma vom großartigen "Joker"-Album der STEVE MILLER BAND aus dem Jahr 1973 nicht ganz versaut. Netter Funk-Groove. Genau wie bei She's Looking Good von Rodger Collins, einem Black Music Spezialisten. Magenschmerzen kann man allerdings bei Soul Kitchen von den DOORS oder If 6 Was 9 von Hendrix bekommen. Das ist mindestens drei Nummern zu groß für den Billigschmuckhändler. Welcher Verrückte auf die Idee kam, Tomorrow Never Knows von den BEATLES mittels elektronischem Spielzeug zu einem Handy-Klingelton zu verramschen, ist mir unbekannt. Höchststrafe wegen Kulturschändung!
Daneben gibt es noch diverse Unsinnigkeiten und einige Dreiviertelblindgänger. Einzig Thug Pop rockt richtig. Zu jedermanns Überraschung ist das auch noch eine D.L.R. Eigenkomposition.
Für diesen "Diamond Dave" kriegt man im Leihhaus allerhöchstens 3,50 abzüglich Bearbeitungsgebühr.
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