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| Redneck Savant, BlueBuffalo Records, 2001 |
| Dan Baird |
Guitar, Vocals |
| Ken McMahan |
Guitar, Vocals |
| Kyle Miller |
Bass |
| Nick Forchione |
Drums |
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Länge: 73 Min 39 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Li'l Bit | 10. Keep Your Hands To Yourself |
| 2. Sheila | 11. Dancing Queen |
| 3. Dixie Beauxderaunt | 12. Woke Up Jake |
| 4. All Over But The Crying | 13. The Myth Of Love |
| 5. Dan Takes Five | 14. Sin City |
| 6. Kind Hearted Woman Blues | 15. Daydream Believer |
| 7. I Dunno | 16. The Twist |
| 8. Younger Face | 17. Hidden Track: Battleship Chains |
| 9. Another Chance | |
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Wollen wir ein paar Eulen ins Boogie-Nest tragen.
Dan Baird war der Hauptkopf und Songschreiber der GEORGIA SATELLITES. Die GEORGIA SATELLITES waren eine der Bands, die ab Mitte der 80er dem Gitarrenrock (uih, böses Wort), den Weg zurück ins Rampenlicht geebnet haben. Wer sind GUNS 'N ROSES? Keep your hands to yourself, Headbanger! Die SATELLITES haben uns schon mit der Luftgitarre durchs Zimmer gejagt, da hast Du dich noch in die Spandexwindel gezwängt.
Die SATELLITES sind an vielen Umständen gescheitert. Trotz gewaltiger Verkäufe in den USA haben sie bei uns in Europa nie wirklich einen Stich machen können. Kultstatus alleine reicht leider nicht. Ich erinnere mich an eine Tour, da haben die verkommenen Manager der Band DM 45 Eintritt für ein Clubkonzert in München verlangt. Damals war der Schnitt für solche Bands bei 25 M's.
Nach der dritten Platte ("In The Land Of Salvation And Sin", mein persönliches Lieblingsalbum; die Band dachte damals anders darüber) war Schluß.
Außer etlichen, mauen bis lausigen, Bootlegs und ein paar, auf Japan-CDs verstreuten Nummern, gab es nie ein Livealbum der SATELLITES.
Dan Baird machte sich nach seinem Ausstieg flugs an eine Solokarriere. "Love Songs For The Hearing Impaired" und "Buffalo Nickel" von 1992 und '96 sind weitere Kultalben und gehören in jede Rock & Roll Sammlung. Die anderen Ex-SATELLITES schlugen und schlagen sich so durch. Als Produzent, Mi(e)t-Musiker und immer mal wieder unter dem Namen GEORGIA SATELLITES.
Und Dan Baird ist ein Redneck. Sympathisch, charmant, witzig, down to the bone Rock & Roller und stur. Mag sich der Kerl partout nicht ins Establishment einsortieren (lassen). Und das hat er nun davon. Nun muß sich dieser Hardcorerocker im Jahr 2000 durch ein paar kleine und mittlere Clubs in Europa quälen und seinen Götterschweiß dort vertropfen, während Axl W. Overdose nach 10 Jahren wiederaufersteht und mit irgendwelchen Vollknallern fett absahnt. Wie ungerecht ist diese Welt?!
Anyway. Dan hat offenbar Spaß dabei. Und er hat sich für die kleine Tour im letzten Jahr die SOFA KINGS, inclusive einem feinen zweiten Gitarristen geholt. Ken McMahan. Dem Rock-, Blues- und Boogiefan sicher bekannt. Wenn nicht: Nachholen!
Und so ist diese CD im August 2000 entstanden. Live im UpTown Club in Bern/Schweiz aufgenommen und ganz offenbar im Originalzustand belassen. 17 Songs, 74 Minuten und ich hab schon nach der ersten Nummer Lust auf das nächste Bier. Und warum? Es geht ab wie Sau! Gnadenlos werden (fast) alle Highlights der SATELLITES und Dans beiden Alben abgefeuert. Dazu noch einige Überraschungen.
In meinem geistigen Auge (jahaa, sowas hab ich) sehe ich einen Schweizer gelangweilt an der Bar lehnen. Depp! Warum hast Du mich nicht angerufen? Ich wäre sofort angereist, hätte Dir die Karte abgekauft, ein Fondue spendiert und mir die Büroseele aus dem Leib gerockt.
So bin ich auf diese Konserve angewiesen. Und ich bin neidisch auf die (geschätzten) 299 anderen Berner, die so schön den Chorus Keep your hands to yourself gröhlen.
Ok, der Sound auf der CD genügt nicht den Ansprüchen des audiophilen Tubular Bells-Hörers. Aber es rockt so wunderbar. Und schräg... Hört mal den ABBA-Song Dancing Queen an. Du schmeißt dich weg. Agnetha und Anafried im Bums-Boogie-Rhythmus. O-Ton Dan: "I fucking love that song". Zum brüllen.
Ansonsten? Dan singt unglaublich, hält ein paar nette Ansprachen und gibt seiner Gitarre die Keule. Fast, als ob er sie nicht liebhaben würde. Aber man weiß es ja besser. Die Band ist tight und perfekt. Boogie wie aus meinen feuchten Träumen.
Der Kind Hearted Woman Blues, von Ken McMahan gesungen, hat legendäre (Southern Rock-) Gitarren. Einfach gewaltig. Und dann Sin City. So stelle ich mir AC/DC 1975 in einem vergleichbaren Club vor. Dan hat den Bon, Ken gibt den Malcolm und Bass & Drum machen das, was sie sollen: Power.
Gleich im Anschluß kommt mit Daydream Believer das krasse Gegenteil. Wunderbar, der John Stewart Schunkel-Schlager.
So unverschämt wie die SOFA KINGS hätten höchstens die RAMONES den alten Gassenhauer The Twist verbraten. Nur nicht so gut. What a party.
Noch ein Wort zu meinem Lieblingsboogie, Dixie Beauxderaunt. Mein lieber Herr Gesangsverein. Bitte lass mich sowas nochmal persönlich erleben.
Schon sind wir beim Negativen. Dan ist auch dieses Jahr (2001) auf Tour. Diesmal leider nicht mit den SOFA KINGS. Es waren 6 Konzerte auf der Insel angesagt und 5 in Deutschland und der Schweiz. Zumindest die beiden letzten Gigs, am 14. und 15. Juni in Marktredwitz und München, fanden nicht statt. Die angegebene Location in Marktredwitz existiert überhaupt nicht und in München wußte kein Veranstalter irgend etwas von diesem Termin.
Ich weiß nicht, welches Arschloch für diese Fan-Veralberung zuständig ist, aber er sollte mir besser nicht in die Finger kommen. Mann, wir haben 2001 und nicht mehr 1978. Sowas macht man nicht mit Künstlern und nicht mit uns Fans!
Lobenswert hingegen ist das Cover der CD. Gute Linernotes (u. a. von Ken McMahan) und witzige Zeichnungen.
Bleibt zu hoffen, daß BlueBuffalo Records diese CD schnellstmöglich den vielen SATELLITES-/Baird-Fans zubringen wird. Denn, es gibt so viele alte Säcke da draußen (ich schließe mich ausdrücklich aus!), die auf diesen Sound stehen. Alle, die die SATELLITES und Dans Alben besitzen, werden auch dieses Teil lieben.
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