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Crosby, Stills, Nash & Young

Déjà Vu

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Déjà Vu
Déjà Vu, Atlantic Records, 1970
David Crosby Guitar, Vocals
Steve Stills Guitar, Bass, Keyboards, Vocals
Graham Nash Guitar, Keyboard, Vocals
Neil Young Guitar, Piano, Harmonica, Vocals
Greg Reeves Bass, Percussion
Dallas Taylor Drums
Gäste:  
Jerry Garcia Steel & Slide Guitar
John Sebastian Harmonica
Produziert von: David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash & Neil Young Länge: 36 Min 31 Sek Medium: CD
1. Carry On6. Déjà Vu
2. Teach Your Children7. Our House
3. Almost Cut My Hair8. 4+20
4. Helpless9. Country Girl:Whiskey Boot Hill
5. Woodstock10. Everybody I Love You

Nachdem Crosby, Stills und Nash 1969 ihr Debut-Album veröffentlichten, wurde es als zu zuckersüss angesehen. Deshalb war die Hinzunahme von Neil Young ein guter Schachzug, er sollte den Sound der Band aufrauen. Und es gelingt ihm vorbildlich: Seine Stimme und seine Gitarre hatte etwas mystisches und führte weg vom Zuckerwatteklang, es war halt "echter" Neil Young. Dies bekam "Déjà Vu" hervorragend.
Allerdings waren CSN&Y eine Band mit vier stark ausgeprägten Musikern, bei denen sich keiner dem anderen unterordnen wollte und so sind die Beiträge eben stark vom jeweiligen Autor beeinflusst. Die Mischung aus eher "leichteren" Country-Songs harmonieren aber gut mit den intensiveren Sachen, die Mischung stimmt. Auch der Coversong Woodstock von Joni Mitchell, der ja die ganzen Werte der Gegenkultur zelebrierte, ist wirklich ansprechend interpretiert. Die Band befand sich ohne Zweifel auf einem kreativen Gipfel.

Mit Jerry Garcia an der Slidegitarre und John Sebastian an der Mundharmonika kann das extrem präzise Spiel und die hervorragenden Vocalharmonien der Band absolut überzeugen. Man muss halt nur auf solche Musik stehen, dann entfacht der Funke das entsprechende Feuer...
Die Produktion ist aber leider etwas glatt, es hört sich immer so an, als sei alles (zu?) geplant, Spontanität ist auf dieser Platte kaum zu finden. "Déjà Vu" war einer der absoluten Superseller des Jahres und trotz der unterschiedlichen Charaktere der Songs stilbildend.

Das Cover zeigt die Band als Desperados im amerikanischen Westen und sollte so hervorheben, dass die Musik tief in amerikanischer Tradition steht. Und die Anklänge dazu sind auch da, aber anderes als bei THE BAND können sie das Thema nicht durchhalten. Was bleibt, ist dennoch ein klassisches Rock-Album, das den Superstar-Ruhm des Ensembles festigte. Mit diesem Album hielten sie Hippie-Fahne hoch, ihre Ego-Probleme ließen die Gruppe aber schon direkt nach dieser Platte auseinanderbrechen.
Das hielt sie aber nicht ab, sich später wieder lose zu Plattenaufnahmen zusammenzufinden. Aber die Klasse von "Déjà Vu" und ihrem Live-Album "4 Way Street", das aus dieser Zeit stammte, haben sie als Gruppe, im Gegensatz zu den jeweiligen Solo-Projekten, nie wieder erreicht.

Die Aufnahme hat die Tendenz zur Überproduktion (überschritten), der Klang ist angesichts des Alters der Platte recht gut. Aber mehr als knapp 37 Minuten, die für damalige LP-Verhältnisse ok waren, hätte es im CD-Zeitalter schon sei dürfen. Unveröffentliches ist doch sicher zuhauf in den Atlantic-Archiven vergraben.

Manni Hüther, (Artikelliste), Dezember 2001

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