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| Tribute To The Scorpions, Mausoleum Records, 2004 |
| George Lynch |
Lead Guitar |
| Chuck Garric |
Bass |
| John Morris |
Rhythm Guitar |
| Steve Riley |
Drums |
| Jake E. Lee |
Additional Guitars |
| Produziert von: George Lynch |
Länge: 50 Min 26 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Here I Am (Rock You Like A Hurricane) - Kelly Hanson (Hurricane) | 7. The Zoo - Joe Leste (Bang Tango) |
| 2. Still Lovin' You - Steve Whiteman (Kix) | 8. Steamrock Fever - Phil Lewis (L.A. Guns) |
| 3. Falling In Love - Marq Torien (Bullet Boys) | 9. In Trance - Kory Clarke (Space Age Cowboys) |
| 4. Big City Nights - Kevin DuBrow (Quiet Riot) | 10. He's A Woman, She's A Man - John Corabi (Mötley Crüe) |
| 5. Blackout - Stevie Rachelle (Tuff) | 11. Holiday - Paul Shortino (Rough Cutt) |
| 6. No One Like You - Jizzy Pearl (Love/Hate) | 12. Lovedrive - Taime Downe (Faster Pussycat) |
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"...their 1990 ballad Wind Of Change made them a worldwide household name....
Haushaltsname, aha. Denkt man sich den Teil bis "Change" weg, wäre klar, dass hier von einem eingeführten Markenartikel wie o.b., dem Nasentröpferlfänger Tempo oder dem Volkssport für Vokuhilas, Golf 2 mit Heckspoiler, gesprochen wird. Aber Wind Of Change...
Da unterhält man sich noch vor zwei Stunden mit anderen Musikwissenschaftlern über die Banalität dieses Wendehalssongs und schon hat man eine Tribute-CD für die Urheber in den Pfoten. Kommt mir grade recht, jetzt hau ich Euch in den Wok, Ihr Anti-Bolschewiken, Ihr Kriecher vor dem Herrn des Kreml, Ihr Zewa (wisch und weg) des Hardrock. Ein "Tribute To The SCORPIONS", also ehrlich.
Früher gab es musikalische Tributes nur für Tote. Jetzt wissen wir nicht, wie tot die Krabbler aus Hannover inzwischen sind, letzte Hörproben gaben zwar metallische, nichtsdestotrotz herz- und schwanzlose Töne von sich. Ein Skorpion ohne Schwanz, da ist leicht drauftreten. Sogar barfuss.
Es ist eine Pest mit diesen unsäglichen Verbeugungen vor verdienten oder gut verdienenden Bands. Speziell, wenn sie von irgendwelchen abgehalfterten Mini-Megastars lieblos hingeschustert und wie vom Fließband ausgewürgt werden. Der modernen Technik sei Dank, der Bassist nimmt in seinem Keller auf, der Gitarrist im Jugendzimmer seiner Stiefkinder aus vierter Ehe, der Drummer kommt aus Japan und spielt auf Knopfdruck und die Sänger kramt man sich aus sämtlichen Verliererkapellen der letzten eineinhalb Jahrzehnte zusammen. In einem namenlosen Studio in Transsylvanien wird dann alles verrührt und verkocht.
So geschehen bei diesem Machwerk. Und das auch noch von einer meiner Lieblingsplattenfirmen, Mausoleum aus Belgien. Hallo, musste das wirklich sein? Vor allem, weil dieses Stück Umweltverschmutzung bereits 2000 unter dem Titel "Covered Like A Hurricane" schon einmal veröffentlicht wurde und es mindestens drei weitere ähnliche Granaten zu kaufen gibt.
Reden wir doch von den hier geehrten Superhelden. Bis 1982 ("Blackout") waren die SCORPIONS eine geachtete, bisweilen verlachte, und gar nicht mal so üble Band aus D-Land die Krautrock mit härteren Tönen verbandelte. Klar, der kleine Klaus, äh, Meine Klaus konnte nie Englisch, aber dafür hatten sie in Michael Schenker (zeitweise) und Uli Jon Roth (bis '78) zwei alles überragende Gitarristen und mit LPs wie "In Trance", "Virgin Killer" und dem grandiosen Liveteil "Tokyo Tapes" echte Klassiker geschaffen. "Lovedrive" von 1979 war die Hinwendung zum Kommerz und trotzdem ein Überhammer. "Animal Magnetism" und "Blackout" schwammen noch gut auf dieser Welle mit und 1984 wurde die Verwendung von Insektenvernichtungsmitteln leider weltweit geächtet. Die lustigen Germans gingen dann nach Amerika und fielen wie eine Horde Heuschrecken, hmmm, über abgemähte Weizenfelder her und veranstalteten dort riesige Open Air Konzerte für feuerzeugschwenkende Cowboyhüte. Danach kam die Sowjetunion an die Reihe und nach der widerstandslosen Einnahme des Roten Platzes zermürbte man noch Honecker - Lindi hatte das trotz Sonderzug und Schalmei nicht geschafft. Wer zu spät flieht, den bestraft der Pfeifton des Sängers. So wurden die SCORPIONS neben MODERN TALKING zum gefürchtetsten Waffenexport der wiedervereinigten Dumpfbackenrepublik. Und keine Hausfrau in Ost und Süd mochte mehr auf ihren tägliche Ration Kuschelrock verzichten.
Die nächsten 10 Jahre vergingen wie im Flug, die Herren Musiker tummelten sich bei Thommy Ganzschlicht im Fernsehen (wetten, dass der Meine so klein ist, dass er in den Sakkofalten von Familienzusammenführungsminister Gottschalk verschwinden kann), süffelten Schampus bei des Kanzlers Gartenpartys (der Meine ist so klein, dass er der Doris stehend untern Rock gucken kann) oder in Paris bei Modenschauen von Charly Lagerlöffel (der Meine ist so klein, dass er der Klumm aus Versehen unter die Hochhackigen gekommen ist). Und wir Rockerinnen und Rockers vergaßen die Band, so wie man im Laufe der Jahre auch seine früheren Telefonnummern vergisst. Oder seine Blutgruppe.
Erster Blick ins Booklet, erstes Erstaunen, denn die Songliste ist verblüffend heavy und retro ausgerichtet. Rock You Like A Hurricane ist ein guter Einstieg (gab es zu dieser Nummer nicht dieses alberne Video im Tigerkäfig?), die Band rockt auch heftig, doch was macht der Sänger, Kelly Hanson, der schon eine ganze Latte Tribute-Verbrechen als Stuntman eingesungen hat? Dem haben sie eine heiße Kartoffel in den Schlund gestopft, so wie der knödelt und quietscht. Wie der kleine Klaus. Aber es kommt schlimmer. Still Lovin' You verballhornt George Lynch (immerhin war der mal bei DOKKEN) gitarrentechnisch und dazu singt Micky Maus, hier Steve Whiteman genannt. Der war mal bei KIX. Ürgs.
Respekt allerdings für Marq Torien, ehemals bei den BULLET BOYS. Der haut Falling In Love, den Hermann Rarebell-Schlager, gut raus.
Ein leichtes Manko tut sich bei Big City Nights auf. Man sollte solche Großstadtsongs nicht in einem transsilvanischen Dorfstudio abmischen. Dann hört es sich nämlich an, als ob das Schlagzeug grade die Treppe runterfällt und der Bass etwas völlig anderes spielt und der Tontechniker ansonsten osteuropäische Folklore aufnimmt. Darüber brüllt sich Kevin DuBrow einen Ast und macht sich mindestens so lächerlich wie seinerzeit bei QUIET RIOT. Absolute Zumutung.
Blackout geht gut rein, No One Like You hinten wieder raus, die beiden zugehörigen Schreihälse nerven wenigstens nicht. Das Zwischenhoch wird leider mit The Zoo und dem unsäglichen Nicht-Sänger Jizzy Pearl von LOVE/HATE hurtig hinweggefegt. Lieber God of Thunder, lass den niemals neben mir wohnen. Der Mann trifft keinen Ton! Das Original ist schon nicht grade ein Rhythmus-Highlight, aber hier groovt gar nichts mehr. Zurück in den Zoo! Und nehmt gleich den Lynch mit, der als Produzent für den Steamrock Fever-Totalschaden gesorgt hat. Phil Lewis von den L.A. GUNS hat man offenbar in der Entziehungsanstalt recorded und anschließend seine Stimme durch einen fiesen Drogencocktail gejagt.
Würde anschließend Kory Clarke wenigstens In Trance fallen bei seinem Geschrei, aber nein, Jake E. Lee (BADLANDS wurden eh immer überbewertet) und George Lynch fudeln auch noch grottige Gitarren dazu.
Nochmal Respekt. Diesmal für John Corabi, der bei MÖTLEY CRÜE völlig unterfordert war. Der hat wenigstens ne Röhre und einen Ausdruck darin. Würde nur diese "Band" nicht meinen Lieblinsrocker von den "Tokyo Tapes" völlig in Grund und Boden hämmern. Habt doch ein bisschen Ehrfurcht vor He's A Woman, She's A Man! Haben sie nicht, auch nicht vor Holiday, der Schmuseballade. Gefühllose Gitarre, unfassbare Percussion und ein weinerlicher Paul Shortino, auch so eine gescheiterte Sangesexistenz die sich von Tribute zu Tribute hangelt (u.a. QUEEN, AEROSMITH, THE CULT und DEF LEPPARD - oh Mann). Auf den Lovedrive von Taime Downe (FASTER PUSSYCAT) kann man (Frau) auch verzichten. Rohrkrepierer.
Der Titel ist Programm: "Six Strings, Twelve Stings" (mit den Strings weiss keiner etwas anzufangen und die Stings gehen mitten ins Herz).
Eine rundherum entsetzliche Platte. Mies produziert, mies gespielt, mies gesungen, sogar das Cover ist mies. Ich kenne drei Dutzend Frauen mit schönerem Busen. Und echtem dazu.
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