HoR Logo kl DVD-Review:

Verschiedene Interpreten

The A.I.M.S. Gala

Live At The Royal Albert Hall
Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Verschiedene Interpreten > The A.I.M.S. Gala - Live At The Royal Albert Hall
Link Homepage:
Offizielle Bill Wyman Homepage
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Plattenfirma:
Warner Music
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
The A.I.M.S. Gala - Live At The Royal Albert Hall
The A.I.M.S. Gala - Live At The Royal Albert Hall, Warner Music Vision, 2006
Bill Wyman Bass
Phil Collins Drums
Elvis Costello Vocals, Guitar
Chris Rea Guitar, Vocals & Keyboards
Chrissie Hynde Vocals & Guitar
Ronnie Wood Vocals & Guitar
Terence Trent D'Arby Vocals
Eddy Grant Vocals & Guitar
Ian Dury Vocals
Ray Cooper Percussion
Kenney Jones Drums
Terry Taylor Guitar
Simon Kirke Percussion
Alan Clarke Keyboards
Länge: ca. 100 Min Medium: DVD
1. There's A Place8. Tallahassee Lassie
2. Windows Of The World9. Baby Come Back
3. Days10. Lucille
4. Nothing's Happening By The Sea11. Baby Please Don't Go
5. Steel River12. Johnny B Good
6. It's All Gone13. It's All Over Now
7. September Blue14. Honky Tonk Women

Ab Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts sah es ja mit den ROLLING STONES nicht mehr so gut aus. Wer sich jetzt gerade mit wem verkracht hatte oder mit den anderen nicht sprach, ist im nachhinein ziemlich wurscht. Jedenfalls standen die Zeichen auf Solopfade. Darin war Bill Wyman ja geübt, hatte er doch bereits 1974 ein Soloalbum veröffentlicht und großen Spaß in der (Stones-)Band zu sein, konnte er noch nie wirklich glaubhaft demonstrieren. Mit seinen WILLIE AND THE POOR BOYS hatte er sich bereits nebenbei verdingt und anno 1987 rief er das A.I.M.S. (Ambitions, Ideas, Motivation, Success) Projekt ins Leben.
Man merkt schon anhand der Aufschlüsselung des Projektnamens, dass es darum ging junge Künstler zu fördern. Den meisten "alten Säcken" braucht man mit diesen Begriffen nicht mehr zu kommen.

Wie auch immer: Nachdem man in Europa nach förderungswürdigen Bands gefahndet und auserwählt hatte, wurden die besten mit Studioaufenthalten belohnt und 1988 auch zu einem Konzert auf großer Bühne, nämlich der Londoner Royal Albert Hall, eingeladen. Bill Wyman gibt in dem 'Access All Areas' Teil dieser DVD da nochmals genau Einblick. Akribisch war er ja immer.
So wurde in seinen Archiven unlängst der Mitschnitt zu diesem Konzert ans Tageslicht gefördert. Natürlich sind die üblichen Verdächtigen dabei, bzw. was halt 1988 gerade, oder noch, angesagt war. Ronnie Wood hat sich angeblich "bereit erklärt" mitzumachen. Ich sage: Da hat wieder jemand vergessen die Backstagetür zu schließen und wenn hinter der dann noch ein guter 12-jähriger Whiskey zu haben ist, ist der Ronnie nicht zu bremsen. Beim Herrn Wyman dürfen's gern auch ein paar Dreizehnjährige sein. Whiskey, natürlich!
Den Anfang machen aber Elvis Costello & Chrissie Hynde. Die liefern als Duo einen ganz netten Einstieg mit Songs wie der BEATLES-Nummer There's A Place. Überrascht mich direkt, wie die beiden gesanglich harmonieren.
Es folgt Chris Rea und es wird einem wieder gewahr, was für ein feister Speckie der Chris doch damals war. Allerdings: Singen und Slidegitarre spielen konnte er damals schon! Sein Stil hatte natürlich noch mehr von On The Beach denn von Road To Hell oder Auberge, aber auch dynamische Midtempo Pop-Rocker wie Steel River liefern ihm eine perfekte Plattform um seine Slide-Künster zu demonstrieren. Is' ja nett, dass er auch Klavierspielen kann, aber die etwas langatmige Ballade It's All Gone hätte ich live nicht gebraucht. Denk' ich mir noch so, da greift er doch zu seiner roten Strat und bringt der Nummer doch noch recht rockige Töne bei. Sein damaliges Prädikat "Schmuserocker" hatte er aber auf alle Fälle verdient. Das zeigt auch sein September Blue.

Dann geht quasi schon die Party los, denn die "All-Star Band" betritt die Bühne. Es ja ist schon nicht ganz übel, so eine zusammengewürfelte Truppe erfahrener Rocker zusammen auf der Bühne zu sehen. Allerdings hätte ich mir schon ein paar andere Songs als Tallahassee Lassie oder Baby Come Back gewünscht. Nun ja, viel Zeit wurde für Proben wahrscheinlich nicht aufgewandt und Eddy Grant wollte man wohl mit Baby Come Back auch einen Song singen lassen. Außerdem spielt der Eddy ja auch eine ganz fetzige Sologitarre, wenn's sein muss.
Ansonsten übernimmt Ronnie Wood relativ viele der Soli und hüpft in seinem Hausmeisterkittel auch recht fit über die Bühne. Im gleichen Jahr war er ja auch mit Bo Diddley auf Tour und so anscheinend gut in Schuss. Selbst sein Gesang war damals noch erträglich.
Ian Dury kreischt bei Lucille zwischen beeindruckend und beängstigend. Der Rest der Truppe hält sich eher zurück. Im Hintergrund hat man als Backgroundsängerinnen einige der hübschesten Grazien Englands aufgereiht.
Ein paar weitere Standards werden verbraten und routiniert runtergespielt. Billy Wyman zeigt sich ähnlich gelangweilt wie bei STONES-Konzerten bzw. hält wohl Ausschau nach..., na ja, hatten wir schon.
Spaß hatten offensichtlich Phil Collins und Kenney Jones, die sich die Schlagzeugparts teilen und bei It's All Over Now die Lead-Breaks effektvoll zuspielen.
Von dem damaligen Aufsteiger Trence Trent D'Arby hatte ich eigentlich mehr erwartet. Der hat mich damals mit seiner Debütscheibe doch sehr für sich eingenommen und ich sah schon einen neuen Star am Pop-Himmel aufsteigen. Der einzige Enttäuschte werde ich nicht gewesen sein und auch an dem Abend bleibt er, obwohl er sympathisch rüberkommt, unter seinen Möglichkeiten. Lediglich bei Honky Tonk Women geht er etwas aus sich heraus und lässt mehr von seiner tollen Stimme hören.

In der 40-minütigen Dokumentation erzählt Onkel Bill von damals, Soundcheck- und Backstagematerial gibt's zu betrachten und auch die fünf Gewinner-Bands sind mit je einem Song zu sehen. Überwiegend sind die natürlich stark 80er beeinflusst. Sowohl was Musik als auch Aussehen angeht.
Richtig klasse wird es, wenn die Ulk-Heavy-Metal-Comedy Gruppe BAD NEWS den QUEEN Klassiker Bohemian Rhapsody quasi 'meuchelt'. Zum brüllen!
Das Konzert ist Musikhistorie und insofern schon sehenswert, aber musikalisch sollte man nicht so viel erwarten. Die Geschmäcker sind aber zum Glück verschieden. Es gibt ja auch Leute die mögen HP Sauce...
Schön wäre es allerdings gewesen, wenn man, wie beim Konzert, auch in der Dokumentation die einzelnen Kapitel/Songs aus einem Menü heraus anwählen könnte. Na ja, vielleicht schaut man sich's ja doch nicht so oft an...

Ländercode: 2, 3, 4, 5 (NTSC)
Ton: DTS: Englisch; DD 5.1 Surround; DD 2.0
Sprachen: Englisch
Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch
Bild: 4:3

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 04.05.2006

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Verschiedene Interpreten > The A.I.M.S. Gala - Live At The Royal Albert Hall
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum