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SONGS 2 -
Best Of Westcoast

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SONGS 2 - Best Of Westcoast
SONGS 2 - Best Of Westcoast, Warner Strategie Marketing, 2002
Länge: 141 Min 53 Sek Medium: CD
CD 1:
1. Jackson Browne - Take It Easy10. Ry Cooder - Down In Hollywood
2. Fleetwood Mac - Don't Stop11. Hall & Oates - She's Gone
3. Doobie Brothers - Long Train Runnin'12. Michael McDonald - Sweet Freedom
4. Canned Heat - On The Road Again13. Tim Buckley - Move With Me
5. Buffalo Springfield - For What It's Worth14. Huey Lewis & The News - The Power Of Love
6. Eric Burdon & The Animals - San Francisco Nights15. The Cars - My Best Friend's Girl
7. Linda Ronstadt - It's So Easy16. Marc Cohn - Miles Away
8. Brian Wilson - Love And Mercy17. Little Feat - Dixie Chicken
9. Andrew Gold - Lonely Boy18. The Doors L.A. Woman
CD 2:
1. The Steve Miller Band - The Joker10. Love - Alone Again Or
2. America - Horse With No Name11. Crazy Horse - I Don't Want To Talk About It
3. Bread - The Guitar Man12. Nilsson - Everybody's Talkin'
4. Grateful Dead - Uncle John's Band13. David Crosby - Music Is Love
5. Carly Simon - You're So Vain14. Jefferson Airplane - White Rabbit
6. Christopher Cross - Ride Like The Wind15. Stephen Stills - Change Partners
7. The Beach Boys - Good Vibrations16. Gram Parsons - Return Of The Grievous Angel
8. Bonnie Raitt - I Thank You17. Donald Fagen - New Frontier
9. Ricky Lee Jones - Chuck E' Is In Love18. The Youngbloods - Get Together

Westcoast... An was denkt man da? Strandjungen, blonde Schönheiten, Pamela A., Palmen, Koks und von Anabolika geformte Körper.
Ach ja, da war doch noch was. Musik. Früher war das. Als wir noch jung waren. Namen wie die EAGLES, Jackson Browne, Steve Miller und wie sie alle hießen. Heute laufen all diese "wilden" Rocker im Vormittagsprogramm des örtlichen Hausfrauensenders und Frau Meier erfreut sich an den schönen Stimmen der - inzwischen reichlich gealterten - Sonnyboys.

Um ganz ehrlich zu sein, auch mir gefällt diese Musik größtenteils. Klar, am besten immer dann, wenn mal locker losgerockt wird. Die Jungs konnten einfach klasse singen, sie hatten ein Händchen für tadellose Melodien, hatten ihre Instrumente im Griff, sie versprühten immer gute Laune, die Mädels in den Videos (und bei den seltenen Konzerten in hiesigen Landen) waren immer hübsch und es war immer Musik jenseits von krampfhaft verzerrten Gesichtern, von denen man nie wusste, ob der Gitarrist grade Magenkrämpfe hat oder ob er sich über ein gelungenes Solo freut.

Warner Music setzt jetzt zum zweiten mal auf die Karte, einfach altbekannte Songs auf eine Doppel-CD zu packen und die alten Schlager unter einem Motto noch mal unters Volk zu bringen.
Nach dem überaus erfolgreichen "Songs - The Best Of Singer/Songwriters" ist nun "Songs 2 - Best Of Westcoast" an der Reihe.

Um es kurz zu machen, es ist eine gelungene Compilation. Natürlich ist nichts, aber auch gar nichts, wirklich sensationelles, neues oder gar innovatives zu hören. Die neueste Nummer ist von 1998, allerdings von Brian Wilson und bei dem macht es kaum Unterschied, ob ein Song von 1968 oder heute ist.
Der Rest der Aufnahmen bewegt sich im Schnitt in der Altersklasse 30 plus/minus 5. Die Zielgruppe dieser Veröffentlichung ist also klar, nicht umsonst steht auf dem Cover auch "Aus der TV-Werbung". Schnell noch die wichtige Klientel unter 49 angesprochen, bevor die ins Altersheim gehen...
Das macht aber nichts, denn wenn ich mal ins Seniorenstift umsiedle, nehme ich auch meine alten Scheiben mit.

Track 1 bis 7 der ersten CD sind durchgehend echte Klassiker. Take It Easy von Jackson Browne ist ein optimaler Starter und mit FLEETWOOD MAC, den DOOBIEs, Linda Ronstadt oder BUFFALO SPRINGFIELD kann man nichts falsch machen. OK, über die Berechtigung von CANNED HEAT im illustren Westcoast-Club kann man vielleicht streiten, On The Road Again ist und bleibt aber ein toller Song und bei San Francisco Nights von Burdons ANIMALS kommt man heute noch ins Schwärmen.

Bei Andrew Gold, Hall & Oates und einigen weiteren (da zählt bei mir auch Marc Cohn - obwohl fast modern - dazu) wird es für mich schon schwieriger. Es zeigt sich die ödere Seite dieser Musik. Das war schon im Jahr 1977 Fahrstuhlmusik. Und es ist bis heute nicht besser geworden.
Aber solche Aussetzer werden locker wettgemacht von wirklichen Highlights wie Ry Cooders Down In Hollywood, dem großartigen Tim Buckley (Move With Me ist eines seiner Meisterwerke), dem jungen Huey Lewis, den CARS und selbstverständlich den göttlichen LITTLE FEAT und DOORS (Westcoast? Naja).

In 70 Minuten, so lang dauert CD 1, kommt man von München in Richtung Süden locker bis Österreich. Kurze Pause, eine rauchen und dann CD 2 eingeschoben.

The Joker von, na, von wem? Klaro, Steve Miller natürlich.
Dann allerdings ein böser Tiefschlag. Ich hasste dieses grausig fade A Horse With No Name schon immer. Trotzdem ein Welthit. Dauert auch nur 4 Minuten und man kann wieder aufatmen.

Es gab in den frühen Tagen auch Schleicher, die richtig angenehm waren. The Guitar Man von BREAD gehört dazu.
Zu GRATEFUL DEAD bzw. Uncle John's Band muss man nichts sagen. Und You're So Vain von Carly Simon ist trotz 30jährigem Radio-Overkill immer noch schön.

Die BEACH BOYS werden ihre Good Vibrations noch in tausend Jahren quietschen, sie sind nicht verhinderbar.
Aber dann kommt ein Stück, das ich bisher tatsächlich nicht kannte. I Thank You, der ZZ TOP-Klopfer, von Bonnie Raitt gesungen. Cool. Bonnie spielt nun mal eine knackige Gitarre.

Zwischendurch kommt natürlich der eine oder andere "Stinker", dann aber mit I Don't Want To Talk About It in der Originalfassung von CRAZY HORSE, ein in Vergessenheit geratener Song. Eindeutig schöner als die Version von Rod Stewart. Nur nicht so erfolgreich.
Auch schön ist die Crosby/Nash/Young-Komposition Music Is Love, gesungen von David Crosby. Hippie-Flair.

Noch ein Klassiker den ich nie liebte: White Rabbit. JEFFERSON waren in allen ihren Inkarnationen aus meiner Sicht immer überbewertet.
Der Zahn der Zeit nagt auch an Klassikern. Change Partners von Stephen Stills klingt heute doch sehr angestaubt. Hab ich auch schon lange nicht mehr gehört. Genau wie den astreinen Countryschnulzer Return Of The Grievous Angel von Gram Parsons (im Duett mit ????).

Wieder 70 Minuten vorbei und wir sind inzwischen am Brenner. Kurze Pause und dann legen wir wieder CD 1 ein. Das Wetter wird jetzt eh besser und auf der italienischen Autostrada grooven die alten Schlager gleich noch viel besser.

Eine wirklich schöne Compilation jenseits von allen Geschmacksfragen. Kommentare über die Berechtigung mancher Band auf einem Westcoast Sampler kann man sich schenken. Selbstverständlich kann eine solche Sammlung auch nicht vollständig sein. Es ist egal, denn selbst im trüben Norddeutschland gab es schon tolle Westcoast Bands. Und vielleicht wird der eine oder andere Hörer dadurch zum Kauf einer alten CD eines der vertretenen Künstlers bewegt.

Die Urlaubszeit geht langsam zu Ende und damit ein bisschen Sonne übrig bleibt, stellte Warner Music 3 dieser Doppel-CDs für unsere Leser zur Verfügung. Mehr dazu bei unseren Verlosungen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.08.2002

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