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Verschiedene Interpreten:SONGS 2 - |
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Westcoast... An was denkt man da? Strandjungen, blonde Schönheiten, Pamela A., Palmen, Koks und von Anabolika geformte Körper. Um ganz ehrlich zu sein, auch mir gefällt diese Musik größtenteils. Klar, am besten immer dann, wenn mal locker losgerockt wird. Die Jungs konnten einfach klasse singen, sie hatten ein Händchen für tadellose Melodien, hatten ihre Instrumente im Griff, sie versprühten immer gute Laune, die Mädels in den Videos (und bei den seltenen Konzerten in hiesigen Landen) waren immer hübsch und es war immer Musik jenseits von krampfhaft verzerrten Gesichtern, von denen man nie wusste, ob der Gitarrist grade Magenkrämpfe hat oder ob er sich über ein gelungenes Solo freut. Warner Music setzt jetzt zum zweiten mal auf die Karte, einfach altbekannte Songs auf eine Doppel-CD zu packen und die alten Schlager unter einem Motto noch mal unters Volk zu bringen. Um es kurz zu machen, es ist eine gelungene Compilation. Natürlich ist nichts, aber auch gar nichts, wirklich sensationelles, neues oder gar innovatives zu hören. Die neueste Nummer ist von 1998, allerdings von Brian Wilson und bei dem macht es kaum Unterschied, ob ein Song von 1968 oder heute ist. Track 1 bis 7 der ersten CD sind durchgehend echte Klassiker. Take It Easy von Jackson Browne ist ein optimaler Starter und mit FLEETWOOD MAC, den DOOBIEs, Linda Ronstadt oder BUFFALO SPRINGFIELD kann man nichts falsch machen. OK, über die Berechtigung von CANNED HEAT im illustren Westcoast-Club kann man vielleicht streiten, On The Road Again ist und bleibt aber ein toller Song und bei San Francisco Nights von Burdons ANIMALS kommt man heute noch ins Schwärmen. Bei Andrew Gold, Hall & Oates und einigen weiteren (da zählt bei mir auch Marc Cohn - obwohl fast modern - dazu) wird es für mich schon schwieriger. Es zeigt sich die ödere Seite dieser Musik. Das war schon im Jahr 1977 Fahrstuhlmusik. Und es ist bis heute nicht besser geworden. In 70 Minuten, so lang dauert CD 1, kommt man von München in Richtung Süden locker bis Österreich. Kurze Pause, eine rauchen und dann CD 2 eingeschoben. The Joker von, na, von wem? Klaro, Steve Miller natürlich. Es gab in den frühen Tagen auch Schleicher, die richtig angenehm waren. The Guitar Man von BREAD gehört dazu. Die BEACH BOYS werden ihre Good Vibrations noch in tausend Jahren quietschen, sie sind nicht verhinderbar. Zwischendurch kommt natürlich der eine oder andere "Stinker", dann aber mit I Don't Want To Talk About It in der Originalfassung von CRAZY HORSE, ein in Vergessenheit geratener Song. Eindeutig schöner als die Version von Rod Stewart. Nur nicht so erfolgreich. Noch ein Klassiker den ich nie liebte: White Rabbit. JEFFERSON waren in allen ihren Inkarnationen aus meiner Sicht immer überbewertet. Wieder 70 Minuten vorbei und wir sind inzwischen am Brenner. Kurze Pause und dann legen wir wieder CD 1 ein. Das Wetter wird jetzt eh besser und auf der italienischen Autostrada grooven die alten Schlager gleich noch viel besser. Eine wirklich schöne Compilation jenseits von allen Geschmacksfragen. Kommentare über die Berechtigung mancher Band auf einem Westcoast Sampler kann man sich schenken. Selbstverständlich kann eine solche Sammlung auch nicht vollständig sein. Es ist egal, denn selbst im trüben Norddeutschland gab es schon tolle Westcoast Bands. Und vielleicht wird der eine oder andere Hörer dadurch zum Kauf einer alten CD eines der vertretenen Künstlers bewegt. Die Urlaubszeit geht langsam zu Ende und damit ein bisschen Sonne übrig bleibt, stellte Warner Music 3 dieser Doppel-CDs für unsere Leser zur Verfügung. Mehr dazu bei unseren Verlosungen. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.08.2002 |
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