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| Rock Of Ages 3, Zyx Music, 2006 |
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Länge: 156 Min 14 Sek |
Medium: Do-CD |
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Sampler gibt es in der Rock-Musik en masse. In dieser Reihe sollen fortan mehr oder weniger interessante Erscheinungen besprochen/kommentiert werden. Die Auswahl der Alben ist allerdings eher sporadisch und die Eindrücke und Meinungen sind natürlich subjektiv.
Sampler stellen eine Orientierungshilfe dar und sollten nicht mit den Best Of bzw. Greatest Hits Alben diverser Künstler verglichen werden .Oft lernt man durch diese Compilations vormals völlig unbekannte oder schon wieder vergessene Acts kennen.
Die Verkaufspreise dieser Alben sind in der Regel stark schwankend. Wie viel so ein eventuelles Überraschungs-Ei kosten darf, sollte jede(r) für sich selber entscheiden.

Was bisher geschah
"ROCK OF AGES 1 & 2"
"Rock Of Ages - The Finest in AOR & Melodic Rock", beide im Jahr 2005 erschienen, konnten uns auch nach mehreren Hördurchgängen nicht überzeugen. Cover mit Motiven von Wracks ausrangierter Autos standen symbolisch für den Inhalt der Alben. Neben einigen positiven Überraschungen gab es reichlich Alteisen bzw. Schrott neueren Datums.
Nebenbei bemerkt, die sichtlich bemühte Promotion-Abteilung von ZYX-Music sorgte schon vorab für einige Lacher. ". Auch Thomas Gottschalk wird sich über diese CD freuen."; sauber, genau das hat dafür gesorgt, den Krempel monatelang ins hinterste Regal zu verbannen. "Rock Of Ages" erscheint in Kooperation mit Rock It!, dem staatlich anerkannten Fachmagazin für gepflegte Rockmusik für Erwachsene (Auflage: 50.000)." Was soll das sein? For adults only? Kuschelrock für die "Kukident"-Generation? Alleine schon solche Stilblüten verhinderten eine längere Auseinandersetzung mit zumindest teilweise gar nicht mal so üblen Songs. Sorry guys!
"ROCK OF AGES 3"
Entgegen den beiden ersten Compilations dieser Serie handelt es sich beim dritten Teil um ein echtes kleines Juwel. Im Vergleich zur jüngst an gleicher Stelle besprochenen Doppel-CD "Melodic Rock Of The 21st Century" schneidet "Rock Of Ages 3" sogar noch besser ab, denn diese Compilation fällt unerwartet homogen auf hohem Niveau aus und ist äußerst partykompitabel. Welche Art von Party dürfte klar sein; Warmduscher, Weicheier und Zartbesaitete können sich jetzt bereits ausklinken.
Wie schon bei "Melodic Rock Of The 21st Century" lief "Rock Of Ages 3" einige Male durch die heimischen Boxen, bevor es aufrichtig bemüht und nach den passenden Worten ringend an die Tastatur ging.
Ein Kritikpunkt vorab: Die vorliegende Doppel-CD sollte doch wahrscheinlich Appetit auf mehr machen. Ein ausführlicheres Booklet mit umfangreicheren Infos (z.B.: welcher Track stammt von welchem Album?) zu den einzelnen Acts wäre da durchaus hilfreich.
Nicht dass es hier nach Wiederholung riecht, doch dieser bereits beim "21st Century"-Sampler beanstandete Mangel machte auch hier die Sache nicht leichter. Klar, vieles lässt sich im Internet recherchieren, doch Infos über aktuelle Bandbesetzungen etc. interessieren wahrscheinlich mehr Leute und damit auch potentielle Käufer als so mancher glauben mag. Da scheint bei den Verantwortlichen ein bisschen das Herzblut zu fehlen. Und bei den zwei hier werkelnden Hörern (Sorry, ladies first! Hörerin und Hörer, soviel Umgangsformen müssen sein) der Wille, die Hausaufgaben der Plattenfirma zu erledigen.
Das mit dem "Rock" ist ja so eine Sache. Ungefähr wie ein großer Topf. Man schmeißt einfach alles herein. Resultat: Eintopf! Oder wie eine Schublade, in die tausend Sachen erst gelegt, später gepresst und zuletzt gestopft werden. Ergebnis: Heilloses Durcheinander! Ganz so einfach wollten es sich die beiden Rezensenten nicht machen und haben darum versucht, für die einzelnen Tracks eine möglichst genau zutreffende stilistische Bezeichnung zu finden. Auffallend: Das, was einst als Hardrock oder gar Heavy Metal galt, taucht heutzutage gerne unter "Rock" oder gar noch spezifischer unter "Melodic Rock" auf. Wie sich die Zeiten doch ändern.
Aufgrund einer Vielzahl von Hör-Tipps wurde hier auf das Benotungssystem des einst geliebten und mittlerweile schmerzlich vermissten Crosscheck des Home of Rock zurückgegriffen. Von "eins" sprich "sehr gut" bis "sechs" (gleich "ungenügend") reicht die Notenskala. Genug der Worte und Let The Music Do The Talkin'.
CD 1, Spieldauer: 78 Min 20 Sek
WIG WAM - In My Dreams - 3:01 - Melodic Rock
Bea: In My Dreams kommt ein bisschen wie ein Schlager mit harten Gitarren rüber. Der Sound ist nicht schlecht, aber keineswegs nach meinem Geschmack. Der Refrain ist zwar sehr mitreißend, wird dann jedoch zu oft wiederholt.
3
Jürgen: Good Time Rock'n'Roll! Wer keine höheren Ansprüche als "let's have a party" stellt, liegt hier goldrichtig. Ein sauberer fetter Mix und der Mitgröl-Charakter lassen In My Dreams zu einem gelungenen Einstieg in den vorliegenden Sampler werden.
2 minus
TOMMY LEE - Watch Your Lose - 2:39 - Grunge/Nu Metal
Bea: NIRVANA-Abklatsch mit toller, rauchiger Stimme, aber ohne wirkliche Highlights und viel zu kurz. Was soll ich sagen. für das Echte gibt es keinen Ersatz.
4 minus
Jürgen: Laut Booklet vom Album "Tommyland: The Ride" (2005). Irgendwas aus der Schnittmenge NIRVANA/NICKELBACK/FOO FIGHTERS. Mittels einer akustischen Gitarre wird der krampfhafte Versuch des Erzeugens einer Stimmung aus Melancholie/Betroffenheit/Sentimentalität gestartet. Herausgekommen ist ein kurzes, langweiliges Stück, das mich zwar nicht richtig verärgern, jedoch auch nur wenig erfreuen kann.
4 plus
GOTTHARD - Cupid Arrow - 3:46 - Melodischer Hardrock
Jürgen: Warum man ausgerechnet diesen Track als Appetizer ausgewählt hat bleibt mir schleierhaft. Das letzte Studio-Album "Lipservice" (2005) hatte da einiges mehr an Qualität zu bieten. Gut, Cupid Arrow kracht eingangs ganz anständig, doch der Refrain klingt für meine Ohren arg simpel und uninteressant. Spitze wie eigentlich immer der Gesang Steve Lees, dem man zuweilen anspruchsvolleres Songmaterial wünscht.
4 plus
Bea: Ich muss Dir recht geben, Jürgen. "I can't live without you." ist als Text schon abgenutzt und eher langweilig. Zudem passt die sentimentale, gesungene Melodie nicht zu den harten Gitarren. Allerdings gefällt mir das teilweise zweistimmige Gitarrensolo. Auch der Rest vom Text ist, glaub' ich, ein schmalziges Liebeslied.
3 minus
EUROPE - Flames - 3:54 - Melodischer Hardrock
Jürgen: Der Song ist nicht schlecht. Klingt gut, aber vom Aufbau her ist das vergleichsweise anfangs unspektakulär. Gut, dass sich die Schweden schon lange von ihrem Final Countdown-Image verabschiedet haben. Der Karriere war's anscheinend eher weniger förderlich, doch Glaubwürdigkeit ist bekanntlich unbezahlbar. Flames fällt erfreulich gitarrenlastig aus. Das Gitarrensolo passt gut und wirkt nicht aufgesetzt. Ich hasse dieses "jetzt muss noch mal ein spektakuläres Solo rein". Achtung: Mit jedem Durchlauf fräst sich der Track mehr in die Gehörgänge rein. Würde mein Chef mich besser bezahlen, stände das dazugehörende Album zumindest auf dem Zettel mit den Hörproben und vielleicht anschließend im heimischen Regal.
2
Bea: Der Song hat schon einigen Charakter und auch gitarrenmäßig viel zu bieten. Die Melodie baut sich in einem schönen Spannungsbogen auf. Der Refrain ist mitreißend und hat Ohrwurmcharakter. Das Gitarrensolo fügt sich harmonisch ins Gesamtkonzept ein und unterstützt die melancholische Grundstimmung. Wenn das Hauptthema nicht so oft wiederholt würde, bekäme Flames von mir eine "eins".
2
AXXIS - Lady Moon - 4:32 - Melodischer Hardrock
Jürgen: Nachdem ich das überragende Take My Hand von der jüngst besprochenen Compilation "Melodic Rock Of The 21st Century" gehört hatte wurde ich neugierig auf das dazu gehörige Album "Paradise in Flames". Leider konnte dieses meine hohen Erwartungen nicht erfüllen und erinnerte trotz gelungener Produktion an die (von mir) ungeliebten ersten Werke der Band. Schade, denn mit Lady Moon beweisen AXXIS ein zweites Mal, dass sie zu außergewöhnlichen Aufnahmen in der Lage sind. Ein ganzes Album mit Tracks vom Kaliber dieses Songs oder dem zuletzt besprochenen Take My Hand, und AXXIS hätten einen Klassiker herausgebracht. Lady Moon mit seiner japanisch anmutenden Melodielinie ist ein Melodic-Kracher vom Feinsten, eingebettet in einer druckvollen Produktion mit ordentlich Schmackes, was besonders auf die Rhythmus-Passagen zutrifft.
1
Bea: Ja, wie erwartet ist die Hookline wieder sehr gefällig. Man kann geteilter Meinung sein, aber mir gefällt's; wenn schon Kitsch, dann mit Niveau, oder? Der Track ist zwar nicht ganz so gut wie Take My Hand, glänzt jedoch auch mit einem sehr eingängigen Refrain, mit asiatisch anmutender Chorpassage und einem individuellen, außergewöhnlichen Gitarrensound.
1
ZAN CLAN - Go Go Go - 3:28 - Hardrock
Bea: Der Track hat nichts einzigartiges, sondern wirkt wie ein Hardrock-Klischee. Soll heißen: Die Gitarren werden hart gespielt, aber der Rest, sprich Rhythmus und Melodie, haben wirklich gar nichts zu bieten, was dem Song Charakter verleihen würde.
4 minus
Jürgen: Das klingt für mich ein bisschen zu sehr auf "raue Burschen" und "Abteilung heftige Mucke" getrimmt, egal ob textlich oder musikalisch. Einzig der Faktor "Rock'n'Roll" rettet das Ding vor dem totalen Absturz.
4 minus
SANDALINAS - If It Wasn't For You - 3:03 - Hardrock
Bea: Das Stück startet mit einem wirklich interessanten Intro, schlafft dann aber stark ab. Der Part der Rhythmusgitarre ist in der Tat ordentlich und geht gut ab, allerdings die Sologitarre ist sehr schlicht. Zudem strotzt der Track vor Wiederholungen. Die Wiederholung eines Themas ist ein Gestaltungsmittel zur Betonung eben dieses Themas, sie sollte nicht eingesetzt werden um den Song auf Länge zu bringen. Zugegebenermaßen habe ich an der Stelle eine ziemlich niedrige Nervgrenze, aber in drei Minuten zehn Mal "If it wasn't for you." ist mehr als mir gefällt.
4 minus
Jürgen: Fängt für mich wie ein Relikt aus den guten alten Tagen der NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal) an. Ein Riff, das dem Track seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Für manche mag das altbacken klingen, mir gefällt es. Das Solo ist nicht gerade aus der Eddie Van Halen-Liga. Hier arbeitet anscheinend ein "Riff"-Meister. Wem die frühen TYGERS OF PAN TANG, SAVAGE oder HELLANBACH etwas Positives sagen, die/der möge SANDALINAS zumindest eine Chance geben.
2 minus
[Sorry, aber was ist denn das für ein Bandname? Wenn der bedeutet was der unbedarfte Leser liest. hebt alle eure rechte Sandale! Red.]
METALIUM - Silence Of The Night - 6:02 - Metal
Bea: Oh je, das gefällt mit gar nicht. Wenn man einen Song nur auf Stimme aufbaut, sollte man auch genug davon haben um zu beeindrucken. Ich denke, da gehen die Geschmäcker wirklich weit auseinander; man könnte sagen, der Track polarisiert. Also, für mich klingt das eher "jammerlappig". Da wird mit viel, viel Timbre ins Mikro gejault. Auch die Gitarre passt sich an. Im Text ist dabei immer von "silence" die Rede, dafür aber ziemlich laut.
5
Jürgen: Klingt für mein Verständnis sichtlich bemüht. Piano, Streicher lassen Großes erwarten, doch der hörbar überforderte Sänger quält sich durch einen gestelzt wirkenden Song und lässt Silence Of The Night zu einer kleinen Tortur werden. Die gute Produktion rettet den Song gerade noch vor dem totalen Desaster.
5 plus
AVIAN - As The World Burns - 5:07 - Hard'n'Heavy
Bea: Die Gitarren sind sehr straight, der Rhythmus kommt heftig und gut rüber, aber ohne Breaks. Der Rhythmus wird an keiner Stelle von den Vocals aufgegriffen. Dadurch wirkt der Gesang eher heavy, was wohl beabsichtigt ist. Die Sologitarre ist handwerklich ok, jedoch nicht sehr kreativ.
3 minus
Jürgen: Hey, die legen ja los wie die Feuerwehr. Geht sofort mit einer heftigen Gitarre los, der Track klingt wie eine Mischung aus 80er & 90er-Metal - Riffing Eighties, Refrain Nineties. As The World Burns rockt kernig vorantreibend und würde hundertprozentig überzeugen, hätte man am Refrain noch etwas mehr gefeilt. Einige Nuancen überzeugender, vielleicht die Hookline noch etwas gefälliger, und hier würde ein glattes "sehr gut" stehen. Wirklich stark sind die nahtlosen Übergänge in die einzelnen Songfragmente und wie bereits erwähnt die Gitarre, welche vielleicht "old-fashioned", aber absolut mitreißend gespielt wird. On stage dürfte der Track ein Knaller werden.
Eine fette 2 plus
CIRCLE II CIRCLE - All That Remains - 5:14 - Metal
Jürgen: Ein "Muss" für alle Fans von Metal á la SAVATAGE und JON OLIVA'S PAIN. Diese vertrackten und verschachtelten Kompositionen sind immer wieder ein absolutes Schmankerl. Der Song ist nahezu perfekt. Überwältigend charismatischer Gesang, fette Gitarren, so muss Metal klingen, dann wird es diese Musik tatsächlich noch in Ewigkeiten geben.
1
Bea: Da sind endlich mal Könner am Werk. Die raue, dunkle Stimme unterstützt die düstere Stimmung. All That Remains besticht durch eine unglaubliche Authentizität und Kraft. Aufgesetzte Dramatik - ein im Metal leider viel zu oft verwendetes Stilelement - fehlt hier völlig. Der Song ist mit seinen interessanten Tempiwechseln brillant durchkonzipiert. Für mich ist das Zusammenspiel von Sologitarre, Gesang und Chorelementen absolut perfekt. Ein wahrer Hörgenuss, der keine Sekunde langweilig wird.
1
SAEKO - The World Of Pain - 4:59 - Heavy Rock
Bea: Ein Track, der auf einer Stimme aufbaut, welche hier nur unvollständig vorhanden ist. Obwohl die Sängerin sehr ambitioniert wirkt, kann sie die Anforderungen nicht zu hundert Prozent erfüllen. Die schöne, getragene Melodie wird nur von der Sologitarre gut unterstützt. Den Einsatz der zweiten Gitarre hätte ich mir etwas dominanter gewünscht. So fällt der Sound ein wenig dünn und nicht brachial genug aus. Dadurch wird die angestrebte Dramatik nicht wirklich vermittelt.
3 minus
Jürgen: Halb-Ballade. Der dramatisch anmutende Songaufbau verleiht dem Track das gewisse Etwas, auch wenn die Sängerin phasenweise damit ein wenig zu kämpfen hat. Instrumental gibt es jedoch nix zu meckern.
3
PHENOMENA - Chemical High - 3:31 - Rock
Bea: Der Anfang hört sich ein bisschen wie RAMMSTEIN an. Schade, der Rest erreicht längst nicht deren Qualität. Das Ganze strotzt vor Wiederholungen bis zur Kotzgrenze und hat echt nix, was irgendwie interessant wäre.
5
Jürgen: Gab es da nicht mal was in der Achtzigern von Mel Galleys (ex-WHITESNAKE) Bruder? So eine Art Projekt? Der Sänger hier klingt wie Jon Bon Jovi. Nach einem viel versprechenden, spannungsgeladenen Intro flacht der Song in einen x-mal wiederholten "Chemical High . Suicide" Sing-Sang ab. Sorry, das reicht nicht!
5 plus
PAX - Drowning - 3:32 - Alternative/Prog Rock/Grunge
Bea: Die Vocals von PAX haben einen wirklich grungigen Sound. Interessant wird Drowning vor allem auch durch phantasievolle Background-Elemente. Das Konzept fällt sparsam aber schlüssig aus.
2 minus
Jürgen: Ein indisch klingendes Intro, schräger Gesang, interessantes Arrangement. Erinnert mich ein bisschen an die frühen ALICE IN CHAINS. Relaxt, ohne langweilig zu klingen. Cooler Track.
3
LULLACRY - Love, Lust, Desire - 3:42 - Pop-Rock
Jürgen: Heftige Gitarren zu Beginn, dann plötzlich nur noch ein Bass, anschließend Wah-Wahs. Ein Mädel, das sich gekonnt durch das pop-rockige Stück singt. Einprägsame Hookline. Von Songs wie diesem wünschte ich mir mehr in den Charts.
2 minus
Bea: Insgesamt ist das ein runder Rocksong mit dominanten Gitarren. Die Sängerin ist nicht schlecht, passt allerdings meiner Ansicht nach nicht zum Sound, die Stimme ist viel zu niedlich.
Jürgen: Was hast Du gegen niedliche Stimmen, Sweetheart?
Bea: Im Grunde gar nichts, bei Schlagern oder Volksmusik ist niedlich ok.
3
LEGRAND - Calling You - 3:49 - Pop/Wave
Jürgen: Oh, das ist so schön traurig. Gefällt mir echt gut. Beim Hören dieses Tracks kann man so richtig schön seinen Gedanken nachhängen. Am Fenster sitzen und von draußen plätschert der Regen gegen die Scheiben. Man treibt wie ein Blatt mit dem Strom des Songs.
2
Bea: Sehr schön ausgedrückt, lieber Jürgen. man fließt so richtig auf einer Klangwelle davon. Nur leider kommt man nirgendwo an und das ist dann eher unbefriedigend, oder? Mir ist der Track trotz unbestreitbarer Verträumtheit ein bisschen zu farblos.
3
THE TEA PARTY - Writing's On The Wall - 2:40 - Hardrock
Jürgen: Ein für TEA PARTY-Verhältnisse ungewohnt straighter Song vom letzten Album "Seven Circles". Kräftige, saubere Produktion mit einem Jeff Martin in gewohnt erstklassiger stimmlicher Verfassung. Kerniger, kurzer Rock-Song, der allen bemühten Muckern deutlich zeigt wo der Hardrock-Hammer hängt. Warum das Teil auf dieser Compilation enthalten ist verstehe ich trotzdem nicht so ganz. Immerhin ist der Song bereits 2004 als Import samt dem dazugehörigen Album zu haben gewesen, bevor es über InsideOut im Jahr darauf in Deutschland veröffentlicht wurde. Ich habe neulich gehört, die Band habe sich aufgelöst. Wäre traurig, wenn das stimmen sollte. Alben wie "Splendor Solis" (1993), "The Interzone Mantras" (2001) und besonders "The Edges Of Twilight" (1995) besitzen für mich den Status von Klassikern.
2 plus
Bea: Oh Mann, diese Stimme, einfach unglaublich. Aber davon mal abgesehen, Writing's On The Wall ist für mich ein absolut starkes Stück Hardrock. Ok, ich bin wohl auch ein TEA PARTY-Fan.
1 plus
CHALICE - Shotgun Alley - 4:32 - Heavy Rock
Jürgen: Eine tonnenschwere Gitarre läutet viel versprechend einen Mid-Tempo-Rocker mit immer wiederkehrenden ruhigeren Passagen ein. Freunde von Mitgröl-kompatiblen Refrains und gesunder Härte werden diesen für Live-Auftritte wie geschaffenen Track mögen. Gewiss kein Überflieger, aber zeitlos angenehmer Heavy Rock.
3
Bea: Wie Du schon sagst: Gewiss kein Überflieger. Ich weiß nicht woran es liegt, aber trotz schöner, fetter Gitarre kann ich mich für den Song nicht erwärmen. Das muss an der eher unspektakulären Melodie, den vielen Wiederholungen und dem mittelprächtigen Sänger liegen.
4
RAY WILSON - Inside - 4:02 - Rock
Jürgen: Wie oft habe ich diesen Song schon gehört. Hieß Wilsons damalige Band nicht STILTSKIN? Was der Track hier zu suchen hat bleibt mir schleierhaft. Stammt der nicht aus so einer Werbung (für was habe ich längst vergessen) zu Anfang oder Mitte der Neunziger? Ärgerlich obendrein, dass es Inside bereits auf "Rock Of Ages 1" zu hören gab. GENESIS machen mit Phil Collins demnächst wieder dicke Kohle, und der geschasste Mr. Wilson verkommt als Tingel-Tangel-Nummer? Nichtsdestotrotz, der Track bleibt unkaputtbar gut. Trotzdem gibt es einen Abzug in der B-Note für die x-te Wiederholung.
3 plus
Bea: Ja, mir kommt der Song auch bekannt vor, aber ich finde ihn wirklich gut. Der Gesang inklusive Background, sowie die Gitarren und auch die Rhythm-Section, alles in perfekter Harmonie. Das Melodie-Thema und der Songaufbau gibt auch einiges her.
2
ASIA - Gone Too Far - 6:47 - Pomp Rock
Bea: Hier kommt die Dramatik des Songs bei mir an. Der Track startet gefühlvoll mit Streichern und die Gitarre nimmt das Thema auf. Der Refrain wird allerdings wieder mal zu oft wiederholt. Außergewöhnlich sind die Chorelemente, die den Abschluss bilden.
3
Jürgen: Bis auf Heat Of The Moment fand ich bis dato alles von denen belanglos bzw. stinklangweilig. Anscheinend geht es doch anders. Gone Too Far kommt nicht unangenehm reichlich dicke aufgetragen durch die Lautsprecher. Da wird über längere Zeit eine Spannung aufgebaut, bis das Ganze sich in einer maßlosen Traurigkeit verliert. Beeindruckend die ausgefeilten, aber keinesfalls glatt polierten Gesangspassagen. Ein schöner Song, der mich an längst vergangene Siebziger- und Achtziger-Zeiten erinnert und lediglich zum Ende hin durch zu lang ausgedehnte Chor-Passagen minimal schwächelt.
2 minus
Auf zur zweiten CD!
CD 2, Spieldauer: 77 Min 54 Sek
EDGUY - Wasted Time - 5:49 - Metal
Bea: Das Helikopter-Intro wird von Gitarre und Keyboard abgelöst. Für mich klingt das Timbre der Solostimme ein bisschen künstlich und übertrieben. Ansonsten sind die vielstimmigen Vocals, die phasenweise an QUEEN erinnern, sehr gut, zumal der Refrain einen regelrechten Ohrwurmcharakter hat. Zwischen den hart gespielten Passagen wird der Sänger phasenweise mit akustischer Gitarre begleitet, was den ganzen Track abwechslungsreich gestaltet. Insgesamt sehr angenehm.
2
Jürgen: Klingt anfangs fast wie eine AC/DC-Nummer, bevor es sich dann in eine etwas bombastische Geschichte verwandelt, ohne den Faktor "Heaviness" zu vernachlässigen. Einprägsamer Refrain und ein stimmiges Arrangement lassen Fans dieser Musikrichtung garantiert mit der Zunge schnalzen. Nicht so aufgesetzt wie zuletzt BLIND GUARDIAN und damit leichter zugänglich. Wer so was mag. das dazugehörige Album heißt "Rocket Ride".
3 plus
HELLOWEEN - Pleasure Drone - 6:14 - Metal
Jürgen: Ziemlich hektische Angelegenheit vom Album "Keeper Of The Seven Keys - The Legacy" (2005). Für mein Verständnis kommt Pleasure Drone nicht über metallische Mittelmäßigkeit hinaus. Doublebass-Gedonner, Sechs-Saiten-Gedudel und ein Andi Deris mit einer sich überschlagenden Stimme. Mehr fällt mir dazu beim besten Willen nicht ein. Den nächsten Song, bitte.
4 plus
Bea: Ohne den wild gewordenen Drummer und die hektische Rhythmusgitarre hätte aus dem Song noch was werden können. Die Gesangsmelodie ist keineswegs simpel und ohne weiteres interessant anzuhören. Lieber Jürgen, die Stimme überschlägt sich nicht! Das nennt man "mit Kopfstimme singen" und das macht er eigentlich nicht schlecht. Auch die Background-Vocals sind ok. Die Sologitarre nimmt das Thema gekonnt auf, wird aber von der Rhythm-Section durchs Solo gehetzt. Trotzdem fällt das Gesamtergebnis nicht so schlecht aus, zumal viele Fans diesen hektischen Sound mögen.
2
JORN - End Of Time - 4:16 - Hardrock
Jürgen: Ein Track vom mehr als empfehlenswerten Album "The Duke" (2006), zu welchem mir ausschließlich Superlative einfallen. Auch wenn hier die Melodie ziemlich gefällig klingt - der Song an sich ist schweine-heavy und Fans von schweren Gitarren und Vocals wie einst der Sänger von WHITESNAKE (... ich weiß schon noch wie der heißt.) können bedenkenlos zugreifen. Durch das Jam-ähnliche Intro entsteht der Eindruck eines Live-Auftritts. Vom Sound her mag es sicherlich vergleichsweise modern klingen, doch keine Panik, es bleibt grundsolider Hardrock ohne Verfallsdatum. "'Ere's a song for ya . End Of Time!"
2 plus
Bea: Oh ja, das gefällt. Heftiger schwerer Gitarrensound und auch sonst alles was ich hören möchte. Jorn Lande ist ein begnadeter, stimmlich hervorragend ausgestatteter Sänger. Das ist mal wieder ein Song, der mich mitten ins Herz trifft - klasse!
1
KAMELOT - The Haunting (Somewhere In Time) - 5:40 - Epic Metal
Bea: Ich mag es, wenn das Konzept nicht so simpel daherkommt. The Haunting hat wirklich einiges zu bieten. Der Track baut sich aus einem stimmungsvollen Intro auf, im Vordergrund steht dabei die sehr gute Stimme des Sängers, teilweise im Duett mit einer ihm in nichts nachstehenden Gastsängerin. Insgesamt strahlt der Song eine düstere Romantik und Tiefe aus, die keine Sekunde künstlich wirkt und von Anfang bis Ende auch handwerklich perfekt umgesetzt wurde.
1 minus
Jürgen: Stammt vom Album "The Black Halo". NIGHTWISH und Konsorten waren mir immer zu aufgesetzt und bombastisch. Hier vernehme ich deutlich mehr Metal. Der gemeinsame Gesang mit der "Gast-Perle" tut dem Song gut und ist quasi das I-Tüpfelchen auf einer gelungenen Nummer. Sch. so meine ich das doch gar nicht. Es passt und gut iss.
2 minus
SHAAMAN - Reason - 4:40 - Hard'n'Heavy meets Musical
Bea: Im Gegensatz zu den voran gehörten Highlights klingt SHAAMAN platt und langweilig. Ich weiß ja nicht wie es Dir geht, Jürgen, aber mich erreicht der Song nicht, trotz Engelchen-Gesang im Hintergrund und dramatischer Bemühungen des Sängers.
4 minus
Jürgen: Die Songwriter kommen mir bekannt vor. Andrew Eldritch? Ist der nicht von den SISTERS OF MERCY? Jim Steinman ist klar. der Herr MEAT LOAF . Irgendwie hört sich der Song für mein Verständnis reichlich gekünstelt an. Würde in so 'ne Art "Hard'n'Heavy-Revue" passen. Trotz metallischer Komponente hat das Ding Musical-Charakter. Keineswegs übel, aber mein Fall ist das absolut nicht.
4
PRIMAL FEAR - Seven Seals - 3:54 - Metal
Jürgen: Weia, das haut mich um. Hätte ich nicht erwartet. Eine absolute Spitzenleistung. Ich bin jetzt nicht so vertraut mit der aktuellen Besetzung. Der Sänger ist noch immer Ralf Scheepers, korrekt? Grandios, was der Mann hier leistet. Ein mächtiger, getragener Song, der phasenweise wie eine Hymne klingt. Der Refrain ist gigantisch und geht einem nicht mehr aus den Ohren. Seven Seals könnte ich zwanzig Mal hintereinander hören. Ist es ein Widerspruch in sich wenn ich sage, dass ein Metal-Song nicht immer fette Gitarren beinhalten muss und trotzdem unglaublich heavy klingen kann?
Das hier ist kein Battalions Of Fear, aber trotzdem unverkennbar PRIMAL FEAR. Seven Seals enthält ein beachtliches Solo, aber. Tom Naumann, Henny Wolter, wer spielt da eigentlich momentan Gitarre? Der Gruppe täte es gut, wenn sie sich konstanter präsentieren würde. Vielleicht käme so auch mal ein Album zustande, welches vom ersten bis zum letzten Ton erstklassig ausfällt. Das scheint mir überhaupt das Problem von Matt Sinner zu sein. Schon seine frühen Alben mit SINNER wie "Danger Zone" (1984) oder "Touch Of Sin" (1985) besaßen neben überragenden Tracks immer wieder totale Durchhänger. Dieser von ihm mitgeschriebene Song beweist eindeutig, dass er nach wie vor eine feste Größe im Hard'n'Heavy-Genre ist. Das Album "Seven Seals" werde ich auf jeden Fall mal antesten.
1
Bea: Trotz anfänglichen Streichern klingt das Stück sofort sehr druckvoll. Der Refrain reißt mich mit und jagt mir eine Gänsehaut auf die Arme. Leider ist das aber ein sehr kurzes Hörvergnügen. Für mich hätte da noch ein fetteres Gitarrensolo Platz gehabt.
1
GYPSY ROSE - When You Leave At Night - 3:44 - Glam Metal
Jürgen: Legt gleich anständig los, um kurz darauf besonders in Sachen "Melodie" ziemlich abzuflachen. Der treibende Rhythmus und die Vocals (. ich sach ma, die kommerziellere Variante von Noddy Holder oder Kevin DuBrow.) sowie das brauchbare Solo im Mittelteil reißen das Ruder noch einmal herum. Party-kompitabel ist das allemale. Herr Ober, noch 'n Bier.
3 minus
Bea: Hoppla, das geht aber heftig zur Sache. Hält dann aber nicht, was der Anfang verspricht. When You Leave At Night ist zwar auch sehr kurz, braucht aber auch nicht wirklich länger zu sein, weil es trotz der Kürze schon zum größten Teil aus Wiederholungen besteht. Einzig das sehr kurze Gitarrensolo hat einige Qualität.
4
HANOI ROCKS - Back In Yer Face - 3:35 - Kick Ass Rock'n'Roll
Jürgen: Geiler Song, in Richtung skandinavischer Schweinerock. Rotzt und rockt und rollt kompromisslos alles aus dem Weg. Klasse Arrangement, Mundharmonika sollte viel öfter gespielt werden. Schade, dass der dazugehörige Longplayer dieses Niveau nicht halten kann. Fans der Gruppe sollten hier allerdings ohne Bedenken zugreifen.
2
Bea: Mir gefällt am besten das Gitarrenriff im Refrain. Ansonsten hab ich schon wirklich Schweinerock mit mehr Charakter gehört. Die Hookline geht gut ab, aber für mich ist der Track kein Überflieger.
3
UDO - 24/7 - 3:57 - Metal
Jürgen: Ich weiß, Bea, Du magst den Gesang nicht. Als ich anno 1981 uns Udo Dirkschneider das erste Mal live im Vorprogramm von JUDAS PRIEST und noch vor den Special Guests DEF LEPPARD (. ja, Leute, das waren Touren - das Ticket hat um die zwanzig deutsche Mark gekostet, mal so nebenbei.) als Opening Act mit ACCEPT herumturnen sah, war ich anfangs auch etwas über seine Vocals "erstaunt". Mir fällt da ebenfalls noch seine Interpretation von Born To Be Wild mit dem Schreihansel von RAVEN aus dem Jahre 1983 ein - Kult! 24/7 beinhaltet nach vielen Durchhängern endlich wieder das, was alle Fans der frühen ACCEPT-Alben lieben werden. Gitarren, Gitarren, Gitarren. und eingängige Refrains mit fetten Backing-Vocals. Gemeinsam mit seinem langjährigen Kumpel Stefan Kaufmann (ehemaliger ACCEPT Drummer) hat Udo einen Song geschrieben, der an die glorreichen alten Zeiten ("Breaker" - 1981; "Restless And Wild" - 1982) anknüpft. Ein echter Headbanger!
2
Bea: Granatenstarker Metalsong. wenn nur dieser Miezekätzchengesang nicht wäre. Trotzdem, das geht ins Bein! Durch das dominante Riff verschwindet das Solo ein wenig im Hintergrund. Die druckvolle Härte wird von Anfang bis Ende konsequent aufrechterhalten und macht das Ganze sehr kompakt. Wie Du schon sagst, Jürgen, ein Headbanger in Reinkultur.
2
Jürgen: Play It Loud!!
JOHNNY LIMA - Fire Of Love - 3:37 - Rockiger Pop
Jürgen: Schon wieder ein BON JOVI-Klon? Eine halbwegs heftige Sechssaitige macht noch keinen Rocksong aus. Hört sich an, als hätte da jemand am Reißbrett komponiert. Ein Fall für den Sondermüll - ätzend!
5 minus
Bea: Na ja, wäre der Text deutsch, könnte der Song auch von Wolle Petry sein. Schmalz lässt grüßen.
5
CRYSTAL BALL - He Came To Change The World - 3:37 - Rockiger Pop
Jürgen: Schlafwagen-Rock. Kein BON JOVI-Klon und nicht ganz so schlimm wie Johnny Lima.
5 plus
Bea: Nach einer Standard-Eröffnung folgt ein weitestgehend langweiliger Track mit Standard-Solo und Standard-Vocals. Nichts an He Came To Change The World entwickelt irgendwie Charakter, so dass man sich anstrengen muss, aufmerksam zu bleiben.
5 plus
Jürgen: Ach so. Ein Hinweis für die Abteilung "Masochisten". He Came To Change The World stammt vom Album "Time Walker", erschienen beim Label "Nuclear Blast".
IAN PARRY - Another Day (She Will Be Loved) - 3:59 - Rock-Pop
Jürgen: Ziemlich emotional vorgetragene Halb-Ballade. Der Sänger jammert für meinen Geschmack ein bisschen viel, aber wenn er halt seiner Liebsten nachheult. Die instrumentale Fraktion macht ihre Angelegenheit ordentlich und einigermaßen heftig. Der Song passt auf einen Sampler wie diesen, aber damit hat sich mein Interesse an Ian Parry auch erledigt.
4 plus
Bea: Och nö, ich steh nicht auf so ne Romantik-Schlager-Kacke. Ist ja Geschmackssache, aber das ist mir ein viel zu flach gespielter Ball. In seiner Art ist der Song allerdings durchweg stimmig und handwerklich ok, wenn auch nicht gerade sehr kreativ.
4
LANDSLIDE - My Little Sidekick - 2:52 - Alternative/Nu Metal/Seattle Sound
Jürgen: Der Versuch, eine passende Schublade zu finden, ist wie ich denke auch schon meine nahezu ganze Aussage zu dem Track. Ein wenig experimentell, wobei nebenbei bemerkt das gewisse Etwas fehlt. Rockt ordentlich. Einen weiter, bitte.
3
Bea: Mir fällt auch nicht so richtig viel dazu ein. Vielleicht auch, weil der Track so kurz ist. Man will sich gerade in den Sound hinein finden, da ist auch schon alles vorbei. Der Song ist ansprechend, aber nicht wirklich mitreißend oder sozusagen weder Fisch noch Fleisch.
3
DREAMLAND - Breaking The Chains - 5:01 - Poppiger Hardrock
Jürgen: Den Namen der Beteiligten nach Skandinavier. Produzenten Joacim Cans und Andy La Roque? HAMMERFALL und KING DIAMOND, wenn ich nicht irre. Damit hat Breaking The Chains allerdings nix an der Mütze, der Song klingt eher wie DOKKEN zu Zeiten von "Tooth And Nail" (erste Achtziger-Hälfte) mit Andi Deris (HELLOWEEN, ex-PINK CREAM 69) am Mikrophon. Rockt munter vor sich hin, wenn auch schon tausend Mal gehört. Wer's braucht.
4 plus
Bea: Was mir als erstes auffällt ist, dass die Stimme für diese Art von Musik zu "milchbübchenhaft" ausfällt. Dieser Umstand macht einiges der Grundstimmung zunichte, die sowieso an einer überstrapazierten Rhythmusgitarre krankt. Da hilft auch der Seemannschor zum Schluss nicht. Nicht nur tausend Mal gehört, sondern auch tausend Mal ist nichts passiert.
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WONDERBOYS - Stronger Than You - 4:06 - Alternative Rock/Garage Rock
Bea: . da kommen die WONDERBOYS schon wesentlich kreativer daher. Obwohl das nicht unbedingt meine Musik ist, klingt das Ganze sehr gefällig. Sozusagen, ein Song zum Träumen.
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Jürgen: Cool as shit. Warum sagen eigentlich alle, Scheiße wäre kalt, wenn doch die Kacke am Dampfen ist? Weg von den Fäkalien, hin zum nächsten Thema. Echt klasse Song mit super einprägsamer Melodie, die sich unterschwellig ins Resthirn einschleicht. Passt prima zum Sitzen am Ufer des Rheins, Relaxen auf der Veranda oder wo man halt sonst noch so abhängt. Einfache, aber g-e-i-l-e Melodie. Das Ding hat was, u.a. das Zeug zu einer Hit-Single!
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PRINCESS ROCK - Feet Back On The Ground - 2:53 - Pop-Rock aus der Garage
Jürgen: Blöder Name, aber klasse Song mit einer tollen Sängerin. Ein weiterer Kandidat für eine Hit-Single. Feet Back On The Ground mag auf den ersten Eindruck hin simpel klingen, aber auf so eine starke Melodie muss man erst mal kommen! Einfache, aber ungemein wirkungsvolle "Aaahs" und "Ooohs" bei den Backings. Das hat schon beinahe was von genialem Sixties-Flair. Rockt nebenbei trotz der "plastik"-mäßigen Keyboards astrein ab. Volume in die Lautsprecher und ab auffe Tanzfläche.
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Bea: PRINCESS ROCK bauen, wie der Name schon vermuten lässt, ihren Song auf der Stimme ihrer Sängerin auf. Das ist auch absolut legitim, weil die Vocals wirklich spitzenklasse sind. Obwohl der Song innerhalb der Zusammenstellung des Samplers in seiner Art aus dem Rahmen fällt, ist er qualitativ bei den besten Stücken anzusiedeln.
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SHAKRA - Make It Alright - 3:24 - Rock
Jürgen: Schweizer, nicht wahr? Hey, der Sänger klingt angenehm heiser und dreckig. Trotz akustischer Klampfen wird hier nicht "ge-süß-holz-raspelt". Sobald man elektrisch eine Schippe drauflegt, gibt es gar nix mehr zu meckern. Sehr eingängiger, starker Refrain, welcher den Song live garantiert zum Knaller werden lässt. Egal ob am Lagerfeuer oder auf einer großen Bühne. Habe die Band im Jahr 2000 im Vorprogramm von GREAT WHITE gesehen und kenne (leider) nur das Album "Power Ride" vom Anfang des Jahrtausends, doch das hier macht Bock auf mehr!
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Bea: Au weia, Jürgen, das ist jetzt aber nicht Dein Ernst, oder? Der Sänger weist eindeutig weinerliche Tendenzen auf; die Melodie ist so schlicht, dass ich sie spontan mitsingen und -schunkeln kann, und dann der Text. Zitat: "I cried oceans of tears since you've left me alone.", also wirklich, flacher geht's nimmer! Einzig zur Handhabung der Gitarre kann ich nicht meckern.
4 minus
AXEL RUDI PELL - The Temple Of The King - 6:36 - Classic Rock
Jürgen: Eine mehr als gelungene Interpretation der alten RAINBOW-Nummer. Überraschendes Solo inmitten eines Songs, dem Herr Pell deutlich seinen eigenen Stempel aufdrückt. Ronnie James Dios Vocals haben das Original zu einem Klassiker werden lassen, und vocalistisch gibt's hier ebenfalls nix zu meckern. Kurz & bündig: Mehr als G-U-T!
Nebenbei bemerkt, es lässt sich zwar nicht vermeiden, dass unsere Sprache mehr und mehr von Anglizismen durchsetzt wird, aber vielleicht hätte der Axel Rudi international mehr reißen können, wenn er sich bezüglich des Namens etwas ausgedacht hätte. Allerdings, es hätte auch schlimmer kommen können. Oder würdet ihr Platten von einem Axel Helmut Kohl kaufen?
2 plus
Bea: Na ja, die Stimme ist nicht so nach meinem Geschmack, aber die Melodie ist so wunderbar traurig und ergreifend, das macht solche Nebensächlichkeiten wieder wett. Eine authentisch gefühlvolle Interpretation des Themas. Einzigartig ist besonders die Gitarrenarbeit, die wirklich diese traurige, märchenhafte Stimmung vollkommen zu vermitteln vermag. Allein für dieses einzigartige Gitarrensolo hat der Track für mich Hör-Tipp-Status.
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FAZIT
Bei aller Kritik gingen wir stets davon aus, dass alle Beteiligten ihr Bestes gegeben haben und viel Herzblut und Gefühl in den einzelnen Songs stecken. Niemals wird man allen Lesern und vor allem Musikern gerecht, weil man ja auch selber gewisse Vorlieben besitzt. Falls hier der eine oder andere Titel nicht gebührend gewürdigt wurde. der Respekt vor der Leistung aller Beteiligten soll an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betont werden!
Obwohl er musikalisch ein ziemliches Sahneteil darstellt, fehlt dem Sampler wie bereits erwähnt das dazugehörige Häubchen aufgrund der mangelhaften Informationen bezüglich der Interpreten und Alben. Wir warten auf "Rock Of Ages 4"!
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