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Buch-Review:
Peter Kemper (Herausgeber)Rock Klassiker |
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Neulich im Buchladen - man läßt die Blicke im Kleinstregal 'Rockmusik' schweifen, mal hier und da hin ... hmmm, da steht der Schuber 'Reclam Rock Klassiker', und da ... zonng! Stopp, rewind - was steht da? Der Schuber RECLAM ROCK KLASSIKER? Reclam, so wie die gelben Heftchen voll mit klassischer Literatur? Genau, und auch noch im selben Format! Was hat denn Reclam nun mit Rock zu tun, und obendrein hat laut Aufdruck ARTE auch noch die Finger drin. ARTE und RECLAM und ROCK ist so wie Musik und Ich und Westernhagen. Geht doch eigentlich garnicht. Aber wohl doch. Es ist natürlich kein normales Rocklexikon geworden; sondern die drei Bände enthalten das, was man bei Reclam als Rockklassiker - also stilbildende Gruppen oder Personen - ansieht. Pro Gruppe jeweils mehrere Seiten voll mit der Bandgeschichte und Kurzreviews - eher Statements - zu den Platten. Alles wird durch die chronologische Erzählweise in einen Zusammenhang gesetzt, der manches tatsächlich verständlicher macht als eine Einzelkritik (so wie eine "Best Of" nie eine Sammlung aller CDs einer Band ersetzen kann, Bonustrack hin oder her). Viele verschiedene Schreiber haben Artikel geliefert, so dass eine nicht einheitliche Schreibe entstanden ist, und man das Glück hat, öfter einen Stil zu finden, der einem zusagt, als das Gegenteil. Zumeist hat man allerdings den Fan-Schreiberling das Portrait 'seiner' Gruppe schreiben lassen (wenn das auch z.B. im Falle von Colosseum jemand ist, der nur die frühen Colosseum mag, und alles spätere blutleer findet...). Aus meiner Sicht fehlen von den Gruppen, die ich in ein solches Werk eingeordnet hätte, nicht viele. Die Allman Brothers haben's nicht geschafft, aber Skynyrd; Chicago nicht, aber BS& T; Westerhagen auch und Grönemeyer (naja...). Die Monkees und die Scorpions (ja, die aus Hannover, die stiehlbildenden Klassiker aus der Provinz...) und Soft Machine auch, aber If nur nebenbei bei Colosseum, Thin Lizzy fehlt, Ten Years After auch, dafür gibts Tortoise (?) und Laurie Anderson (?), usw. usw., kann man beliebig fortsetzen. Da gäbe es aber je nach Gusto immer was zu Meckern. Was muß ein Rocklexikon haben, damit es zum Kauf und zum Schmökern veranlaßt? 2. Keine allzu krassen Fehlurteile der Sorte, daß man das Buch aus lauter Ärger in die Ecke wirft (ich rede jetzt nicht von LP-Beurteilungen des Rezensenten, die mir als Hörer nicht passen, davon gibt's zu Hauf). Ok für Reclam, soweit ich das beurteilen kann. 3. Der Artikel sollte Lust machen, die LP/CD noch einmal/mal wieder zu hören, da man Neues entdecken kann oder Vertrautes neu hört. Jeff Beck getestet - find ich zwar immer noch weitestgehend schwer verdaulich, aber das Lexikon macht es mir um einiges verständlicher, warum er das tut, was er tut. Ok für Reclam. 4. Im Zeitalter des Internet und der allseits verfügbaren Information - einen guten Preis. Die drei Bände kosten 38 Euro (Hugendubel). Das ist nicht ok. Fazit: Das ist ein Lexikon für alle diejenigen von uns, die entweder eh zu viel Geld für Rockmusik ausgeben, und also auch alles darüber wissen wollen (also wir alle), und außerdem wissen, wie man 'Sozialisation' buchstabiert (und was es heißt, also auch wir alle, denn wir hatten davon ja mehrere, bis auf Floyd, den fetten Roadie [Du meinst den mit der am Mund festgewachsenen Bierflasche und dem Geldbeutel an der Stahlkette und den Koteletten bis zum Kinn?]); oder aber die Neureichen unter uns. Man ordne sich ein, und... Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 16.08.2003
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