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Verschiedene Interpreten:More Relics - |
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Ein weiterer Pink Floyd-Tribute. Wer braucht das? Und auch noch von deutschen Bands eingespielte Versionen. Klingt als wollte man deutschen Fußball mit dem aus Kamerun vergleichen. Wo die einen zaubern, stolpern die anderen. Gar keine guten Voraussetzungen für dieses Tribute Album also. Die Psychedelic Szene ist eine besondere Szene. Mehr oder weniger in sich abgeschlossen und relativ unbeachtet von der breiten Masse, tummeln sich alte und junge Hippies in bunten Farben, wirbelnden Tönen, duftenden Wolken und angenehmen Drogen. Man sollte sich mal die Zeit nehmen und die Homepages der beteiligten Bands besuchen. Wirklich interessant, was für Kunstwerke teilweise zu bestaunen sind. "More Relics" beginnt mit Sysyphus aus dem Jahr 1969 und auf der LP "Ummagumma" ein vierteiliges Werk. Der studierte Musiker Rüdiger Gleisberg hat eine Interpretation zwischen E(lektronischer)- und E(rnster)-Musik daraus gemacht. Sysyphus strahlt keinen Hippie-Appeal aus, sondern klingt eher wie der Soundtrack eines deutschen Film-Psychograms. Interessanter Einstieg. Bereits mit A Saucerful Of Secrets (übrigens nicht von der gleichnamigen LP, sondern von "Ummagumma") hätte ich normalerweise Probleme. Das Original ist knapp 13 Minuten lang, die Briten MR. QUIMBY'S BEARD haben es auf "nur" knapp 12 Minuten reduziert. Purer Space Rock (ich höre doch immer wieder HAWKWIND) mit flirrenden, blubbernden Synthesizer-Sounds und von links nach rechts "wandernder" Percussion- und Drum Begleitung. Reichlich wirr, aber nach gut 5 Minuten kriegen sie die Kurve und plötzlich haben wir einen klasse Song. SOLAR PROJECT kommen anschließend mit einer sehr schönen Version von Echoes (auf "Meddle", 1971). Astreine Gitarrenarbeit und stimmiger Gesang, tolle Keyboards. Und das 23 Minuten lang! Ein toller Trip. Natürlich ist so was heutzutage reichlich versponnen, aber die Band aus Moers weiß was sie tut. Immerhin existiert das SOLAR PROJECT seit 1990 und hat eine ganze Latte CDs auf dem Buckel. Fat Old Sun von "Atom Heart Mother" ist dann der endgültige Beweis. Die alten Pink Floyd-Schinken sind problemlos ins Jahr 2002 transportierbar. Das ist moderner Prog Rock ohne sinnlose Schnörkel und mit Betonung auf Rock. Großartig. RPWL muss der Prog Rock Fan unbedingt genauer unter die Lupe nehmen. Klasse Band. Nach diesem vierten Track der CD hat man bereits 45 Minuten hinter sich. Verblüffend, wie schnell die Zeit mit solcher Musik vergehen kann. Für den Song Embryo musste ich erst mal gründlich meine alten Platten durchwühlen. Und ich hab ihn prompt nicht gefunden. Mit Ibiza Bar wird es dann wieder rockig modern. Man glaubt kaum, dass der Song 32 Jahre alt ist und auf dem Soundtrack "More" das Licht der Welt erblickte. SULA BASSANA ist eigentlich Dave Schmidt und der ist Bassist von LIQUID VISIONS. Sula Bassana ist nichts anderes als ein Vogel namens Baßtölpel (lateinisch Morus bassanus)... Der Name Syd Barrett taucht auf der gesamten CD nur einmal in den Songwriter Credits auf. Bei Pow R. Toc H.. Und das langt dann auch. Wirres Gedudel mit irgendwelchen Free Jazz Anleihen. Ich habe mir erspart, zum Vergleich das Original (auf dem Debüt "The Piper At The Gates Of Dawn" von 1967) noch mal anzuhören. Zum Abschluss gibt es das "jüngste" Stück der CD. Eclipse von "Dark Side Of The Moon" aus dem Jahr 1973. Schön und brav gemacht, aber relativ höhepunktarm. War auch im Original nie mein Favorit. Um meine Frage von oben selbst zu beantworten: Diese CD braucht natürlich nicht jedermann. Aber wer Pink Floyd mochte oder mag und wer nicht (wie die Originale) inzwischen versteinert ist, sollte sich dieses Tribute Album unbedingt holen. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 30.06.2002 |
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