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Light Of Day

A Tribute To Bruce Springsteen

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Light Of Day
Light Of Day, Good Sounds Music, 2003
Länge: 117 Min 07 Sek Medium: Do-CD
CD 1: 
1. Elliott Murphy - Better Days 9. Matthew Ryan - Something In The Night
2. Dion - Book Of Dreams 10. Mike Rimbaud - Atlantic City
3. Lucky 7 - Valentine's Day 11. Sid Griffin - Highway Patrolman
4. Dan Bern - Thunder Road 12. Billy Bragg & The Blokes - Mansion On The Hill
5. Crazysloth - Candy's Room 13. Joe D'Urso & Stone Caravan - Badlands
6. The Mystic Knights Of The Sea (feat. Dan Baird & Rick Richards) - Johnny 99 14. Steve Wynn - State Trooper
7. Nils Lofgren - Man At The Top 15. Gary Lucas' Gods And Monsters - Ain't Got You
8. Cindy Bullens - If I Should Fall Behind
CD 2: 
1. Elvis Costello - Brilliant Disguise 8. Rosie Flores - Lucky Town
2. Cracker - Sinaloa Cowboys 9. Willie Nile - I'm On Fire
3. Pete Yorn - New York City Serenade 10. Kirk Kelly - Downbound Train
4. Graham Parker - Pink Cadillac 11. Patty Griffin - Stolen Car
5. Garland Jeffreys - Streets Of Philadelphia 12. The Paradise Brothers - Souls Of The Departed
6. Jason Ringenberg - My Hometown 13. Mark Wright - Two Hearts
7. Joe Grushecky - Light Of Day 14. Graziano Romani - The Promise

Und wieder mach ich mich auf, in die Höhle des Löwen. Oh ja, ich kann sie schon aufschreien und ihre Messer wetzen hören, all die "State Trooper" und "Patrolmen" und wie sie alle heißen, die jederzeit bereit sind sich für ihren "Boss" in die Bresche zu werfen, sollte ein Funken der Kritik über dessen Haupt entzündet werden. Aber, keine Sorge, hier geht's ja darum was andere mit den Songs von Mr. Springsteen angestellt haben.
Denen sitzt die Ehrfurcht natürlich auch im Nacken und so stellen die wenigsten Außergewöhnliches mit den Vorlagen an. Elliott Murphy reduziert Better Days auf ein überwiegend akustisches Gerüst, lässt im Hintergrund ein Cello mitfiedeln und Olivier Durand etwas Slide spielen, bleibt aber sonst nahe am Original.
Dion DiMucci, besser bekannt als Dion erzählt aus dem Book Of Dreams nur zur Akustischen und lässt sich von ein paar Backgroundstimmen süßlich unterstützen. Auch noch ganz nett.
Valentine's Day wird von LUCKY 7 natürlich mit Akkordeon und akustischen Instrumenten mit einem leicht (irisch-) folkigen Einschlag zelebriert. Lässt sich gut anhören. Dan Bern hält sich, nur mit Gesang und Akustikgitarre, bei Thunder Road eng an die von Bruce auch schon mal präsentierte Akustikversion. Na ja, dieser Song braucht einfach eine Band die an den entscheidenden Stellen Gas gibt - ob bei Bruce oder bei Dan.
Immerhin kommt bei Johnny Hickman und seinen Jungs von CRAZYSLOTH bei Candy's Room etwas Schwung in dieses Album. Großteils auch am Original entlang, werden dann aber nach dem ersten Break doch ein paar schräge, desert-ähnliche, wildere Töne hörbar. Da denkt man: Ah, jetzt werden sie's aber g'scheit verwursten, der finale Bleifuß kommt aber dann doch nicht. Schade.
Wenigstens bringt Dan Baird dann weiteren Drive in diese Geschichte. Dazu hat er gleich seinen alten Kollegen Rick Richards im Gepäck und der liefert auch eines seiner typischen Rock'n'Roll Soli ab. Das Schlagzeug klopft mir allerdings etwas zu stupide. Da hätte man vielleicht doch Mauro Magellan anheuern sollen. Trotzdem: Die erste Nummer die das Original übertrifft (JA, ich hab's getan!).
(Und etwas anderes hätten wir an dieser Stelle auch gar nicht zugelassen! Red.)

Die nächsten Songs kann man alle in den selben Sack stopfen. Klar, klingt das klasse wenn Nils Lofgren den Man At The Top spielt, oder, sogar noch besser mit ihrer dunklen Stimme, Cindy Bullens If I Should Fall Behind singt. Aber ebenso wie die folgenden Stücke ist das im Prinzip Lagerfeuer-Ein-Mann-Geleier und ob man das auch noch braucht?
Dann schon lieber BILLY BRAGG AND THE BLOKES der Mansion On The Hill zu einem Country-Swing brummelt. Eignet sich hervorragend für ein kleines Tänzchen durch den nächsten Saloon. Übrigens ein klasse Bar-Piano von Ian McLagan gespielt!

Ja, langsam kommt Freude auf. Wenn Joe D'Urso Badlands ein afrikanisch-karibisches Sound- und Rhythmuskostüm verpasst brauchts kein Gras um sich anzutörnen. Ist da etwa Paul Simon auch noch mit von der Partie? Nee, hätt' aber sein können...
Dass es bei Steve Wynn nicht mehr so lustig bleibt, war ja klar. Da brodelt eintönig-hypnotisch unter Chris Cacavas' Keyboards der State Trooper hervor und macht einen ganz kirre mit diesem Sprechgesang und diesen metalisch klingenden Sounds.
Puuh... etwas Erholung gönnt einem Ain't Got You. Hier gespielt von Gary Lucas' GODS AND MONSTERS, der den Bo Diddley-Aspekt dieser Nummer erkannte und entsprechend noch mehr Wert darauf legt.

Erste Scheibe geschafft - rein mit der zweiten.
Wenig spektakulär, was der Elvis Costello hier macht, aber Brilliant Disguise, nur auf Gitarre, Bass, Schlagzeug reduziert, entwickelt in dieser Country-Version unerwartete Qualitäten und gefällt mir besser als die aufgeblasene Springsteen-Produktion.
CRACKER kommen da noch mal mit kompletter Band zu den Sinaola Cowboys und packen sie in ein mexikanisch inspiriertes Gewand. Gut für den Sonnenuntergang.
Dann geht's halt bald wieder los mit den "Solokünstlern"... oder zumindest sparsamst instrumentiert. Pete Yorn singt wunderbar Springsteen-mäßig, Graham Parker blamiert sich auch nicht, aber dieses alberne Drum-Geplätscher bei Streets Of Philadelphia hätte sich Garland Jeffreys sparen können. Abgesehen davon rettet es diesen Song sowieso nicht... der ist einfach langweilig.

My Hometown war immer Jason Ringenberg's Lieblings-Springsteen-Song (erzählt er im Booklet) und so bringt er hier in seinem typischen Stil und Gesang eine countryfizierte Version.
Aber jetzt wird's ordentlich krachen: Joe Grushecky rückt für Light Of Day an. Denkt man.
Na ja, ist ja im Prinzip nicht schlecht, so eine... ach, aber wieder mit akustischer Gitarre und mehr Percussion als Drums... wenn nicht soviel lahme Songs auf diesen zwei CDs wären, könnt ich hiermit gut leben, aber so... weder Fisch noch..., Ihr wisst schon.
Ganz lustig kommt noch Kirk Kelly mit seiner Ukelele, der Downbound Train als Skiffle-Folk spielt.

Meistens sind auch die Kommentare zu den Songs im Booklet interessant. Alle Erträge aus dem Verkauf dieser CD gehen an "The Parkinson's Disease Foundation" und den "Kristen Ann Carr Fund" in New York, somit eine gute Idee (solange sie nicht an die "Ellen Jamesianerinnen" gehen...).
Ach ja, am Schluss bringen GRAZIANO ROMANI noch mal ein richtig gut gespieltes The Promise und das steht dem Original in keinster Weise nach! Nicht unbedingt sonderlich originell interpretiert aber mit dem richtigen Pepp und Herzblut vorgetragen. Diese Italiener...

Tja, da fast alle Songs im Original so 'ne Art Klassiker sind, muss man angesichts der hier erbrachten Leistungen wohl eingestehen: It's the singer, not the song.
Fast immer...

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 11.06.2004

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