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From A Man Of Mysteries

A Steve Wynn Tribute

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Blue Rose Records
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All Music Guide (englisch)

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From A Man Of Mysteries
From A Man Of Mysteries, Blue Rose Records, 2004
Länge: 115 Min 01 Sek Medium: DoCD
CD 1: 
1. Dave DeCastro - Whatever you please 8. Rich Hopkins & the Luminarios - That's what you always say
2. Deanna Varagona Experience - Grace 9. Paco Loco Trio - Carelessly
3. Dennis Duck - Tears won't Help 10. The Silos - Tell me when it's over
4. Chris Eckman - Follow me 11. Sam Lapides - Never ending Rain
5. Brad Rice - Younger 12. Pat Thomas - Until lately
6. Chris Brokaw - Drizzle 13. Chris Cacavas & the Slivers of Hope - 500 Girl Mornings
7. Jaap Boots - Ik reis alleen (Now I Ride alone) 14. John Munson - If my Life was an open Book
CD 2: 
1. Sid Griffin & the Albanians - When she comes around 8. Jason Victor - What we call Love
2. Robert Lloyd - Some kinda itch 9. Chuck Prophet - Merritville
3. Gutterball - Morningside Heights 10. Russ Tolman - The blue Drifter
4. Transmissionary Six - Lay of the Land 11. Willard Grant Conspiracy - Silence is your only Friend
5. Concrete Blonde - When you smile 12. Minus 5 - Waiting like Mary
6. Somebody's Darling - Mask of Shame 13. Thalia Zedek - Burn
7. Kirk Swan - Here on Earth as well 14. Luc Crabbe & Nathalie Duyver - Cats and Dogs

Steve Wynn feiert 25-jähriges Jubiläum als "Recording Artist" - wie die Zeit vergeht...
Wynn hat sich wohl schon alleine durch das Album "The Days of Wine and Roses" seiner Band THE DREAM SYNDICATE unsterblich gemacht, aber er war auch unzweifelhaft einer, der den etwas umständlich als "Paisley Underground" bezeichneten Musikstil mitgegründet hat. Und dessen Merkmal war nunmal die von psychedelischen Farben durchsetzten, aber immer vorwärtstreibenden Klanggemälde.
Auch für die LONG RYDERS, die ebenfalls als Vorreiter aus der selben musikalischen Schublade angesehen werden, hatte er vorher schon in die Saiten gegriffen, um danach auf Solopfaden zu wandeln (bzw. in letzter Zeit wieder mit seiner neuesten Band THE MIRACLE 3). Immerhin hat er auch noch Zeit, sich seinem "Seitenprojekt" GUTTERBALL zu widmen.

Der Titel dieser Tribute-DoppelCD ist klug gewählt: Steve Wynn war (und ist) auch immer einer, der gerne mal ins Mystische (und manchmal sogar ins Bizarre) abgedriftet ist. Und so findet man hier denn auch haufenweise Belege dafür. Teils sind die Songs recht nah am Original, oft aber auch total verfremdet, so dass man sie auf Anhieb nicht erkennt.

Laut Labelinfo sind alle Tracks erst in der letzten Zeit eingespielt und Steve Wynn wusste nicht Bescheid, man konnte ihn also auf einer "Surprise Party" mit diesem Tribute, dessen Songs logischerweise seine ganze Schaffensperiode abdecken, total überraschen.
Ich kann nicht verhehlen, dass ich bei manchen Interpretationen ebenso überrascht bin. Mal positiv, mal negativ.
Beispielsweise treffen für mich Chuck Prophet, Dave DeCastro, THE SILOS (die sich hier anhören, als wäre es Wynn selbst), Sam Lapides und Rich Hopkins mit seinen LUMINARIOS (die wieder losbrettern, als gäbe es kein Morgen mehr...) voll ins Schwarze, während mich andere Beiträge, u.a. von DEANNA VARAGONA EXPERIENCE, PACO LOCO TRIO, TRANSMISSIONARY SIX nur ratlos vor den Lautsprechern zurückliessen.

Nicht dass man den teilweise recht unbekannten Künstlern Musikalität absprechen könnte, aber es ist schon teilweise etwas arg "schräg". Klar, hier werden Steve Wynn-Songs in die akustische Mangel genommen - mit all ihren psychedelischen Schattierungen - ein harmloses Pop-Gedudel war bestimmt nicht zu erwarten. Für meinen Geschmack kommt der Power-Rock'n'Roll des Mystikers Wynn etwas zu kurz. Na ja, sei's drum...

Was allerdings der Holländer Jaap Boots draus macht, nämlich Now I ride alone in holländisch als Ik reis alleen stimmt mich wieder versöhnlich. Obwohl ich kaum was mit der Sprache anfangen kann - er bringt einfach eine tolle Stimmung rüber - mit akustischer Gitarre im besten Sinne eines Singer/Songwriters. Der war wohl auch die treibende Kraft zur Durchführung dieses Projekts.

Und Edgar Heckmann, einer der rührigsten Labelchefs diesseits des Atlantik, hat dann dafür gesorgt, dass die Idee auch durchgezogen wurde.
Wie immer bei seinem Label Blue Rose mit einer, man muss es einfach so sagen, überragenden Ausstattung des Produkts (doppelt aufklappbares Digipack!), einem dickem Booklet, in dem jeder Künstler zu "seinem" Track einen teilweise auch sehr ausführlichen Kommentar abgibt. Unwillkürlich denkt man: Gäbe es doch nur mehr Rosen wie diese im Business! Da können sich die "Majors" (wieder) mal eine Scheibe abschneiden! Klasse Produktion und wie gewohnt hervorragender Klang!

Sympathisch ist, dass ein Teil der Einnahmen in die Bowery Organisation in New York City fliessen, die sich um das (Über-)Leben und die Ausbildung Obdachloser kümmert.

Für Steve Wynn-Fans ist klar, dass man diese Tribute-CD im Regal haben muss. Alle anderen sollten von den Soundbeispielen des Labels Gebrauch machen und sich dann entscheiden.

Ich denke, dass es an dieser Stelle aber auch angebracht ist, nochmal auf eine originäre Steve Wynn Platte hinzuweisen, ebenfalls als Doppel-CD und mit der schon angesprochenen überragenden Ausstattung: Nämlich das 2001 erschienene "Here come the Miracles", intelligenter, "straighter" Rock'n'Roll mit natürlich auch den charakteristisch psychedelischen Momenten - eine Platte die rundrum Spass macht und die eine teilweise geradezu magische Wirkung entfaltet.

Das offizielle Erscheinungsdatum der Tribute Doppel-CD ist der 21.6.2004. Danke an Blue Rose zur Vorabüberlassung eines Exemplars.

Manni Hüther, (Impressum, Artikelliste), 10.06.2004

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