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| Endless Highway - The Music Of The Band, 429 Records, 2007 |
| Produziert von: Stu Fine & Steve Vining |
Länge: 79 Min 28 Sek |
Medium: CD |
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| 1. This Wheel's On Fire - Guster | 10. Rag Mama Rag - Blues Traveller |
| 2. King Harvest - Bruce Hornsby | 11. Whispering Pines - Jakob Dylan/Lizz Wright |
| 3. It Makes No Difference - My Morning Jacket | 12. Acadian Driftwood - The Roches |
| 4. I Shall Be Released - Jack Johnson with Alo | 13. The Unfaithful Servant - Rosanne Cash |
| 5. The Weight - Lee Ann Womack | 14. When I Paint My Masterpiece - Josh Turner |
| 6. ChestFever - Widespread Panic | 15. Life Is A Carnival - Trevor Hall |
| 7. Up On Cripple Creek - Gomez | 16. Look Out Cleveland - Jackie Greene |
| 8. The Night They Drove Old Dixie Down - The Allman Brothers Band | 17. Rockin' Chair - Death Cab For Cutie |
| 9. Stage Fright - Steve Reynolds | |
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Eine Band schlicht THE BAND zu nennen war nicht wirklich ein Feuerwerk an überschäumender, kreativer Energie. Trotzdem schafften es die Herrn Robertson, Helm, Danko, Manuel und Hudson Musikgeschichte zu schreiben. Furore machten sie nicht nur durch ihre Zusammenarbeit mit Ronnie Hawkins und dem wohl besten Nasalsänger aller Zeit, Bob Dylan, sondern insbesondere auch durch ihr Projekt mit Martin Scorsese: dem legendären The Band-Endzeit-Dokumentarfilm "The Last Waltz", der umso besser kommt, desto mehr Lenze der Betrachter zählt (probiert es ruhig selber nochmals aus).
Nach dem üblichen Hin und Her, das wohl jeder großen Band zu Eigen ist, wie unvollständigen Reunionen und einigen weiteren letzten Alben besiegelte der Tod von Rick Danko 1999 den wirklich finalen Walzer der Band THE BAND.
Trotzdem lebt ihre Musik weiter. Die für THE BAND übliche Mischung aus Folk-Rock-Americana hat ebenso viele Musiker inspiriert, wie zur Nachahmung animiert. So kommt es, dass THE BAND zu den meist gecoverten Bands überhaupt gehört. Auch hierzulande: Es ist wohl jedem bekannt, zu welch zweifelhaften Ruhm es die Melodie der Südstaatenhymne The Night They Drove Old Dixie Down in den deutschen Hitparaden gebracht hat. Und weil es so viel Spaß macht, THE BAND-Songs zu spielen, ist rechtzeitig zum 30-jährigen Jubiläum von "The Last Walz" dieses Tribut-Album erschienen, auf dem sich illustre Namen ein Stelldichein geben.
Gleich zu Anfang lassen GUSTER mit This Wheel's On Fire die rechte Atmosphäre aufkommen. Sie interpretieren den Hit beherzt und mit Stil.
Einen wahren Höhepunkt des Albums liefern WIDESPREAD PANIC ab. Es groovt und swingt in ihrer Version von Chest Fever. Letztendlich nicht zu übertreffen ist aber die Leistung von THE ROCHES. Was sie aus Acadian Driftwood machen, ist aller Ehren wert. Die wunderschönen, mehrstimmigen Gesänge und die gefühlvolle Instrumentierung lassen sofort ein Gefühl von einziehenden Regenfronten über endlosen Steppen aufkommen.
Auch Rosanne Cash lässt sich nicht lumpen. In ihrer Interpretation von The Unfaithful Servant wechseln sich Melancholie und Hoffnung eindrucksvoll ab.
Nicht so ganz halten THE ALLMAN BROTHERS BAND und die BLUES TRAVELLER was ihre großen Namen suggerieren. Erstere zerdudeln The Night They Drove Old Dixie Down zum Langweiler der CD, während unter der Egide zweiterer Rag Mama Rag zum Nervtöter des Albums mutiert. Gregg Allmans Band fehlt dort der Biss, wo es John Poppers Reisende in Sachen Blues an Struktur mangelt. Schad, aber da kann man nix machen.
"Endless Highway - The Music Of The Band" ist ein überaus hörenswertes Album geworden. Es bietet einen schönen Querschnitt durch die Hits von THE BAND. Die Scheibe kann den Unkundigen ebenso locker begeistern wie den Hardcorefan, obwohl es aus dieser Ecke sicherlich wieder Genörgel gibt. Jedenfalls ist "Endless Highway" eine Compilation für viele Gelegenheiten. Sie versüßt weite Autofahrten genauso sicher, wie sie auf jeder distinguierten Familienfeier ein erstauntes Lächeln auf die Gesichter zaubern wird.
Muss ich hier noch viele Worte über THE BAND verlieren? Wer als leidlich Musikinteressierter diesen legendären Haufen Musiker nicht kennt, sollte sich im Netz zunächst ein wenig schlau machen, oder aber, ganz unvoreingenommen, das vorliegende hochinteressante Tribute-Album "Endless Highway" zu Gemüte führen, um einen Einstieg zu finden. Natürlich sollte man sich aber spätestens nach Genuss dieses Albums die Originalaufnahmen beschaffen, weil, mit Verlaub, die sind einfach unübertroffen. Da geht einfach nichts drüber. Da rütteln auch die siebzehn hier angetretenen Künstler bzw. Bands nicht dran.
Alle Interpreten geben sich die größte Mühe, manchen gelingt es, ein paar sehr schöne und gelungene Versionen der BAND-Klassiker zu präsentieren, manch andere bleiben hinter den Erwartungen zurück. Das wäre ja auch zu schön gewesen, 17 Volltreffer zu landen.
Die Songauswahl stellt sich, erwartungsgemäß, als risikoarm heraus. Die üblichen Verdächtigen möchte man sagen, die Hits sozusagen. Die ausführenden Musiker mögen da schon eher für Erstaunen sorgen. Jack Johnson oder DEATH CAB FOR CUTIE hätte ich nun nicht unbedingt erwartet. Bands wie GUSTER, Musiker wie Steve Reynolds oder Trevor Hall blieben mir bisher verborgen. Doch egal, die Namen sind hier zweitrangig. Das musikalische Ergebnis zählt letztlich.
Unglücklicherweise fallen eigentlich nur die ALLMAN BROTHERS aus dem Rahmen, weil sie The night they drove old dixie down ziemlich verhunzen. Die Band schludert herum, klingt uninspiriert bzw. scheint den Song mal eben ungeprobt aus dem Ärmel zu schütteln, das groovt einfach nicht und trudelt unentschlossen umher. Gregg Allman singt zudem als sei er auf Valium.
Bruce Hornsby klingt bei King Harvest ein wenig zickig, knödelt zu arg und die Combo scheint vom Blatt zu spielen. Etwas steif, die Herren.
MY MORNING JACKET machen ihre Sache bei It makes no difference gut, baden in großen Hallräumen, aber ertrinken nicht. Die richtige Band für solch einen Über-Song.
Jack Johnson, unser niedlicher Sunnyboy, wird seinem Ruf erneut gerecht, drückt dem Dylan-Klassiker I shall be released seinen eigenen Stempel auf (wenn er auch nicht unbedingt jedem gefallen wird). Johnson klingt mal wieder wie die erfrischende Brise am Ende eines heißen Tages.
Lee Ann Womack versucht sich am dutzendfach gecoverten The weight. Da habe ich schon bessere Versionen gehört. Möglicherweise ist dieses Lied aber einfach auch nur zu abgenudelt. Mittlerweile kennt man es ja wie seine eigene Westentasche.
Wer auf Jam-Band-Kram steht, wird wohl auch mit WIDESPREAD PANICs verrockter Version von Chest fever klar kommen. Jedenfalls gelingt es den Jungs, ihren veränderten Ansatz durchzubringen, obwohl die heavy Hammond B-3 schon reichlich gewagt daherkommt. Mutig.
GOMEZ' Up on Cripple Creek kann den ländlichen Charme des Originals nicht toppen, weil sie versuchen den guten alten Cripple Creek quer durch die Stadt zu verlegen.
Meine persönliche Überraschung des Albums ist die wunderbare Version von Jakob Dylans Whispering pines. Gemeinsam mit der lieblichen Lizz Wright säuselt er sich engumschlungen und fast unerkannt durch den Schattenwald.
THE ROCHES singen Acadian driftwood mit bewährter Grandezza und polieren diesen ohnehin schon funkelnden Edelstein mit Fiddle und Whistle noch ein wenig auf.
Rosanne Cash weckt mit ihrem Unfaithful servant wohlige Erinnerungen an ihre "10-Song-Demo"-Zeit. Ungekünstelt und direkt ins Herz.
Im Großen und Ganzen ein recht gelungenes, stets abwechslungsreiches Tribute-Album, das man wunderbar in einem Rutsch durchhören kann. Eine würdige Ehrerbietung an unvergessene, unvergleichliche Helden der amerikanischen Musikgeschichte: Rick Danko, Levon Helm, Garth Hudson, Richard Manuel, Robbie Robertson - THE BAND.
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