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| Dead Man Walking - Music From And Inspired By The Motion Picture, Sony BMG, 2006 |
| Produziert von: Jeff Magid |
Länge: 50 Min 36 Sek (CD) |
Medium: CD & DVD |
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| CD: | |
| 1. Bruce Springsteen - Dead Man Walkin' | 8. Mary Chapin Carpenter - Dead Man Walking (A Dream Like This) |
| 2. Johnny Cash - In Your Mind | 9. Tom Waits - Walk Away |
| 3. Suzanne Vega - Woman On The Tier (I'll See You Through) | 10. Steve Earle - Ellis Unit One |
| 4. Lyle Lovett - Promises | 11. Patti Smith - Walkin Blind |
| 5. Nusrat Fateh Ali Khan with Eddie Vedder - The Face Of Love | 12. Eddie Vedder with Nusrat Fateh Ali Khan - The Long Road |
| 6. Tom Waits - The Fall Of Troy | 13. Eddie Vedder - Dead Man (Bonus Track, previously unreleased) |
| 7. Michelle Shocked - Quality Of Mercy | |
| DVD - "Not In Our Name" Dead Man Walking - The Concert: | |
| 1. Steve Earle - Ellis Unit One | 7. Ani DiFranco - Fuel |
| 2. Lyle Lovett - Promises | 8. Eddie Vedder - Trouble |
| 3. Lyle Lovett - L.A. County | 9. Eddie Vedder & Jeff Ament - Dead Man |
| 4. Lyle Lovett & Steve Earle - Lungs | 10. Eddie Vedder, Jeff Ament, Rahat Nusrat Fateh Ali Khan, Dildar Hussain, John Densmore & Dave Robbins - The Long Road |
| 5. Ani DiFranco - Crime For Crime | 11. Eddie Vedder, Jeff Ament, Rahat Nusrat Fateh Ali Khan, Dildar Hussain, John Densmore & Dave Robbins - The Face Of Love |
| 6. Ani DiFranco - Up Up Up Up Up Up | |
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Zu einem der beeindruckendsten Filme die ich gesehen habe, gehört mit Sicherheit "Dead Man Walking", der Film über einen zum Tode Verurteilten. Große schauspielerische Leistungen von Madonnas Ex Sean Penn und Susan Sarandon in den Hauptrollen, setzen das Buch von Helen Prejean (Sister Helen) eindringlich auf der Leinwand um.
'Dead Man Walking' bezeichnet den Häftling, der auf dem Weg aus seiner Zelle zur Hinrichtung ist. Allein die Bezeichnung ist bizarr.
Wie bei jedem guten Film, trägt auch die Musik zum Erfolg gehörig bei. Regisseur Tim Robbins hatte etliche Stars angeschrieben und ihnen Filmausschnitte geschickt, zu denen diese komponierten. Nicht alle Songs kamen schließlich im Film vor und manche schafften es nicht mal auf das Soundtrackalbum, aber die Bilder hatten offensichtlich eindringlich gewirkt.
So finden sich schwermütige Nummern von Bruce Springsteen (Dead Man Walkin'), die einem schon gleich zu Beginn einen Klos im Hals bescheren.
Wer könnte bei diesem Thema auf Johnny Cash verzichten. Der kennt sich mit Gefängnissen aus und kennt genug Leid um die Sache lockerer anzugehen und präsentiert seine Gospel-inspirierte Nummer In Your Mind im bewährten Boom-Chicka-Boom Rhythmus, mit prominenter Unterstützung u.a. von Ry Cooder und Steve Earle.
Experimenteller wird's bei Suzanne Vega, die bei Woman On The Tier Drumloops einsetzt, aber die Stimmung doch recht gut erfasst.
Spartanischer instrumentiert Lyle Lovett sein Promises, das er nur von zwei Gitarren begleiten lässt. Fast wie Poesie erscheint das Lied, wäre da nicht dieser Hintergrund. Nichtsdestotrotz hört man Lyle, wie üblich, aufmerksam zu.
Wenn Nusrat Fateh Ali Khan The Face Of Love zusammen mit Eddie Vedder von PEARL JAM singt, kommt pakistanisch-indische Stimmung auf. Man kann sich allerdings auch leicht Marokko oder was anderes afrikanisches vorstellen.
Bei Tom, Waits braucht man sich nichts vorzustellen. Dessen typische Art kennt man und auch bei The Fall Of Troy zieht ein imaginärer Trauerzug an einem vorbei.
Irgendwie hat man bei nahezu allen Genannten den Verdacht, die waren doch alle schon in Konflikt mit dem Gesetz. Gut, Bruce vielleicht nicht. Der hat eher mit hängender Unterlippe staunend zugesehen, aber die folgende Michelle Shocked passt wieder bestens zu diesem Haufen.
Quality Of Mercy bewegt sich zwischen Blues, Gospel und rhythmischen Folk. Auf ihre Art packt sie einen damit genauso, wie Mary Chapin Carpenter mit dem folkigen Dead Man Walking (A Dream Like This).
Erneut Tom Waits präsentiert mit Walk Away einen etwas schwungvolleren Song, der gut zum makaberen Friedhofswalzer einladen könnte.
Steve Earle ist natürlich ein weiterer Kompetenter und er spielt - ganz alleine - mit Ellis Unit One einen der bewegendsten Titel über den Todestrakt in seinem Heimatstaat Texas. Dass er dabei ziemlich nach Springsteen klingt..., gut, das war schon häufiger so.
Die Altmeisterin Patti Smith bringt einen im Zeitlupentempo mit ihrer Grabesstimme auch nicht gerade auf fröhliche Gedanken.
Eddie Vedder bleiben die beiden letzten Titel vorbehalten, wobei Dead Man auf dem ursprünglichen Album nur deswegen nicht erschien, weil ein gleichnamiger Song bereits von Bruce Springsteen darauf war.
'Im Namen des Volkes', werden im Allgemeinen Urteile verkündet. Zum Glück gab und gibt es aber immer Menschen, die aufstehen und sagen: "Mit uns nicht! Nicht in unserem Namen!" Und die gibt es eben auch in den Vereinigten Staaten und eben auch welche, die sich Gedanken machen und die Todesstrafe für das halten was sie ist: Ein barbarischer Schwachsinn.
Auf dieser Edition, zum zehnjährigen Jubiläum von Film und Soundtrack, ist eine DVD mit dem Konzert "Not In Our Name" aus dem Jahre 1998 enthalten.
Alle Stars konnten dafür natürlich nicht mehr auf die Bühne gebracht werden, aber die Vorstellungen von Leuten wie Steve Earle, Lyle Lovett oder Ani DiFranco sind absolut beeindruckend, um nicht zu sagen bewegend.
Fast beklemmend sind manche Darbietungen, die, zum Glück, durch die Ein- und Ausführungen von Regisseur Tim Robbins etwas aufgehellt werden. Der erzählt einiges aus und um den Film und die Musik, aber den größten Eindruck hinterlässt wohl die Buchautorin Sister Helen Prejean, bei ihrer Rede. Aber auch die Worte und Songs der Künstler lassen einen länger Nachdenken, als dieses Album dauert.
Die Interpreten treten größtenteils alleine auf und somit bleibt es auch mehr im folkigen Bereich. Erst bei den beiden letzten Songs versammelt sich eine "Band" auf der Bühne. Richtige Feierlaune kann deswegen trotzdem nicht aufkommen, aber es ist halt nicht immer lustig im Leben. Wie sangen die BYRDS: "To everything there is a season". Aber "a time to kill" gab es noch nie. Film wie Album machen dies wieder mal deutlich.
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