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| Burg Herzberg Festival 2006 - Back In The Land Of Milk And Honey, Herzberg Verlag, 2007 |
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Länge: ca. 190 Min |
Medium: Do-DVD |
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| DVD 1: | |
| 1. Bröselmaschine - Bei uns zuhaus | 11. Soft Machine - Kite Runner |
| 2. Bröselmaschine - La Rotta | 12. UFO - Let It Roll |
| 3. Wicked Minds - Witchflower | 13. The Gathering - Shortest Day |
| 4. Wicked Minds - Shadow's Train | 14. Psychedelic Monsterjam - Electric Junk |
| 5. Götz Widmann - Markt; Marx Undsoweiter | 15. White Cowbell Oklahoma - Monster Railroad |
| 6. Götz Widmann - Landkommunenhippie | 16. Berimbrown - Galope |
| 7. Uli Jon Roth feat. Peter Bursch - All Along The Watchtower | 17. Hidria Spacefolk - System |
| 8. Antibalas Afrobeat Orchestra - Ikoyi Blindness | 18. Herzberg Blues Allstars - Waiting For The Call |
| 9. Space Debris - Mountain | 19. Herzberg Blues Allstars - Sunshine Of Your Love |
| 10. Sirqus Alfon - After Dark | |
| DVD 2 - Herzberg Blues Allstars: | |
| 1. Rockin' Chair | 8. Peace Of Mind |
| 2. Make My Day | 9. Don't Wanna Sing The Blues |
| 3. Real Stuff | 10. Shakey Ground |
| 4. Rattlesnake Shake | 11. The Old Soulsinger |
| 5. Tender Touch | 12. Waiting For The Call |
| 6. Done Somebody Wrong | 13. Sunshine Of Your Love |
| 7. Lonesome Road | 14. Got What You Want |
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Der Sommer naht großen Schrittes und die Zeit der Freilandaktivitäten mit ihm. Mit zu den beliebtesten Unternehmungen gehört, zumindest für die Leser dieser Seiten und Artikel, der Besuch von Open Air Konzerten und Festivals. Da waren wir in Deutschland ja schon mal besser versorgt, doch dazu habe ich in meiner Review zum 2005er Burg Herzberg Festival ja schon Stellung bezogen.
Und - ja, genau - darum geht es. Es rückt wieder näher, das BURG HERZBERG FESTIVAL. Im Juli ist es soweit und für mich Grund genug, noch mal kurz auf das vom letzten Jahr zurückzublicken. Sozusagen als kleiner Appetizer. "Back in the land of milk and honey" ist die DVD untertitelt, die diesmal sogar eine Doppel-DVD ist. Zurück im Land von Milch und Honig sind wir also. Im Lande von Musik und Humanität, von Marie Henna und Huana (oder wie war das doch gleich wieder...?), von Malz und Hopfen...? Ich fürchte meine Fantasie sprudelt in den bunten Farben der Batik-Hemden. Oder, wie sagt eine 1968 geborene junge Dame: "Das riecht überall unheimlich lecker...".
Jedenfalls: Wir sind da!
Und irgendwie ging es in dem Jahr nicht so lautmalerisch zu. Nicht die ganzen Superstars wie im Vorjahr, sondern mehr was für die Feinschmecker. So beginnt mit BRÖSELMASCHINE eine richtige deutsche Kultband. In ihren Reihen natürlich der deutsche Gitarrenlehrer überhaupt: Peter Bursch. Der ist hierzulande wahrscheinlich für mehr Gitarristen verantwortlich als Jimi Hendrix.
Ihr Lied Bei uns zuhaus klingt wie direkt aus den frühen 70ern (was es wahrscheinlich auch ist) und bringt, neben bluesigem Hippie-Folk-Rock, auch einen ebenso humorigen wie nachdenklichen Text.
Die nachfolgenden WICKED MINDS greifen da schon bedeutend brachialer in Saiten und Tasten. Von Optik und Sound her bringen sie mir eine Mischung aus UFO und LED ZEPPELIN in die Gedankengänge. Geht jedenfalls gut ab.
Natürlich wird das zu einem großen Teil in dem Woodstock-bewährten "Zwei-in-einem-Bild", mit dicken schwarzen Rahmen präsentiert. Und natürlich schwenkt die Kamera zwischen und während der Songs immer wieder durch die Menge und das Gelände und transportiert so die idyllische Camp(-ing) Atmosphäre.
Götz Widmann ist ein weiterer Deutscher - und ein Folksänger der bestens hierher passt. Wenn er gegen die Politik(er) wettert und "aggressives, gewaltbereites im Chor singen" propagiert, ist man endgültig im Geist der 70er und frühen 80er angekommen. Von solchen Typen könnte Deutschland mehr gebrauchen. Country Joe McDonald lässt grüßen.
Uli Jon Roth ist deutsches Rock-Urgestein und Gitarrenvirtuose und natürlich Hendrixfanatiker. Entsprechend greift er auf All Along The Watchtower zurück. Im zur Saite stehen u.a. Peter Bursch an der Akustikgitarre und - ein alter Bekannter aus seiner Zeit bei den SCORPIONS - Francis Buchholz am Bass. Natürlich wird da auch ein bisschen improvisiert, aber in Grenzen.
Ich find's gut, wenn bei solchen Festivals unterschiedliche Stilrichtungen vertreten sind. Ich kann mich an ein Festival erinnern, bei dem Neil Young, LOVERBOY und Kid Creole neben anderen an einem Tag gespielt haben und das war in Ordnung. So treffen auch hier verschiedenste Bands aufeinander. Mein Geschmack ist das ANTIBALAS AFROBEAT ORCHESTRA nicht, aber ihr, ja, eben, Afrobeat, mit Reggae- und Ska-Zutaten bringt zweifellos eine andere Art von Schwung in das Festival ein, der auch gerne aufgegriffen wird.
Bei SPACE DEBRIS ist dann wieder die Musik von Woodstock angesagt und mit Mountain vermischen sich psychedelische BEATLES mit dem Rock von Hendrix.
Wenn zwischendurch, direkt unter den Zuschauern, der SIRQUS ALFON auftritt, fühlt man sich an die Theatertruppe im Film "Easy Rider" erinnert.
So fügt sich Band an Band und Stilrichtung an Stilrichtung. UFO erscheint mir eigentlich nicht gerade als typische Band für so ein Hippie-Festival, aber die Mannen um Phil Mogg sind natürlich ein Stimmungsgarant, und diese Besetzung - mit Vinnie Moore - durchaus in sehr guter Form.
Kleine Interviewschnipsel bringen die Eindrücke der Bands rüber und die unspektakuläre, spartanisch aufgebaut und beleuchtete Bühne lenkt auch nicht mit irgendwelchem Brimborium von den Musikern ab.
Heavy-spacig verkürzen THE GATHERING mit Shortest Day die Dämmerung. Gar nicht mal übel, wenngleich etwas abgedreht. Lang nicht so abgedreht, wie der Typ, der mit seinen Blech- und Metallscheiben und Tellern ein Solo zum Besten gibt.
Dem Wahnwitz nahe bleibt man mit PSYCHEDELIC MONSTERJAMs Version von Electric Junk. Im Original von GURU GURU. Das ist, erwartungsgemäß, schon etwas gröberer Stoff.
Mehr Rock'n'Roll bringen dann WHITE COWBELL OKLAHOMA, ohne allzu straight zu werden. Erinnert mich doch etwas an gemäßigte FOUR HORSEMEN, die einen frühen AEROSMITH-Song spielen.
Die erste DVD wird von den HERZBERG BLUES ALLSTARS beendet und diese Allstars bestreiten auch das Programm der zweiten DVD. Als Basis fungiert die HAMBURG BLUES BAND, eine der wichtigsten deutschen Bluesbands überhaupt, und zu denen stießen dann noch Chris Farlowe, Clem Clempson, Pete Brown, Mike Harrison, Adrian Belew, Paul Burgess, Kris Gray und Frank Tischer. Da wurden natürlich etliche Klassiker des Blues und Rock gespielt und gejammt, alles allerdings hervorragend gemacht. Kein wildes Durcheinandergedudel, sondern immer mit dem Gefühl für den Mitmusiker.
Am ehesten "dudelt" in manchem Schluss noch Chris Farlowe und scheint mit seiner Stimme nach einem Duell mit einem Gitarristen zu suchen. Die bleiben aber kontrolliert und das ist auch gut so. Natürlich gibt's Gitarre satt und vor allem Alex Contis Soli und die Slidegitarre von Clem Clempson stechen deutlich und wohltuend hervor.
Bei Done Somebody Wrong spielen stilecht zwei Schlagzeuger, ohne die ALLMAN BROTHERS zu kopieren. Ein paar Standards wie Rattlesnake Shake und Sunshine Of Your Love müssen sein und kommen in so einem Rahmen naturgemäß immer besonders gut. Ein im Prinzip simpler Blues, wie Ray Charles' Peace Of Mind, wird von dieser Jam-Band zu einem kleinen Höhepunkt "gespielt".
Solche "Allstar"-Vereinigungen sind selten das Gelbe vom Ei, aber hier macht das, überwiegend, wirklich Spaß. Was auch die Stimmung des Publikums verdeutlicht.
Ganz offensichtlicht war auch das 2006er Burg Herzberg Festival eine klasse Veranstaltung und diese Doppel-DVD macht somit auch Lust 2007 selbst dabei zu sein. Wer's nicht schafft, der hofft schon jetzt, dass es auch davon wieder eine DVD geben wird.
Ländercode: 0
Ton: 5.1 Raumklang, 2.0 Stereo
Bild: 4:3
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