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| Bob Dylan's Jukebox, Chrome Dreams, 2006 |
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Länge: 72 Min 08 Sek |
Medium: CD |
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| CD 1: | |
| 1. Little Richard - Tutti Frutti | 14. Blind Willie McTell - Delia |
| 2. Elvis Presley - Milkcow Blues Boogie | 15. Josh White - St. James Infirmary |
| 3. Arthur "Big Boy" Crudup - That's All Right | 16. The Carter Family - Little Moses |
| 4. Arthur "Big Boy" Crudup - Mean Old 'Frisco | 17. Stanley Brothers - Little Maggie |
| 5. Lightnin' Hopkins - Automobile | 18. Mississippi Sheiks - I Got Blood In My Eyes For You |
| 6. Woody Guthrie - Pretty Boy Floyd | 19. Lead Belly - Midnight Special |
| 7. Cisco Houston - 900 Miles | 20. Buell Kazee - The Wagoners Lad |
| 8. Mississippi John Hurt - Candy Man | 21. Bently Boys - Down On Penny's Farm |
| 9. Memphis Jug Band - Stealin', Stealin' | 22. Hank Williams - Lost Highway |
| 10. Blind Willie Johnson - Jesus Make Up My Dyin' Bed | 23. Richard (Rabbit) Brown - James Alley Blues |
| 11. Roy Acuff - Wait For The Light To Shine | 24. Robert Johnson - Stones In My Passway |
| 12. Johnny & Jack - This World Can't Stand Long | 25. Chubby Parker - King Kong Kitchie Kitchie Ki-Me-O |
| 13. Blind Boy Fuller - Mama Let Me Lay It On You | |
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"Nicht authorisiert vom Künstler", wie eigentlich alles was von Chrome Dreams veröffentlicht wird, steht auf dem Cover, allerdings wurde hier mit dem "Internationalen Dylan Magazine Isis" zusammengearbeitet und das ist ja auch schon was.
Außerdem steht noch drauf: "The Songs That Inspired The Bard". Nun ja, das mag schon stimmen, andererseits haben die hier angehäuften Songs - und ihre Interpreten - wohl nahezu jeden Musiker inspiriert, der sich jemals auf Rock'n'Roll, Country, Blues oder Folk eingelassen hat. Als Beispiel seihen, in entsprechender Reihenfolge und wertneutral, nur kurz Little Richard, Hank Williams, Robert Johnson und Woody Guthrie genannt.
Nichtsdestotrotz ist diese "Jukebox" also ein prima musikhistorisches Hörspiel, welches mit dem jüngsten Titel beginnt: Tutti Frutti von 1955. Über 50 Jahre nachdem Little Richard diesen Titel herausgeplärrt hat, klingt die Nummer immer noch so taufrisch und mitreißend, wie eben erst eingespielt. Verbesserungen an diesem Piano-Stil hat es bis heute kaum gegeben, oder?
Der "King" ist mit dem Milkcow Blues Boogie, den es ja auch in zahllosen weiteren Coverversionen gibt und u.a. von AEROSMITH sowie von Herrn Dylan selbst aufgenommen wurde. Letzteres trifft sowieso ziemlich sicher auf alle Titel hier zu. Wenn er sie nicht aufgenommen hat, so zumindest in einem Konzert gespielt. Im informativen und ausführlichen Booklet bekommt man da einiges an Hinweisen.
Zu den Hauptlieferanten von frühen Rock'n'Roll Hits, nicht nur für Elvis, gehörte Arthur "Big Boy" Crudup, aber wenige werden den Kerl selbst schon gehört habe. Das kann man hier gleich zweimal und verblüfft stellt man fest, dass sich That's All Right 1946 nicht großartig vom 1954er Presley Hit unterscheidet. Wie gesagt, erscheint das Booklet recht fundiert und den Verweis, dass sich Dylan bei Lightnin' Hopkins' Automobile als Vorlage für sein Leopard-Skin Pill-Box Hat bedient hat, kann man denn auch gleich überprüfen.
Dass Woody Guthrie zu den ganz großen Vorbildern von Herrn Zimmerman gehörte, weiß man - und hört man hier auch wieder deutlich in Pretty Boy Floyd. Woodys ehemaliger Mitspieler war Cisco Houston und auch dem kann man mit der melancholischen Ballade 900 Miles lauschen. Die folgenden Songs gehören zu den ältesten hier vertretenen und wurden 1927 bzw. 1928 aufgenommen.
Mississippi John Hurt und Blind Willie Johnson sind zweifellos mit die einflussreichsten Bluesmusiker überhaupt und die Ursprünge für zahllose bekannte Bluessongs kann man in Titeln wie Stealin', Stealin und Jesus Make Up My Dyin' Bed aufspüren. Aber auch, wie nahe aneinander Blues und Country in jenen frühen Jahren waren. Und nimmt man dann noch Gospel hinzu, dann klingt das in etwa wie Roy Acuffs Wait For The Light To Shine.
Blind Willie McTell bekam ja von Bob Dylan mit dem gleichnamigen Song ein besonderes akustisches Denkmal gesetzt und in Delia sind auch wieder äußerst deutliche Einflüsse auf den frühen "Barden" zu hören.
Es wird also schon deutlich, dass Dylan - sofern das noch jemand glaubte - nicht immer und durchwegs der Folk-Schraddler war, als der er immer noch gern hingestellt wird. Gerade in den letzten Jahren vollzog er eine stärkere Hinwendung zu seinen frühesten Einflüssen und brachte mehrere dieser Songs in seinen Konzerten. In den 90ern gehörte z.B. der alte CARTER FAMILY Song Little Moses zu den Shows von Dylan. Macht richtig Spaß, diesen tollen, mehrstimmigen Gesang zu hören und nicht minder beim folgenden 'Foggy Mountain' Titel Little Maggie (STANLEY BROTHERS).
Wie gut Blues und Country zu verschmelzen waren, hier sogar mit Geige, zeigt I Got Blood In My Eyes For You von den MISSISSIPPI SHEIKS.
Midnight Special kennen wir hauptsächlich von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, aber auch die Version Huddie Leadbetter kommt gut und hat sogar einiges mehr an Drive.
Schon beim Beginn von Hank Williams Lost Highway grinst man ob dieses typischen Sounds und wahrscheinlich ging es dem jungen Bob ebenso, als er jeden Sonntag diesen Klängen aus der Grand Old Opry lauschte und vielleicht hat die Zeile "I'm a rollin' stone" ja wirklich Dylans Like A Rolling Stone beeinflusst.
Für die letzten Songs finden wir uns wieder im Blues und da geht ohne Robert Johnson natürlich nichts. Immer wieder beeindruckend, wenn dieser von den Stones In My Passway erzählt.
Leicht albern mutet der King Kong Kitchie Kitchie Ki-Me-O Song an, zeigt aber natürlich auch die Experimentierfreude der Interpreten in den 20er Jahren.
Man braucht also kein Dylanologe zu sein um hier reinzuhören, sondern nur ein bisschen Interesse, wie sich die populäre Musik im letzten Jahrhundert entwickelt hat und schon freut und lernt man hier gleichzeitig. So soll es sein.
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