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Blues Guitar Women

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Ruf Records
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Blues Guitar Women
Blues Guitar Women, Ruf Records, 2005
Produziert von: Sue Foley & Thomas Ruf Länge: 117 Min 02 Sek Medium: Do-CD
CD 1 - Contemporary Blues Guitar Women:
1. Can't Quit The Blues - Lara Price Band, feat. Laura Chavez9. Lonely Lonely Nights - Eve Monsees
2. Takin' It All To Vegas - Debbie Davies10. It's A Blessing - Maria Muldaur & Bonnie Raitt
3. The Man's So Good - Alice Stuart11. Dreamland Blues - Erja Lyytinen
4. Mediterranean Breakfast - Sue Foley12. Lynn's Blues - Barbara Lynn
5. The River Wild - Deborah Coleman13. Goin' Down - Tracy Conover
6. Living On The Road - Joanna Connor14. Baghdad Blues - Beverly "Guitar" Watkins
7. Navajo Moon - Ana Popovic15. Woke Up This Mornin' - Ruthie Foster
8. Judgment Day Blues - Carolyn Wonderland
CD 2 - Traditional Blues Guitar Women:
1. Fool Me Good - Precious Bryant8. Nothing's Chaned - Gaye Adegbalola with Rory Block
2. Going Down This Road - Algia Mae Hinton9. One Dime Blues - Etta Baker
3. Doggie Treats - Sue Foley10. Ain't Nothing In Ramblin' - JoAnn Kelly
4. Fixin' To Die - Rory Block11. Down The Big Road Blues - Mattie Delaney
5. Dead End Street - Ellen McIlwaine12. Motherless Child Blues - Elvie Thomas
6. Rather Be The Devil - Alice Stuart13. Skinny Legs Blues - Geeshie Wiley
7. Streamline Train - Jessie Mae Hemphill14. In My Girlish Days - Memphis Minnie

Die umtriebige Sue Foley erzählte mir in unserem Interview zur BLUES CARAVAN Tournee 2005 ja schon von ihrem Projekt, bei dem sie sich um die, doch recht zahlreichen, weiblichen Gitarrespieler verdient macht und eine umfassende Auflistung dieser Künstlerinnen auf einer eigenen Internetseite präsentiert. Mit der Unterstützung RUF Records entstand so auch eine Doppel-CD namens "Blues Guitar Women".
Ein ebenso lobenswertes wie erfreuliches Projekt. Aufgeteilt in "contemporary", also zeitgenössisch, und in "traditionelle" Künstlerinnen, bieten diese beiden CDs einen recht umfassenden Überblick über die Blues-Frauen heutzutage.

"When a woman gets the blues, she hangs her head and cries. When a man get the blues he catches a train and rides", wird im schönen Digipack ein alter Bluesvers zitiert.
Ja, nun, so sind wir Männer halt nun mal: Immer den Blick nach vorne gerichtet.
Die Frauen hatten/haben da möglicherweise eher Probleme, sich einfach aus dem Staub zu machen und so verwundert eine lange Tradition von Bluessängerinnen nicht. Memphis Minnie war vielleicht die erste, die auch die Gitarre zu einem Instrument dieser Frauen machte. Seit der Zeit hat sich da einiges getan - bei schwarzen wie weißen Ladies.
Laura Chavez legt mit Buddy Guys I Can't Quit The Blues gleich richtig heftig los und fetzt in bestem Texas-Style, unterstützt von Lara Price am Gesang.
Gewohnt locker swingt Debbie Davies in dem Boogie Takin' It All To Vegas.
Coolen Groove mit viel Soul zelebriert Alice Stuart bei The Man's So Good.

Jede Frau besticht hier durch ihr ausdruckstarkes und hervorragendes Gitarrenspiel. Im Booklet werden die einzelnen Interpretinnen mit ein paar Zeilen vorgestellt. Da ist natürlich auch Sue Foley mit dabei, die in Mediterranean Breakfast mit einem gänzlich neuen Ansatz an das Thema herangeht und zwischen spanischer Folklore und SANTANA vermittelt.
Wenn es bei Joanna Connor weit mehr nach Rock als nach Blues klingt, dann tendiert Ana Popovic mit Navajo Moon eher Richtung Jazz - beides richtig gut!
Auch Carolyn Wonderland stammt aus Texas, was sich in ihrem Spiel bei Judgement Day Blues durchaus niederschlägt.
Die noch sehr junge Texanerin Eve Monsees spielt ihre fein akzentuierte Gitarre zu einer Version von Earl Kings Lonely Lonely Nights, welches stark nach dem R&B der 50er Jahre klingt.
Akustischen Delta-Blues liefern Maria Muldaur und Bonnie Raitt mit It's A Blessing und hätten damit auch auf die zweite CD gepasst.
Den Dreamland Blues kennen wir bereits vom "Pilgrimage" Album, welches Erja Lyytinen zusammen mit Ian Parker und Aynsley Lister aufgenommen hat. Gut klingt dieser Boogie hier wie dort.
Mit einer deftigen Liveversion von Freddy Kings beeindruckt Tracy Conover, die, wen wundert's, aus Texas stammt.

So innovativ die Musik auf der ersten CD sein mag, so gefällt mir doch die zweite Scheibe besser.
Mit dem fantastischen Blues-Picking von Precious Bryant wird man schon bestens eingeführt. So wie dieser stammt auch der folgende Song, gespielt von Algia Mae Hinton, aus alten Aufnahmen die der "Musicmaker Relief Fund" beherbergt. Wenn man diese großen alten Damen hört, kann man nicht anders, als von der Authentizität und dem Feeling mitgerissen zu werden.
Sue Foley ist die einzige Künstlerin, die auf beiden Silberlingen vertreten ist, aber ob ihrem Engagement und ihrem durchaus "traditionellen" Doggie Treats sei es ihr gegönnt.
Eine Hundeliebhaberin ist ja auch Rory Block, die bei Fixin' To Die erneut mit ihrem Akustik-Picking beeindruckt.
Eine weite Reise zum Blues hat die in Japan geborene Ellen McIlwaine hinter sich und die Einflüsse zu ihrem Blues kommen aus verschiedenen Erdteilen und bei Dead End Street vor allem aus Indien.
Ja siehste, da ist mit Alice Stuart doch noch eine zweite Künstlerin auf beiden Scheiben vertreten und auch sie brilliert in beiden Genres. Na ja, wen man schon mit Frank Zappa gespielt hat...
Mit zu den flottesten Nummern gehört Streamline Train von Jessie Mae Hemphill, die ihren perkussiven Stil wohl von ihrer Schlagzeugerin-Vergangenheit beibehalten hat.
Erneut lässt mich eine der "alten Damen" aufhorchen: Etta Baker. Zwar nur eine relative harmlose Akustikblues-Nummer, jedoch mit dem richtigen Elan gespielt.

Vier ganz alte Aufnahmen beschließen dieses Album und Mattie Delaney, Elvie Thomas und Geeshie Wiley zeigen mit ihren Titeln, die zwischen 1927 und 1935 aufgenommen wurden, wie schon damals die Frauen mit den Kerlen auf gleicher Höhe waren.
Wenn dann allerdings Memphis Minnie ihre Stimme und ihre Gitarre auf dieser Collection erschallen lässt, wird deutlich, wer die Königin der BLUES GUITAR WOMEN ist. Was Robert Johnson für den männlichen Blues ist, ist Minnie für den weiblichen: Eine absolut herausragende Persönlichkeit.
Ihre Nachfolgerinnen machen aber allesamt eine gute Figur.

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 18.02.2006

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