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CD-Review:
Verschiedene Interpreten100 - Tribute To A LegendHappy Birthday Harley-Davidson |
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Darf ein U-Bahn- und Vespa-Fahrer das? Einer der bei Festivals schon mal staunend um die schönen Harley-Bikes rumschleicht und, uh scheiße, zu allem Überfluss grade beim Friseur war. Darf so einer über die "100 Jahre Harley-Davidson" Tribute-CD schreiben? Doch, darf er, immerhin trinkt er Bier und schaut Mädels hinterher und fühlt sich schon immer zwischen Bikern wohler als zwischen Bankern. Und außerdem steht er auf Gitarren. Und die gibt's auf der Doppel-CD "100 - Tribute To A Legend" reichlich. Phoenix Music, das Label für den gereiften Rock & Roll-Zweiradfahrer, hat eine in weiten Teilen allerfeinste Compilation zu Ehren der Motorradlegende zusammengestellt und dabei auf Künstler und Bands aus dem eigenen Stall und die der Vertriebsfirma SPV zurückgegriffen (plus 1x MTM mit dem HUGHES/TURNER PROJECT). Völlig überflüssig ist die Frage nach der Berechtigung einiger Bands auf dieser Compilation. Rockin' Into The Night wurde in Sturgis aufgenommen, Carry On Wayward Son ist eine Supernummer und auch wenn PRIEST inzwischen eher zur Beiwagengeneration (ich sag nicht AOK-Chopper!) gehören, Hell Bent For Leather rockt wie die Pest. Und weil HATCHET und UFO sowieso auf jede gute Partyscheibe gehören, müssen sie auch hier mit dabei sein. Punktum. Einziger Ausfall: Die BOLLOCK BROTHERS mit einer (schlechten) Liveversion ihrer Punk-Kultnummer Harley David - Sonofabitch aus dem '87er Album "Prophecies of Nostradamus". Mitverfasst übrigens vom französischen Alkoholvernichter Serge Gainsbourg (auch schon 12 Jahre tot). Viel wichtiger als die zweite CD ist Teil 1. Da liest sich alleine schon die Besetzungsliste wie ein who is who der Bikerszene. Für die Tretrollerfahrer unter den Lesern mag der eine und andere Name eher unbekannt sein, aber das ist nicht schlimm. Man lernt schließlich nie aus. Also aufgemerkt! Sir Edward ist für die Bikerszene so was wie Stan Libuda für den Schalke-Fan. Durchaus in der Lage zu filigraner Bein-/Songarbeit, aber gleichzeitig eine rechte Assel. Spiel mir das Lied vom Tod in neuem Gewand und gleich danach Harleys To Heaven, zusammen mit Hank Davison, als Slide-Boogie-Kracher mit Kreischgesang. Apropos Hank Davison. Unsere einzige Süddeutsche Biker-Ikone ist wieder da. Und wie! Without Miss Davidson ist ein Traum-Boogie. Ich werde nie verstehen, warum der Mann es nicht ins Studio schafft und endlich eine amtliche CD aufnimmt. Hymnisch: Diesel Dahl (ex T.N.T.) zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen Jorn Lande (jetzt MASTERPLAN) und dem fitten Reissue von Harley-Davidson 2003. Nach dem klasse Rocker Crotch Rocket von Gil Edwards kommt der erste Ruhepunkt. Die PAT "seit-Jahren-spielen-wir-auf-jedem-Bikerfest" SAVAGE BAND legt die schön groovende Southern-Nummer Keep On Rollin' erstmals auf. Hat was, kann was. Der einzige Southern Rock Beitrag bisher und wenn nicht LIZARD endlich das langerwartete Harley Rider in der 2003er Version abgeliefert hätten, wäre Keep On Rollin' auch das beste SR-Stück auf der ersten CD. Aber der zweite Platz ist auch nicht schlecht. Mit Tav Falco und seinem Rockabilly konnte ich noch nie was anfangen. Öl gehört in den Motor und Salat, nicht in die Haare. Dafür rockt Billy Butcher um so kerniger. Tipp für Thorogood-Fans! Mir bisher völlig unbekannt: TYTUS GROAN. Love At Speed hat einen unüberhörbaren NWOBHM-Touch und klingt gesanglich trotzdem modern. Interessante Band, die man verfolgen muss. Wo immer die auch herkommen, ich weiß es nicht. Um so deutlicher ist die Herkunft bei THE BUNCH. Unsere fränkischen Countryrocker hauen aber trotzdem immer wieder astreine Nummern hin. Ride The Wind ist auf jeden Fall live ein Bringer. Über den Diebstahl unserer Erfindung "Cuntry" müssen wir aber noch mal reden meine Herren! THE BUNCH auf Cuntry-Tour... Also so was. Über OHRENFEINDT brauchen wir nicht mehr groß reden, das wäre wie Bier nach St. Pauli tragen. Lest selber, dann sollte klar sein, was Harleyluja für ein Geschoss ist. Nun gut, 3 verschiedene Versionen vom Happy Birthday-Song hätte es eigentlich nicht gebraucht. Und die Geräusche aus Hamburg und Daytona... Egal, ein paar Bier und alles ist wieder gut. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 28.08.2003
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