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100 - Tribute To A Legend

Happy Birthday Harley-Davidson

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Phoenix Records
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www.amazon.de
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SPV
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
100 - Tribute To A Legend
Molly Hatchet & Tom Hallek
Bobby Ingram, Phil McCormack ( Molly Hatchet) & Tom Hallek (Phoenix Records)
Doc Holliday, Georg Bayer & Tom Hallek
Bud Ford, Georg Bayer (Lizard), Bruce Brookshire & Tom Hallek
Hank Davison
Hank Davison
Sir Edward
Sir Edward
Pat Savage
Pat Savage
100 - Tribute To A Legend - Happy Birthday Harley Davidson, Phoenix Records, 2003
Länge: 146 Min 06 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Motorsound - Desert Stuck 10. Pat Savage Band - Keep On Rollin'
2. Sir Edward - Man With A Harley 11. Tav Falco Panther Burns - Tear Ass Motorcycle
3. Sir Edward Band feat. Hank Davison - Harleys To Heaven 12. Tytus Groan - Love At Speed
4. Hank Davison - Without Miss Davidson 13. Lizard - Harley Rider 2003
5. Diesel Dahl & Friends feat. Jorn Lande - Harley-Davidson 2003 14. The Bunch - Ride The Wind
6. Billy Butcher - Scooter Trash 15. Ohrenfeindt - Harleyluja
7. American Dog - Movin On 16. Harley City Allstars - Happy Birthday, Harley-Davidson
8. Eric Moore & The Godz - White Line 17. Motor Sound Audio Picture - Saturday Night On Reeperbahn
9. Gil Edwards & The Hardtails feat. Diesel Dahl - Crotch Rocket
CD 2:
1. Motor Sound Audio Picture - Mainstreet Daytona 8. Rose Tattoo - Nice Boys Don't Play Rock'n'Roll (Live)
2. 38 Special - Rockin Into The Night 9. Bollock Brothers - Harley-David Sonofabitch 2003 (Remix Live)
3. Phoenix Mob feat. Adrian Thommas, Hank Davison & Sir Edward - Happy Birthday, Harley-Davidson (Live) 10. Judas Priest - Hell Bent For Leather (Live)
4. Lynyrd Skynyrd - Free Bird (Live) 11. Molly Hatchet - Kickstart To Freedom
5. Kansas - Carry On Wayward Son (Live) 12. UFO - Outlaw Man
6. Doc Holliday - The Last Ride (100th Anniversary Mix - Live) 13. Doro - Legends Never Die
7. Hughes Turner Project - Devil's Road (Live) 14. Adrian Thommas - Happy Birthday, Harley-Davidson

Darf ein U-Bahn- und Vespa-Fahrer das? Einer der bei Festivals schon mal staunend um die schönen Harley-Bikes rumschleicht und, uh scheiße, zu allem Überfluss grade beim Friseur war. Darf so einer über die "100 Jahre Harley-Davidson" Tribute-CD schreiben? Doch, darf er, immerhin trinkt er Bier und schaut Mädels hinterher und fühlt sich schon immer zwischen Bikern wohler als zwischen Bankern. Und außerdem steht er auf Gitarren. Und die gibt's auf der Doppel-CD "100 - Tribute To A Legend" reichlich.

Phoenix Music, das Label für den gereiften Rock & Roll-Zweiradfahrer, hat eine in weiten Teilen allerfeinste Compilation zu Ehren der Motorradlegende zusammengestellt und dabei auf Künstler und Bands aus dem eigenen Stall und die der Vertriebsfirma SPV zurückgegriffen (plus 1x MTM mit dem HUGHES/TURNER PROJECT).
Herausgekommen ist ein Package aus bekannten Songs und Bands (LYNYRD SKYNYRD mit, na klar, Free Bird, 38 SPECIAL, KANSAS, PRIEST, HATCHET, DORO, UFO etc.), die auf CD 2 zu finden sind und vor allem mit einer kompletten CD, die aus weitgehend unbekannteren Kapellen besteht und die deswegen um so interessanter ist. Guter Aufbau, denn so kann man beide CDs bei der nächsten Party schön nacheinander laufen lassen. Anfangs werden die Gäste noch fragen, wer das grade ist (und sich die Namen hoffentlich für den nächsten CD-Einkaufstermin aufschreiben) und bei CD 2, wenn alle schon gemütlich angetrunken sind, dürfen sie zu den bekannten Gassenhauern mitsingen.
Wo wir grade bei Dürfen oder nicht sind. Ob wohl die gute Doro Pesch schon mal auf einer Harley gesessen ist, außer bei Fotoshootings? Siehste, dann darf ich auch mit dem Schreibtischstuhl rumrollern und brummbrumm machen. Zu Legends Never Die sag ich nix, da hab ich schon Männer mit langen Bärten zu heulen gesehen. Ich mag's nicht.

Völlig überflüssig ist die Frage nach der Berechtigung einiger Bands auf dieser Compilation. Rockin' Into The Night wurde in Sturgis aufgenommen, Carry On Wayward Son ist eine Supernummer und auch wenn PRIEST inzwischen eher zur Beiwagengeneration (ich sag nicht AOK-Chopper!) gehören, Hell Bent For Leather rockt wie die Pest. Und weil HATCHET und UFO sowieso auf jede gute Partyscheibe gehören, müssen sie auch hier mit dabei sein. Punktum.
Ein gut rockendes Ding ist Devil's Road von Glenn Hughes und Joe Lynn Turner. Mainstream zwar, aber von der fetten Sorte und mit, ähm, PURPLE-Sound.
ROSE TATTOO hör ich inzwischen eh lieber per Konserve als live. Gott, was waren die abgefuckt letztes Jahr. Man muss beileibe kein nice Boy sein um Rock & Roll zu spielen. Aber was zu viel ist, ist zu viel. Von der CD kommt dir wenigstens kein Stiefel von einem durchgeknallten Sänger aufs Gesicht zugeflogen.
Zur Entschädigung ein Festival fürs Rockerherz: DOC HOLLIDAY. Hier mit einem neuen Livemix von The Last Ride.

Einziger Ausfall: Die BOLLOCK BROTHERS mit einer (schlechten) Liveversion ihrer Punk-Kultnummer Harley David - Sonofabitch aus dem '87er Album "Prophecies of Nostradamus". Mitverfasst übrigens vom französischen Alkoholvernichter Serge Gainsbourg (auch schon 12 Jahre tot).

Viel wichtiger als die zweite CD ist Teil 1. Da liest sich alleine schon die Besetzungsliste wie ein who is who der Bikerszene. Für die Tretrollerfahrer unter den Lesern mag der eine und andere Name eher unbekannt sein, aber das ist nicht schlimm. Man lernt schließlich nie aus. Also aufgemerkt!

Sir Edward ist für die Bikerszene so was wie Stan Libuda für den Schalke-Fan. Durchaus in der Lage zu filigraner Bein-/Songarbeit, aber gleichzeitig eine rechte Assel. Spiel mir das Lied vom Tod in neuem Gewand und gleich danach Harleys To Heaven, zusammen mit Hank Davison, als Slide-Boogie-Kracher mit Kreischgesang. Apropos Hank Davison. Unsere einzige Süddeutsche Biker-Ikone ist wieder da. Und wie! Without Miss Davidson ist ein Traum-Boogie. Ich werde nie verstehen, warum der Mann es nicht ins Studio schafft und endlich eine amtliche CD aufnimmt.

Hymnisch: Diesel Dahl (ex T.N.T.) zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen Jorn Lande (jetzt MASTERPLAN) und dem fitten Reissue von Harley-Davidson 2003.
Schmutzig: AMERICAN DOGs Movin' On. Sehr einfach gestrickt, aber das ist bei den Dogs keine Überraschung. Unter 3 Promille geh ich nicht ins Studio...
Weit von alter Form entfernt: Eric Moore und seine heutige Inkarnation der GODZ. Trotzdem ein schön scheppernder Rock'n'Roll. Was war doch das Debut von '78 für ein Hardrock-Meilenstein.

Nach dem klasse Rocker Crotch Rocket von Gil Edwards kommt der erste Ruhepunkt. Die PAT "seit-Jahren-spielen-wir-auf-jedem-Bikerfest" SAVAGE BAND legt die schön groovende Southern-Nummer Keep On Rollin' erstmals auf. Hat was, kann was. Der einzige Southern Rock Beitrag bisher und wenn nicht LIZARD endlich das langerwartete Harley Rider in der 2003er Version abgeliefert hätten, wäre Keep On Rollin' auch das beste SR-Stück auf der ersten CD. Aber der zweite Platz ist auch nicht schlecht.

Mit Tav Falco und seinem Rockabilly konnte ich noch nie was anfangen. Öl gehört in den Motor und Salat, nicht in die Haare. Dafür rockt Billy Butcher um so kerniger. Tipp für Thorogood-Fans!

Mir bisher völlig unbekannt: TYTUS GROAN. Love At Speed hat einen unüberhörbaren NWOBHM-Touch und klingt gesanglich trotzdem modern. Interessante Band, die man verfolgen muss. Wo immer die auch herkommen, ich weiß es nicht. Um so deutlicher ist die Herkunft bei THE BUNCH. Unsere fränkischen Countryrocker hauen aber trotzdem immer wieder astreine Nummern hin. Ride The Wind ist auf jeden Fall live ein Bringer. Über den Diebstahl unserer Erfindung "Cuntry" müssen wir aber noch mal reden meine Herren! THE BUNCH auf Cuntry-Tour... Also so was.

Über OHRENFEINDT brauchen wir nicht mehr groß reden, das wäre wie Bier nach St. Pauli tragen. Lest selber, dann sollte klar sein, was Harleyluja für ein Geschoss ist.

Nun gut, 3 verschiedene Versionen vom Happy Birthday-Song hätte es eigentlich nicht gebraucht. Und die Geräusche aus Hamburg und Daytona... Egal, ein paar Bier und alles ist wieder gut.
Feine, unterhaltsame Scheibe!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 28.08.2003

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