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CD-Review:
Chris ReaStony Road |
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Roots Rock kommt immer aus Amerika. Falscher kann man wohl kaum liegen, denn "Stony Road", die neue CD des Mannes mit der tiefen, whiskygeschwängerten und doch perfekten Stimme, ist sein Meisterwerk. Und er versteht damit umzugehen. Mal klingts nach tiefem Delta, dann, in Verbindung mit Akkordeon nach den Sümpfen Lousianas. Easy Rider etwa: Man denke sich ein Baumwollfeld und auf einer Veranda davor sitzt ein Gitarrenspieler und schrammt über die Saiten. Kurz angespielte Basstöne geben der Stimmung eine besondere Note. Urplötzlich explodiert die Slidegitarre und der Mann auf der Veranda zeigt, was Slide spielen heißt.Der Titeltrack gefällt durch gekonnte Gitarrenlines, aufgelockert durch schnelle, eingeworfene Wah Wahs. Wäre die Stimme nicht, nie und nimmer käme ich auf den Gedanken, eine Chris Rea CD im Player zu haben. Irgendwie freundlich dann Dancing The Blues Away. Klar, bei dem Titel. Das Akkordeon gefällt im Zusammenspiel mit der Slide, die stellenweise sogar wie eine Steel Gitarre klingt. Schon der nächste Track bringt uns wieder Richtung Delta. Ungewohnt, aber choreografisch perfekt, der abgrundtiefe Bass. Dazu ein irgendwie tanzbarer Rhythmus. Kurz zu den Lyrics. Chris war schwer krank. Ja, es ging ums nackte Leben und er selbst sagt, dass die Songs fertig ins Leben aus einer Zeit schwerer Krankheit sprangen. So wartet auf den Hörer nicht nur eine geniale Musik, sondern auch die Texte sind es wert beachtet zu werden. Hier geht es um das pure Leben, Angst, Tod, Dankbarkeit gegenüber denen, die Beistand gaben. Richtig nachvollziehbar wohl nur von denen, die selbst schon an der Schwelle zum Tod gestanden haben. Eher in die kuriose Ecke gehört wohl die Aussage auf www.musica.co.uk. Dort heißt es, Chris Rea sei der englische Bruce Springsteen. Hier vergleicht man m.E. Äpfel mit Birnen, da Rea nur Musik macht, wogegen der Boss auch andere Ambitionen neben der Musik zu haben scheint. Musikalisch werde ich nicht werten, weil ich weder das Gesamtwerk des einen, noch des anderen kenne. Beide haben Platten, die mir gefallen und es gibt von beiden auch welche, die ich nicht mag. Nun aber wieder Musik. Ich bin irritiert, denn ich höre ab und an eine Blues Harp. Dann, wie eben bei Slow Dance auch ein Piano. Allerdings listet das ansonsten vorbildliche Booklet diese beiden Instrumente nicht auf. Egal, es läuft ein flotter Slideblues, begleitet von einem nicht erwähnten Piano. Ruhig, düster, traurig dann When The Good Lord Talked To Jesus: Ruhig und mir etwas zu langweilig dann Heading For The City. Allerdings nur zu Beginn, den später wird es richtig groovig. Someday My Peace Will Come, eine gänsehautbringende Bluesnummer. Hier müßte allerdings, um die Emotion auf die Spitze zu treiben, eine 150 kg schwere Schwarze mitsingen, denn Frauen dieses Kalibers und Hautfarbe haben einfach die besten Stimmen. Bluesig und für mich schwächster Song ist The Hustler. Trotz richtig rockendem Rhythmus (stellenweise wie STATUS QUO in Zeitlupe [das war jetzt für Dich, Fred]), fehlt dem Song irgendwie die Substanz. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Slidegitarre zur reinen Begleitung degradiert wurde. Wer auf Harmonien steht, wird gleich zu beginn des letzten Stückes verwöhnt. Runde, zarte Gitarrenklänge, eine zarte, tiefe Stimme. Und da die Platte wirklich geil ist, habe ich mir den ersten Track zum Schluß aufgehoben. Ulli Heiser, (Impressum, Artikelliste), 20.09.2002
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