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Chris Farlowe

Farlowe That!

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in-akustik
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All Music Guide (englisch)

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Farlowe That!
Farlowe That!, Delicious Records/in-akustik, 2004
Chris Farlowe Vocals
Van Morrison Vocals (Sitting On Top Of The World)
Norman Beaker Guitars
John Prine Bass
Paul Burgess Drums
Dave Baldwin Keyboards
Lenni Saxophone
Damian Hand Saxophone
Irene & Doreen Chanter Backing Vocals
Miller Anderson Guitar
Leigh Blonde Guitar
Pavel Kosak Flute
Tim Franks Drums
Produziert von: Kenny Denton & Kris Gray Länge: 56 Min 11 Sek Medium: CD
1. Trouble8. As Long As I Can See The Light
2. Sending Me Angels9. Sitting On Top Of The World
3. A Matter Of Time10. Living It Down
4. Let's Get Together11. Nina
5. I'll Leave The Light On12. I'll Sing The Blues For You
6. Ain't No Big Deal13. Borderline
7. Lonesome Whistle14. Only You

John Henry Deighton, aka Chris Farlowe, beehrt uns mit einem neuen, seinem 18. Solowerk wie uns die Website lehrt, und nur der eingefleischte Farlowe Fan hätte wohl von vornherein gewußt, dass der Mann in seinen bald 64 Jahren so viele Soloplatten gemacht hat. Doch, ich habe nachgerechnet, der Typ wird vierundsechzig nächstes Jahr!
Für uns als Hörer der CD bedeutet das - kein wie auch immer gearteter New Wave irgendeiner Art. Das ist klassischer Blues, Rock, Soul und Funk, alles Brit Style, dargeboten in Farlowe-typischer Art und Weise. Heißt?
Alles schon x-mal gehört. Nicht mehr, und nicht weniger, you get what you expect.

Die CD lebt dann auch nicht von irgendwelchen Techno Gimmicks oder soloistischen Ausflügen ins Nirwana - was nicht heißen soll, dass es nicht Solos gibt, insbesondere die Sax Darbietungen kommen gut, aber auch Mr. Beaker an der Gitarre. Manche Songs kennt man tatsächlich - As Long As You Can See The Light von Fogerty etwa, oder die Lonesome Whistle z.B., anderes hat man doch schon mal irgendwo gehört.
Sie lebt allein von den auf Farlowes gesangliche Fähigkeiten und wohl auch Vorlieben hin ausgesuchten Songs und CF's spezieller Art zu singen.

Stimmlich ist er so gut wie eh und je (so lange ich ihn kenne, etwa seit COLOSSEUMs Liveplatte). Ein Shouter im Sinne von Gillan, der zu guten Zeiten stimmlich schwindelerregende Höhen erklomm, war CF wohl sowieso nie. Eher würde ich ihn als Bluessänger von intensiven Gnaden einordnen - mit einer 'Macke': Er knödelt. Soll heißen, er zerdehnt Vokale, überdreht sie, bis etwa aus 'son' ein Wort wie 'sauoan' wird. Und verhindert so ein Abgleiten in eine Imitation schwarzer Bluessänger, die doch immer schwärzer klingen als alle weißen Nachahmer, und ironisiert gleichzeitig allzu schmalzige Lyrics. Mir fällt nur Bryan Ferry mit einer vergleichbaren Art zu singen ein. Benutzen beide vielleicht das bekannte Stilmittel der Verfremdung?
Ich mag das, es macht ihn unverwechselbar (was übrigens auch nicht heißen soll, dass CF nicht auch hohe Töne trifft und meistert - ich glaube nur, er weiß ziemlich genau, was er kann, und was nicht), und das ist auch der Grund für mich, CF's CDs unbesehen zu kaufen.

Trouble startet das ganze als Rocker, der Blues in Sending Me Angels drosselt etwas das Tempo, A Matter Of Time erfreut die Bluesrockfreunde (das Riff ist wirklich aus der alleruntersten Schublade, da, wo man die Sachen aufhebt, die man nicht mehr braucht, aber sicher auch nicht wegwerfen will), Borderline ist nur mit akustischer Gitarre aufgenommen, und wem das nicht durch und durch geht, tja, der sollte die CD eben nicht kaufen.
Lonesome Whistle shuffelt sich durch seine 3:15, mit einem wunderbaren Miller Anderson and der Bluesharp, und nach 54 Minuten drückt man nochmal die Starttaste für den ersten Song.

Fazit: Sicherlich nicht unbedingt eine von den Platten für anytime, anyplace, anyhwere. Solide, gute Hausmannskost eher, wenn uns die Scampis in Erdbeermarmelade vom Sinoitaliener um die Ecke wieder mal nicht satt machen.
In I'll Sing The Blues For You singt er: "Now, I am not a big name, I ain't no big star, but I play and sing the blues for you darling" und genau das ist es (der Track zeigt so nebenbei, dass CF mit dieser Truppe unbedingt ein Album mit JJ Cale Songs aufnehmen und die Dinger endlich mal entstauben sollte). Und: Beim ersten Hören dachte ich spontan, selbst ein CF könnte doch mal dezent modernisieren - jetzt finde ich es ganz ok, dass er es nicht gemacht hat.
Allerdings - ehrlich gesagt: Man muß diese CD nicht unbedingt haben, meine Lieblings-CD von ihm ist immmer noch "Waiting In The Wings" von '92. Rockt dann doch mehr, und ist anyplace, anytime, anywhere. Hier kommt alles zusammen, inklusive dem witzigen Working In A Parking Lot von TEN YEARS AFTER, und die sollte man haben müssen!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 26.12.2003

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