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Chigger Redd

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Chigger Redd
Chigger Redd, RoadTooth Records, 2000
Michael Stansberry Guitar, Lead Vocals
Chris Stansberry Bass, Vocals
Leo Cuevas Drums, Vocals
Gast:
Travis Dickerson B3 Organ, Piano
Produziert von: Travis Dickerson & Chigger Redd Länge: 46 Min 39 Sek Medium: CD
1. Whiskey Soda Pop8. Blackedout
2. Tequila9. Drunk Broke And Blue
3. Dipped In Grease10. Mama Cried
4. Cleveland11. White Trash Love
5. Bitch12. Working Blues
6. I Don't Like You13. Let There Be Rock
7. She's So Fat

Oha, der klingt ja schön versoffen.
Soweit mein erster Gedanke beim einstimmenden Slide-Blues Whiskey Soda Pop.

Und in der Tat, Sänger und Gitarrist Michael Stansberry klingt durchwegs so. Ist auch förderlich, wenn man Songs wie Tequila oder Drunk Broke And Blue von sich gibt.

Bruce Brookshire hat kürzlich in unserem Interview seine Band Doc Holliday (in den Anfangstagen) als die Ramones des Southern Rock bezeichnet. Das kann man auch anders sehen, aber wenn Doc Holliday die Ramones waren, dann sind Chigger Redd die Motörhead des Southern Rock & Roll. Lemmy wird im Booklet auch gedankt.
Ein Trio aus Los Angeles (!), jung, wild, langhaarig (was in den heutigen Zeiten ja leider nicht mehr obligatorisch ist), laut und reichlich ungehobelt. Es kracht an allen Ecken und Enden, sehr viel Wert auf ausgefeilten Sound und hochanspruchsvolle Arrangements wird nicht gelegt und mit der Zeit klingt Drink-Mick etwas, äh, anstrengend. Allerdings gibt er ab und an schon mal den Punk-Kreisch-Mick und Punk ist bekanntlich nicht so mein Fall.

Dafür gehen aber Nummern wie Bitch oder I Don't Like You ganz gnadenlos ab. Da wird so derbe drauflos gerifft, dass man manchmal direkt alte Saxon oder aber auch Rose Tattoo zu hören glaubt.
Nochmal zu Michael Stansberry. Als Shouter mag er nicht so begnadet sein, aber sein Gitarrenspiel ist tadellos. Echte Bretter knallen einem um die Ohren und zwischendurch auch mal eine schöne Slide-Attacke, wie eben bei Rose Tattoo.

Zwischendurch packen sie den guten alten Chuck Berry (in verschärfter Form) bei She's So Fat aus und ballern einen astreinen Boogie mit Piano Unterstützung (vom Produzenten Travis Dickerson) runter.

Am besten ist die Band bei den kürzeren Titeln. Immer wenn nicht lang rumgefackelt wird und einfach drauflosgerockt wird. Die Versuche, etwas mehr "Anspruch" in die Songs zu bekommen, schlagen irgendwie fehl. Diese 3 Jungs sind nicht Triumph oder Rush. Dementsprechend langweilig dröhnt dann auch ein Blues wie Drunk Broke And Blue vor sich hin.

Mama Cried ist zwar, zumindest der Anfang, hemmungslos geklaut, rockt sich aber dann auf hohem Lemmy-Bastards-Niveau ein und Working Blues kommt richtig giftig. Wieder messerscharfe (Heavy Rock & Roll-) Gitarre und der beste und abwechslungsreichste Song der Platte.

Gut, Let There Be Rock hätten sie sich eigentlich schenken können. Da reicht's gesanglich nicht und eine Backing Band wie sie Angus hat, sind die beiden Chigger Redd Rhythmus Klopfer nun mal nicht.

Trotzdem. Eine astreine Partyscheibe mit überwiegend knalligen Songs und für Leute geeignet, die neben Motörhead und Konsorten auch Southern Boogie mögen. Ich zum Beispiel.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.09.2001

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