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Live!

The Unexpected Concert
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Live! The Unexpected Concert
Live! The Unexpected Concert, Transformer Records, 2007
Heiko Möckel Vocals, Guitar
Jochen Scheffter Piano, Organs, Keyboards
Hans Ochs Guitars
Artur Silber Drums, Percussions
York von Wittern Bass
Gäste:
Cory Godess Vocals
Länge: ca. 68 Min Medium: DVD
1. Face The Space- a.) Transcend
2. Witness Of Today- b.) Blame The Fate
3. She's In The Case- c.) The Rule
4. Silent Garden- d.) Descent
5. Desert Angels- e.) Elegy
6. Sleep On Mr. President8. Another Million
7. Don't Look Back9. Summer Love

Es gibt Dinge im Leben, die kann man erst glauben, wenn man sie selbst erlebt hat, sieht oder irgendwie anderweitig glaubwürdig mitgeteilt bekommt.
Als 1983 aus München proggige Töne erschallten, dauerte es nicht lange, bis die Fachpresse begeistert war. So etwas kannte man bisher nur von amerikanischen oder englischen Bands, aber nicht zwingend aus dem eigenen Land. Bevor aber irgendein Vertrag unterzeichnet wurde, löste sich die Band 1989 auf und verschwand von der Bildfläche. Dann 2006 der Paukenschlag aus München: CENTRAL PARK are back und das sogar im originalen Line-Up. Es wurde der CD/DVD-Doppeldecker "Unexpected" veröffentlicht, der mit neuen und alten Songs aufwarten konnte. Am 13. Januar 2007 stellten sich CENTRAL PARK mit zwei weiteren Münchener Progbands, SAHARA und ENGEL WIDER WILLEN, im Rahmen der ersten Münchener Prognacht auf die Bühnenbretter des Metropolis und zeigten den Fans, was sie noch können und draufhaben. Das ist bei CENTRAL PARK einiges.

Mit Face The Space wird direkt straight ins Set eingestiegen. Feinster, leicht angeproggter Hardrock im Stile von SAGA. Weiter geht es in der gleichen Art und Weise und es reiht sich Erstklassiges an Erstklassiges. Artur Silber treibt die Jungs von den Drums aus ordentlich nach vorne, York von Wittern groovt unaufdringlich mit dem Bass durch die Songs, Jochen Scheffter an den Tasten legt schöne Soundlinien unter die Songs, auf denen Hans Ochs seine Gitarrenriffs und -soli legen kann. Heiko Möckel kann mit seiner facettenreichen Stimme überzeugen, mit der leicht hüftsteifen und wenig kommunikationsfreudigen Performance zeigt er allerdings Defizite. Etwas mehr Interaktion mit dem Publikum nach so einer langen Abwesenheitsphase wäre da schon wünschenswerter gewesen, wobei die zuhörenden Konzertbesucher im Saal auch nicht gerade steil gehen.
Mit Silent Garden hat man mittig ins Set eine wunderschöne Ballade gesteckt, die der Band ein wenig Zeit zum Durchatmen gibt, bevor es dann mit Desert Angel und Sleep On Mr. President, übrigens einem Song aus 1985, der an Aktualität nichts verloren hat, langsam auf den Höhepunkt des Abends zugeht: Die Sage von Orpheus und Eurydike - dem Opus Magnum von CENTRAL PARK. Eingeleitet mit klassisch leicht schrägen Klavierharmonien, stürzt man sich in den Zwanzigminüter. Hier werden alle Register des klassischen Prog gezogen und das Herz des Proggers kommt aus dem freudigen Hüpfen gar nicht mehr raus. Klasse gemacht. Unterstützung, sowohl stimmlicher als auch optischer Art, bekommt die Band dabei von Cory Godess, die nicht nur hübsch aussieht, sondern auch gut singen kann. In den klassischen Passagen kann sie überzeugen, ebenso in den nachfolgenden rockenden Abschlussstücken.
Nach 68 Minuten verabschiedet man sich von einem begeisterten Publikum und hat gezeigt, dass man - glücklicherweise - nicht in den 80er Jahren kleben geblieben ist, sondern durchaus den Sound und Spirit von damals ins hier und heute übertragen kann.

Was sehr positiv auffällt, ist die tontechnisch einwandfreie Abmischung sowie die ruhige Kameraführung, die es ermöglicht, den Herren in Ruhe bei der Arbeit zuzuschauen.
Wer das Studio-CD/DVD-Package eingeheimst hat, wird und sollte auch vor diesem Live-Bilddokument nicht halt machen. Bleibt zu hoffen, dass die Dame und die Herren noch weiter von sich hören lassen werden.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 09.08.2008

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