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| Derniere Salve, Eigenbertrieb, 2005 |
| John Molet |
Lead Vocal & Lead Guitar |
| Laurent Montero |
Bass |
| Jean-Marie Coron |
Lead & Slide Guitar |
| Fred Moreau |
Drums |
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Länge: 39 Min 52 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Pas de lecons a retenir | 6. Roule, roule, roule! |
| 2. Vie de "Looser" | 7. Tu peux leurs faire savoir |
| 3. Celui qui dit Adieu | 8. Arrete de la mater |
| 4. Comment tu peux faire? | 9. De quel droit |
| 5. Dans le dos | 10. Derniere Salve |
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In erster Linie muss man einer Band wie CALIBRE 12 für ihr Durchhaltevermögen danken. In einer Southern Rock-feindlichen Welt 17 Jahre zu überleben, sagt viel über den Enthusiasmus der Männer um Anführer, Songwriter, Sänger und Leadgitarrist John Molet. Besonders beschwerlich für die Band dürfte sein, dass man irgendwo in Zentralfrankreich beheimatet ist, und es ist zu befürchten, dass die Zahl der treuen Fans dort noch geringer ist, als beispielsweise in deutschen Landen. Die Auftrittsmöglichkeiten für eine solche Band kann man sicher an einer Hand abzählen.
Jetzt möchte man meinen, dass sich die deutschen Fans wie wild auf eine Southern Band aus der Nachbarschaft stürzen. Aber denkste. Wie oft ich in den letzten Jahren Sätze wie "Ich vertrag diesen französischen Gesang einfach nicht" gehört habe... Es bräuchte vermutlich einen Aufklärer wie Voltaire, um dem Publikum zu vermitteln, dass es god damn égale ist, ob ein Sänger usbekisch, koreanisch oder englisch singt, solange er klingt wie ein Sänger klingen muss.
John Molet ist ein klasse Shouter und er singt französisch. Ich persönlich verstehe keinen Ton, aber vermutlich erzählt er ähnliche Geschichten wie sie von McCormack, D.J.B., sämtlichen Van Zants und allen anderen Southernrockern seit Menschengedenken immer und immer wieder unters Volk gebrüllt werden. Southern Rock ist nun mal pathetisch, heroisch, plakativ, verherrlichend und gute Laune verbreitend. Muss man unbedingt wissen, welchem Götzen in welchem Song gehuldigt wird? Setzt Eure Phantasie ein und denkt Euch einen jeweils passenden aus. Und wenn Ihr immer nur auf Johnny Walker oder irgendein Schießgewehr kommt - miserable Vorstellungskraft, aber auch recht. Ich stelle mir eine Ode an wahlweise Johanna von Orléans oder Brigitte Bardot zu einem wilden Gitarrensolo recht witzig vor.
"Derniere Salve" sollte gemäß meinen nicht vorhandenen Sprachkenntnissen etwa "Letzter Salut" bedeuten und heißt hoffentlich nichts schlechtes, denn diese dritte CD unserer unverständlichen Freunde ist ihre bisher beste. Wer die 1998 und 2000 erschienenen Vorgänger kennt und mag, darf sich also auf ein echtes Southern Rock Highlight freuen.
John, Jean-Marie Coron, Laurent Montero und Fred Moreau haben die Platten ihrer Helden selbstverständlich inhaliert, dennoch hat sich das Songwriting sehr geschickt und angenehm in eine eigenständige Richtung weiterentwickelt. Wo man sich früher noch über die sehr deutlichen Anleihen bei HATCHET, SKYNYRD und immer wieder POINT BLANK gefreut hat (weil sie erfrischend rübergebracht wurden), kann man auf "Derniere Salve" bei kaum einem Song einen direkten Bezug zu einem Vorbild herstellen - obschon es von vorne bis hinten traditioneller Southern Rock'n'Roll ohne jeden modernistischen Anstrich ist und der Titelsong Derniere Salve natürlich eine Verbeugung darstellt.
Aus diesem (dem traditionellen) Grunde habe ich schon so manche amerikanische Band gescholten, bei CALIBRE 12 erübrigt sich allerdings jede Kritik, denn die Jungs haben weder irgendwelche altbekannten Versatzstücke neu gemischt und zu einem Medley-Puzzle von A(llman Brothers) bis Z(Z Top) zusammengesetzt, noch haben sie die Riff'n'Preach-Mottenkiste geplündert. Will sagen: Die Scheibe ist frisch, fetzig, frei von unnötigen Ballaststoffen wie Keyboards, Geigen oder Predigten und voll mit Southern-Boogie.
Herausragend sind immer wieder die Double-Leads von Molet und Coron. Die beiden versuchen sich nicht an der Komplexität und Virtuosität von z.B. Berner & Dörfler von LIZARD, dafür geben sie dem staunenden Hörer die volle Breitseite an Haare aufstellenden Rock & Roll-Riffs und Licks und immer wieder wundervolle zweistimmige Soli, die in ihrer - relativen, weil leicht verständlichen und gnadenlos anrührenden - Einfachheit jedem Fan unter die Haut gehen müssen. In einer besseren Welt würden Tausende die Luftgitarre zu diesen Songs spielen und versuchen, die Texte ohne Kieferbruch mitzusingen.
"Derniere Salve" hat keine Balladen, keine überlangen Materialschlachten und keinen Aussetzer. CALIBRE 12 haben eine saugeile Scheibe eingespielt und sind jetzt an einem Punkt angelangt, der nach mehr als ein paar Gigs in der französischen Provinz schreit. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Kooperation mit der zweitbesten deutschen Southern Band FLATMAN? Das sind Franken und die versteht man bekanntlich auch kaum.
Ach ja, wenn Ihr unbedingt wissen wollt, was die Texte so aussagen, dann lasst Euch von John Molet eine Inhaltsangabe schicken, wenn Ihr die CD bei ihm bestellt: John.Molet@wanadoo.fr
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