HoR Logo kl CD-Review:

Buddy Miller

Your Love And Other Lies

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Buddy Miller > Your Love And Other Lies

Your Love And Other Lies
Your Love And Other Lies, Hightone Records, 1995
Buddy MillerGuitars
Al PerkinsLap Steel, Steel Guitar
Tammy RogersFiddle, Mandolin
Gurf MorlixBass, Guitars, Vocals
Donald LindleyDrums, Percussion, Jesses Tom
Lucinda WilliamsVocals
Jim LauderdaleVocals
Cory VerbinPiano
Byron HouseBass
Don HeffingtonDrums
Phil MadeiraHammond B3, Accordion
Patterson BarrettPiano, Mandolin
Emmylou HarrisVocals
Jeff SteeleBass
Julie MillerVocals
David PennVocals
Produziert von: Buddy Miller Länge: 41 Min 04 Sek Medium: CD
1. You Wrecked Up My Heart 8. Hole In My Head
2. Don't Listen To The Wind 9. Watching Amy Dance
3. That's How I Got To Memphis 10. I Can't Slow Down
4. I'm Pretending 11. My Love Will Follow You
5. Through The Eyes Of A Broken Heart 12. You're Running Wild
6. I Don't Mean Maybe 13. A Girl Like You
7. Hold On My Love

Beim All Music Guide steht zu lesen, dass ein guter Teil der Songs von Buddy Millers Erstling in seinem Wohnzimmer aufgenommen worden sind. Dies bringt mich richtig zum Lachen. Und: Hut ab - Respekt, Herr Miller. (Wie groß mag wohl dieses Wohnzimmer sein?). Da gehen Musiker (auch jede Menge Möchtegern) für X-Tausende ins Studio und das Ergebnis ist zum Weinen, während der inzwischen, nach über 25 Jahren Musikgeschäft, erfahrene Buddy Miller in seinem Wohnzimmer Musik vom Feinsten zaubert.

Für alle, denen Buddy Miller nicht so bekannt ist (oder auch gar nicht :-): "Ende der 60er beginnt er mit dem Bass in Bluegrass Bands in der High School und wechselt bald zur Akustikgitarre. San Francisco, Austin, Los Angeles und New York, werden als wichtige Stationen genannt. In New York gründet er die Buddy Miller Band, mit Singer/Songwriter Shawn Colvin, Gesang und Gitarre.
Mit dem Country-Sänger und Songwriter Jim Lauderdale arbeitet er lange Zeit zusammen und irgendwann kommt er auch nach Nashville. Dort spielt er Lead Guitar im Studio, u.a. für Victoria Williams, Jim Lauderdale und Heather Myles. Er beginnt zu produzieren und zwangsläufig nimmt er auch ein erstes Soloalbum auf."
Soweit seine Geschichte, wie sie das All Music Guide erzählt.

Buddy Millers Debut-CD macht vom ersten bis zum letzten Ton Spaß. Ob Richtung Roots Rock oder Nashville, ob Bluegrass oder Country-Folk, alles ist vertreten. Und dies auf einem Level, das nur durch die langjährige Erfahrung zu erklären ist. Julie Miller ist auch immer wieder mal dabei, was angesichts des Aufnahmeorts für die Mehrzahl der Songs, nämlich das Millersche Wohnzimmer, absolut verständlich ist.
Fünf der Songs haben die beiden gemeinsam geschrieben, weitere fünf sind Fremdkompositionen (darunter das doch bekanntere That's How I Got To Memphis), zwei sind alleine Julies Werk und ein Song ist in Zusammenarbeit mit Jim Lauderdale entstanden. Eine Mischung, die wir auch auf seinen weiteren CDs antreffen werden, und, wie ich finde, eine sehr ausgewogene.

Der zweite Song ist mein Liebling: Don't Listen To The Wind ist ein mittelschneller Song, der durch das Arrangement, Gitarre und Fiddle als Soloinstrument, eine wunderschöne Spannung aufbaut. Die Fiddle scheint einen irischen Hauch in den Song zu bringen, wie ein Freund beim Hören angemerkt hat, aber ich denke, dies kommt daher, dass wir die amerikanische Folkmusik, wo dies selbstverständlich ist, nicht so gut kennen.

Wem Don't Listen To The Wind gefällt, sollte sich auch unbedingt den Rest anhören. Zum Beispiel den Track Nummer 8, Hole In My Head, von Jim Lauderdale und Buddy Miller, ein richtig witziger Song alla Summertime Blues. Oder Nummer 10, I Can't Slow Down, der mich an Never Leave Nevada von THE SHIVERS erinnert, was am Rhythmus und der sparsamen Gitarre liegt. Das Solo ist ziemlich einmalig für das ganze Album, rockig und rau (immer im Maßstab bleibend). David Penns Background Vocals geben dem Song den Akzent, der in perfekt macht.

Ein weiterer meiner Liebling ist My Love Will Follow You, das mit einem straighten Ohrwurmrefrain das Ohr erobert.
You're Running Wild klingt nach Countryschnulze. Aber was und wie da Julie und Buddy zusammen singen, das ist schon allererste Sahne.
Und dann setzt der letzte Song, A Girl Like You, dem ganzen die Krone auf. Ein kurzes Gitarrenintro, dann nur sparsame Gitarre. Mit Bassdrum-Doppelschlägen wird eine Spannung erzeugt, die für diesen Musikstil aussergewöhnlich ist. Um den Refrain-Wurm wieder loszuwerden, bedarf es schon einer Superscheibe. Ein süßes Steel-Solo und weiter geht's. Das Akkordeon vollendet in der dritten Strophe, besser geht's nicht. Zum Wippen, Schunkeln, Klopfen, Mitsingen - was immer Ihr wollt.

Bitte, glaubt nicht, dass die anderen Songs schlechter sind. Nein, beileibe nicht. Nashville-like, wie You Wrecked Up My Heart oder I'm Pretending - herrlich. Oder eine Ballade wie Through The Eyes Of A Broken Heart (was für ein Titel). Folk-Country a la I Don't Mean Maybe, schnulzig wie Hold On My Love (bei dem Emmylou mitsingt) und Watching Amy Dance.
Ich finde keine Schwachstelle auf diesem Album. Ich habe selten so intelligente und unterhaltsame Country-Folk-Musik gehört. Buddy Miller ist ein absoluter Tip für alle, die diese Musik mögen.

Ausser der Domain von Julie und Buddy gibt es auch die Domain www.buddymiller.com. In einem Posting im dortigen Messageboard wird darauf hingewiesen, dass diese Site mit den Millers nichts zu tun hat.
Bei Julie und Buddy gibt es u.a. Soundfiles. Und nett gemacht sind die Seiten auch.

Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 11.11.2001

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > CD-Reviews > Buddy Miller > Your Love And Other Lies

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum