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| III, Progress Records, 2008 |
| Stefan Damicolas |
Guitars, Lead Vocals |
| Gunnar Maxén |
Bass, Keyboards, Vocals |
| Max Bergman |
Drums, Percussion |
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Länge: 53 Min 16 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Universal Eye | 6. Immortal |
| 2. Cosmic Overdose | 7. All I Really Want |
| 3. Monday Breakfast | 8. Human Equation |
| 4. No Answer | 9. Three |
| 5. Another Day Of Wonder | |
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Immer aktuell und immer am Ball! Gerade habe ich gesehen, wie uns die kroatische Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft wieder auf den Boden der Tatsachen geholt hat. Und während Schweini sich die Rote fängt, ist mir klar, dass ich nun meine Eindrücke des neuen Albums der schwedischen Progger von BROTHER APE aufs Papier bringen werde. Apropos Schweden: Vor zwei Jahren bei der WM konnten wir den Blau-Gelben beim Spiel in München mal kurz zeigen, wo der deutsche Hammer hängt. Höre ich mir allerdings die Scheibe "III" von BROTHER APE an, wird mir schon wieder klar, dass uns gegenüber den nördlichen Gefilden von Europa in Sachen Prog mindestens 5 Nasenlängen fehlen.
Es ist schon beeindruckend, wie beherrschend die progressiven Bands dort sind. Da machen die FLOKIS bereits seit Jahren unmissverständlich klar, dass sie die Vorherrschaft für sich beanspruchen, dann kommen MOON SAFARI daher und trällern uns einfallsreich und mehrstimmig an die Wand, BRIGHTEYE BRISON bieten uns erneut ihre vertrackten Kompositionen und zuletzt sind es SIMON SAYS, die uns vielleicht bereits jetzt schon die Prog-Scheibe des Jahres 2008 vorgelegt haben.
BROTHER APE sind auch keine Neulinge. Seit ca. 13 Jahren besteht diese Band, konnte allerdings erst im Jahr 2005 mit der ersten Veröffentlichung "On The Other Side" so richtig auf sich aufmerksam machen. Das gelang außerordentlich, zumal die Jungs hier ihre besten bis dato aufgenommenen Demos präsentierten. Nur ein Jahr später erschien "Shangri-La", auf der es neben leicht zugänglichem und eingängigem melodischen Rock auch jede Menge Jazz-Rock zu hören gab. Auf "III" wird klar, dass der Abgesang von Ur-Bandmitglied Peter Dahlgren und dessen Ausstieg wohl endgültig die richtige Entscheidung war. Stefan Damicolas hatte bereits auf "Shangri-La" den Leadgesang übernommen und auch auf dem neuen Silberling ist es so, dass er das Zepter am Mikro in der Hand hält.
BROTHER APE fangen zwar unheimlich rhythmisch und auch ungewohnt experimentell mit Universal Eye an, doch verlieren sie sich für meine Begriffe zunächst noch in Bedeutungslosigkeit und sind zu Beginn von "III" noch nicht in der Lage, irgendwelche Akzente zu setzen. Das ändert sich schlagartig mit dem Folgetrack Cosmic Overdose. Zunächst rocken sie locker und fröhlich vor sich hin und lassen den früheren STYX-Sound noch mal aufleben. BROTHER APE schweifen von jetzt an allerdings immer wieder gekonnt ab, bieten Atmosphäre, kommen mit viel Abwechselung, werden nie verwirrend und finden musikalisch anspruchsvoll immer wieder schnell zum Hauptthema zurück. Und genau das macht die Stärke aus. Sie bleiben jederzeit zugänglich, und gewährt man der Scheibe 2-3 Umläufe mehr als sonst üblich, öffnet sich dem Hörer eine tolle Klangwelt.
Der Beat der frühen Jahre, wohl dosierte Instrumente, durchdachte Gesangsharmonien und die richtigen Akzente überzeugen auch in Monday Breakfast. Im Ergebnis ist alles retro, obwohl so manche Gitarrenlinie mit seinen sanft anmutenden Klängen auch im Neo-Prog beheimatet sein könnte. Ähnlich dem Vorgänger spielen BROTHER APE hin und wieder auch typischen Hard Rock mit einer Prise an Mainstream, unterm Strich sind sie allerdings anspruchsvoll und für Überraschungen gut. Die Band beweist, dass sie ordentlich rocken kann und im richtigen Moment keine Zweifel daran aufkommen lässt, dass ihre musikalischen Wurzeln im Prog der 70er-Jahre zu suchen sind.
Zwischendrin wird es sanft (Another Day Of Wonder), in Immortal hören wir zudem ein bisschen Wave und All I Really Want geht dann ins Balladeske mit orchestralem Einschlag. Zum Ende wird es in Human Equation sogar metallisch.
Nun, BROTHER APE erfinden natürlich die Prog-Welt nicht neu, aber sie zeigen genauestens auf, dass sie im Genre ernst zu nehmen sind. "III" ist eine innovative Fortsetzung ihres bisherigen Schaffens. Das Trio kann überzeugen und bietet uns erneut ein äußerst kurzweiliges Album. Der gemäßigte und tolerante Prog-Fan wird hier seinen Spaß finden. Der "Hardcore-Proggie" ist eh schon so abgefahren, dass man ihn nur noch mit fremdsprachigem Gerülpse und sonstigen Geräuscheskapaden wie z.B. von SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM überzeugen kann.
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