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| Tight Pants, Bitzcore, 2005 |
| Markus - "Mäc" |
Vocals |
| Poni |
Guitar, Backing Vocals |
| Marv |
Guitar, Backing Vocals |
| Tim |
Bass |
| Ugge |
Drums |
| Gäste: |
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| Björn Gaus (der dicke Keyboarder) |
Hammond Organ |
| Kerstin Beltz |
Backing Vocals |
| Gerrit Schleef |
Backing Vocals |
| Hans Hammer, Zarv, Jonas, Vanessa |
Shouts |
| Produziert von: Claus Grabke |
Länge: 40 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Tight Pants | 7. Wild Boys |
| 2. Move Up | 8. Sad Girls |
| 3. Laserlight | 9. Black Heart |
| 4. Deaf Ears | 10. Everything That I Say |
| 5. Diana K. | 11. Rattlesnake Threat |
| 6. Fire And Gasoline | 12. Travel Song |
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Rasant. Beeindruckend. Echt.
Ich glaube, BOOZED sind die fleißigste deutsche Band (shit, genau das hatte ich letztes Jahr auch schon gesagt), wenigstens im Bereich Rock'n'Elternschreckkrach, und mit solchen Jungs macht das Schreiben richtig Spaß. Alle Jahre ein neues Tonträgerprodukt, Gigs ohne Ende (zuletzt auf Tour mit den HELLACOPTERS - sehr geil, ich war als "Tourist" und nicht als Schreiberling da und wurde ziemlich weggeblasen) und das Beste: Die Band entwickelt sich! Weniger optisch, sie sehen immer noch aus wie die Gymnasiasten von nebenan, aber dafür musikalisch. Wenn meine Theorie stimmt, dass Musiker ihre kreativste bzw. entwicklungsfähigste Phase irgendwann zwischen 20 und vielleicht 35 haben und danach nur noch Feintuning oder schlimmstenfalls Stillstand kommt, drehen BOOZED ein ganz großes Rad.
"Seizin' The Day" war Ende 2003 ein gelungener Erstling, die Split-EP mit PSYCHOPUNCH zeigte vor einem Jahr den Schweden die Grenzen und jetzt langt "Tight Pants" so richtig zu. Im Grunde klingt das für eine Band in diesem Alter fast schon zu gereift - zum Glück machen sie aber keinen Rock für reife Herrschaften sondern immergrünen Radau von der Straße. Dass es sich um eine germanische Landstraße handelt, vermutet niemand.
Den augenscheinlichsten Schritt nach vorne hat Sänger Markus gemacht. Schluss mit juvenilem Geplärr, her mit ernstzunehmendem Shouting, das natürlich - wir reden hier schließlich von Auf-die-Lippe-Rock'n'Roll - ab und an grenzwertige Bereiche erreicht, aber wer einen Song wie Laserlight so hinkriegt, hat definitiv was auf der Pfanne. Ach ja, Laserlight könnte übrigens gut und gerne von Bands wie den QUIREBOYS, FACES oder den UNITED HONKY TONK RAMBLERS feat. Wood, Marriott & Baird stammen. Wenn die Nummer nicht Devil's allergrößte Sympathy genießt, weiß ich auch nicht mehr weiter.
Eine gewisse Diana K. muss auf Markus besonderen Eindruck gemacht haben. Den beiden Gitarristen bleibt nichts anderes übrig, als vor lauter Frust über das Wunderweib ihres Sängers einen Highspeedshuffle zu reißen, dass kein Auge trocken bleibt. So einen Batzen Boogie kriegt auch der erfahrene Hörer nicht oft übergebraten. Ganz groß!
Natürlich kommen auch die Punk-Wurzeln nicht zu kurz, in Krachern wie Wild Boys oder Black Heart wird ausgiebig bei den Urvätern und den skandinavischen Enkeln geborgt, aber "Tight Pants" artet nie in unmotiviertes Geschrabbel aus, ganz im Gegenteil, die Basis liefert immer klassisches Rock'n'Roll-Songwriting, siehe den Vollgasrocker Move Up mit Slide-Guitar a la ROSE TATTOO. Dazu kommt die erstklassige Produktion, das schicke CD-Artwork und die satte Rhythmusarbeit an Bass und Drums. BOOZED sind alte Schule und junge Wilde gleichzeitig und man spürt, dass es sich nicht um willenloses Trendgehopse handelt, weil diese Musik keinen Trend kennt. Oder ist eine Hammond etwa trendig? Sie klingt einfach nur gut und wer um eine solche Orgel Nummern wie den Travel Song aufbauen kann, hat den Sound für Leute mit "Tight Pants" gefunden.
Scheiß auf Attribute wie "Platte des Jahres" oder einen Comet-Award für den Newcomer des Monats. Das ist alles nix wert und als vergleichsweise alter Depp wiederhole ich meinen Schlusssatz vom letzten Jahr: Seid vorsichtig und übertreibt es nicht! Rock & Roll macht auch noch mit 30 (oder gar 40) gute Laune und solche Kapellen wie Euch braucht das Land noch länger!
P.S.: Die CD dauert nur knapp über eine halbe Stunde. Aber wie Javier Ruano von SUGAR MOUNTAIN neulich im Interview richtig sagte: "Ich finde, eine CD muss kurz und knackig sein... Wenn mir eine CD gefällt, spiel ich sie over and over again."
P.P.S.: Einer Band wie BOOZED ein Konzeptalbum zu unterstellen ist natürlich albern. Aber schaut euch mal die Songabfolge an: Wild Boys, Sad Girls und dann Black Heart. Da steckt doch garantiert ein Konzept dahinter, oder? Harharhar...
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