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Bonrud

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Bonrud
Bonrud, Frontiers Records, 2004
Paul Bonrud Guitars, Bass, Keyboards, Background Vocals, Percussion
Dave Hendricks Lead & Background Vocals
Paul Higgins Drums
Produziert von: Paul Bonrud & Keith Olsen Länge: 44 Min 17 Sek Medium: CD
1. Leap Of Faith7. Date With Destiny
2. The Phoenix8. Once In A Lifetime
3. Desperate Heart9. Live Your Dreams
4. I've Changed10. Look Me In The Eyes
5. Give Me A Chance11. Hollywood Movie Star
6. Take Me Home

Melodic-Offensive an allen Fronten. Was seit Monaten an entsprechenden Veröffentlichungen auf uns hereinprasselt ist nicht normal und leider werden einige echte Perlen zwangsläufig im Wust untergehen. Es ist zu hoffen, dass das Debut des jungen Paul Bonrud aus Seattle nicht zu diesen Rohrkrepierern gehören wird, denn in meiner persönlichen Melodic-Hitliste dieses Jahres nimmt "Bonrud" einen absoluten Spitzenplatz ein.

Das Projekt BONRUD besteht aus besagtem Paul, dem erfahrenen Sänger David Hendricks, dem Drummer Paul Higgins und dem Produzenten Keith Olsen, der diese CD abgemischt und zusammen mit Paul Bonrud produziert hat. Wer nur eine halbwegs nennenswerte Plattensammlung im Schrank stehen hat, hat mit Sicherheit auch den Namen Olsen auf dem einen oder anderen Cover schon entdeckt. Seit den 60ies tätig, hatte er seine kommerziell erfolgreichste Phase sicher in den Achtzigern und hier wiederum mit Bands wie FOREIGNER, Sammy Hagar, HEART, Rick Springfield, WHITESNAKE, SAGA, 38 SPECIAL und und und. Alles Bands, die man auch im Home of Rock immer wieder entdecken kann und die mit ihren Platten Rockgeschichte geschrieben haben. "Bonrud" hat diesen typischen und dennoch warmen 80ies-Sound, klingt insgesamt hervorragend und überzeugt darüber hinaus mit richtigen Songs und nicht mit dem oftmals bemühten "wie schreibe ich einen Hit" Gekrampfe. Widerwärtige Schmierballaden sind nicht angesagt.

Was BONRUD eventuell zum Verhängnis werden könnte, sind die offensichtlichen Ähnlichkeiten zu längst verglühten Sternen am Rockhimmel. So tönt David Hendricks tatsächlich wie der junge Bruder von FOREIGNERs Lou Gramm, Paul Bonrud bemüht ziemlich alle Gitarrenklischees der Achtziger Jahre und der gesamte Aufbau der CD kokettiert mit bewährten Mustern: Rocker, Midtempo-Song, Rocker, Ballade, Rocker, Ballade und so weiter. Fürs Radio ist er nicht schleimig genug, für die Friseusenfraktion nicht ausreichend kuschelweich, für den jungen Metalfan zu berechenbar. Bleibt eigentlich nur die Zielgruppe der heutigen Ü/40, die sich von FOREIGNER, REO SPEEDWAGON & Konsorten irgendwann angewidert distanziert hat und gerne mal wieder entsprechende und ansprechende R-O-C-K Musik hören will.

Mein persönlichen Favoriten sind natürlich die härteren Nummern wie der knallige Riffrocker Look Me In The Eyes, die poppig rockenden I've Changed und Leap Of Faith (1984 und von z.B. Rick Springfield wäre ein Spitzenplatz in den Charts sicher gewesen), das intensiv hämmernde The Phoenix bei dem der arme kranke Lou Gramm wohl Tränen in den Augen hätte und der legitime The Modern Day-Nachfolger Give Me A Chance.

Unzeitgemäß und trotzdem frisch und richtig gut!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.08.2004

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