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| Devil's Playground, Sanctuary Records, 2005 |
| Billy Idol |
Vocals |
| Steve Stevens |
Guitar |
| Brian Tichy |
Drums, Percussion |
| Stephen McGrath |
Bass |
| Derek Sherinian |
Keyboards |
| Produziert von: Keith Forsey |
Länge: 54 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Super Overdrive | 8. Romeo's Waiting |
| 2. World Comin' Down | 9. Body Snatcher |
| 3. Rat Race | 10. Evil Eye |
| 4. Sherri | 11. Lady Do Or Die |
| 5. Plastic Jesus | 12. Cherie |
| 6. Scream | 13. Summer Running |
| 7. Yellin' At The Xmas Tree | |
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Das ist mal ein echtes Comeback. An Billy Idol hatte eigentlich gar niemand mehr gedacht und, plopp, da ist er wieder. Ein wenig verknittert blickt er ein gutes Jahrzehnt nach seinem Verschwinden zwar drein, immerhin ist er auch schon beinahe 50, aber "Devil's Playground" klingt überhaupt nicht nach Frührentner mit Langeweile oder akutem Geldmangel. Im Gegenteil, die Scheibe geht haarscharf am Zeitgeist vorbei und bietet, festhalten, schweinegeilen Hardrock!
Mit dabei sind sein alter Kumpel Steve Stevens, Drummer Brian Tichy, der erst neulich mit der Tak Matsumoto Group auffällig wurde, und Keyboarder Derek Sherinian, den man seit DREAM THEATER auf etwa 2.700 CDs vorfinden konnte.
Besondere Freude hat man an Steve Stevens, der auf diesem Album seine beste Performance seit vielen vielen Jahren abliefert. Er klingt so, als ob er bei den Aufnahmen ständig grinsend an den Lautstärkereglern geschraubt hat, um Produzent Keith Forsey ein wenig mit Brutal-Rock'n'Roll zu sekieren. Obwohl der natürlich mit seinen 57 Jahren und etlichen Hundert Studiojobs vermutlich schon alles erlebt hat (sogar Nina Hagen produzierte er schon).
Billy Idol hat sich einen Gutteil der Achtziger und die ersten Jahre der Neunziger für sein Publikum und, schlimmer noch, für die Industrie mächtig zum Affen gemacht. So gründlich, daß er zuletzt 1993 eine furchtbare CD aufnahm und ein Jahr später mit einer satten Überdosis haarscharf an der finalen Berühmtheit vorbei schrammte. Wenn man sich an seine albernen Poser-Punk Auftritte seit "Rebel Yell" (1983) erinnert, mag man ihm seine Vergangenheit als ehrwürdiger Sicherheitsnadel-in-der-Backe Träger bei GENERATION X in den Siebzigern kaum glauben. Hört man allerdings heute "Devil's Playground", weiß man wieder wo der Mann her kommt. Man stelle sich eine zwar gealterte aber noch gehfähige Punkband vor, addiere mehr als 25 Jahre Erfahrung, Können und Leck-mich-am-Arsch Gefühl dazu und subtrahiere vom Ergebnis das, was in den letzten 30 Jahren an wirklich wichtiger Musik gemacht wurde und heute noch eine gesellschaftliche Rolle spielt (gemäß der Bewertungsskala des vom Leser hochgeschätzten Schreiberlings...). Was ist das Ergebnis? Rock & Roll!
In Wirklichkeit ist natürlich von diesen Herrschaften keiner Punk (1976 wurde die allererste Single von GENERATION X vom Produzenten der BAY CITY ROLLERS aufgenommen!), deswegen rockt "Devil's Playground" auch so verschärft und schraddelt nicht knapp am Abgrund vorbei. Wenn Herr Idol mal in Gröhl-Gefahr gerät, holt ihn Mr. Stevens mit dem Lasso und einem doppelten Rock'n'Roll-Knoten schnellstens zurück in die schweinerockige Gegenwart. Selten - um genau zu sein: seit Slash seinerzeit dreieinhalb coole Songs gespielt hat - so lässige Licks wie in Scream gehört!
Mit Yellin' At The Xmas Tree ist sogar ein Weihnachtslied im Angebot. Gut, daß endlich jemand die Wahrheit über die so besinnliche Zeit sagt. Die eigentliche Meisterleistung der CD ist allerdings die halbakustische Ballade Cherie. Wäre Chris Norman von SMOKIE jemals bei den ALLMAN BROTHERS gelandet, auf der Single würde stehen "their first #1 hit in more than 30 years" (selbst Ramblin' Man war nie Nummer 1). Der Song muß die nächste Single werden. Oder doch Plastic Jesus, ein Cover aus dem Jahr 1964? Oder Lady Do Or Die, das gefühlsmäßig an das Alterswerk von Johnny Cash erinnert?
Billy Idol hatte einen Haufen Hits, er darf jetzt tun und lassen was er will, muß sich nicht mehr verbiegen und die Lippe hochziehen und er hat es geschafft, auf diesem Album 13 potentielle Hits zu versammeln. Zufälligerweise handelt es sich bei diesen Hits aber nicht um schwachsinnige Allerwelts-Hitparadenware, sondern um hochkarätigen Rock. Leute, es ist an Euch, dieses Album zu kaufen und womöglich eine Musik zurück ins Licht zu holen, die von den Bossen seit Jahren als nicht fördernswert abgetan wurde: Hardrock von und für Erwachsene mit Spaß an lauten Gitarren und einem ausgestreckten Mittelfinger!
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