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| Energized - Live In Europe, Ruf Records, 2006 |
| Bernard Allison |
Guitars, Vocals |
| Mike Vlahakis |
Keyboards |
| Jassen Wilber |
Bass |
| Andrew Thomas |
Drums |
| Produziert von: Christian Wagner |
Länge: 107 Min 29 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Another Ride To The City (Instrumental) | 5. Into My Life |
| 2. It's A Man Down There | 6. Too Many Women |
| 3. Bad Love | 7. The Way Love Was Meant To Be |
| 4. A Woman Named Trouble | |
| CD 2: | |
| 1. The Walk (Instrumental) | 6. Too Cool |
| 2. Step Down (Instrumental) | 7. Wah Wah Action (Instrumental) |
| 3. Talking Guitar (Instrumental) | 8. Don't Be Confused |
| 4. Snake Bit Again | 9. I Just Came Back To Say Goodbye |
| 5. A Change Must Come | |
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Ja, ja, der Fluch des Namens. Das Blues-Publikum wird Bernard Allison wohl nie gestatten, so frisch und heavy herumzurocken wie auf seiner letzten und glattweg sensationellen Studio-CD "Higher Power". So mancher gesetzte Bluesfreund dürfte entsetzt nachhause gehen und seiner Konzertkarriere ein Ende setzen, wenn bei einem Konzert von Bernard nicht mindestens drei Nummern vom alles überstrahlenden Daddy zu Gehör gebracht würden. Es ist natürlich kein Verbrechen, wenn Bernard seinem Vater Tribut zollt, das wird er immer tun und es ist gut so, aber mein ganz persönliches Bauchgefühl sagt mir, dass er den einen oder anderen Song als Bernard Irgendwer nicht spielen würde. Beispielsweise Too Many Women nutzt die Band für ausgiebige Soli und hält sich insgesamt nicht allzu sehr mit dem Original auf. Sei's drum, das gehört halt dazu. Viel schlimmer ist, dass Bernard Allison auch im Jahr 2006 wieder nicht in die Nähe eines von mir erreichbaren Ortes kommt. Bleibt nur die Konserve.
"Energized - Live In Europe" könnte auch "Live In Göttingen" heißen, denn dort wurde die gesamte Doppel-CD (und DVD) im Oktober 2005 aufgenommen. Solche Live-CDs sind grundsätzlich die besten, erhält man doch den authentischen Eindruck vom tatsächlichen Geschehen auf der Bühne (s.a. "Live In Heilbronn" von den BOTTLE ROCKETS). "Energized" scheint ein höchst authentisches Album geworden zu sein, nachträgliche Studiopfriemeleien sind nicht auszumachen - und waren wohl auch nicht nötig.
Ob die guten 100 Minuten allerdings auch die sonstigen Konzerte der Tour wiederspiegeln sei dahingestellt. Ein wenig erscheint es, als ob Bernard und Band bei diesem Konzert mit leicht angezogener Handbremse gerockt hätten. Das allerdings auf dem denkbar höchstmöglichen Niveau.
Schade, dass der exzellente Drummer Ron Sutton nicht dabei war. Den hätte ich nach seiner Performance auf "Higher Power" zu gerne live erlebt. "Ersatzmann" Andrew Thomas ist natürlich keine Pflaume und treibt die Band ordentlich vor sich her, was aber (Achtung! Sichtweise des Rockers) auf "Energized" zu selten notwendig ist. Bernard hat mehr als genügend hochenergetische Nummern und Stile drauf, als dass er sich über eine ganze Konzertlänge mit mehr oder minder konventionellem Blues beschäftigen müsste. Der Mann kann von Funk über Hip-Hop und Soul bis zu Heavyrock und Boogie so viel, dass die Erwartungshaltung eines Nicht-nur-Bluesfreaks doch höher gesteckt ist, als sie in manchen Momenten dieser CD befriedigt wird. Natürlich, dem Funk frönt er ausgiebig, Too Cool animiert auch mächtig zum Tanz (was aber an der Publikumsreaktion leider nicht erkennbar ist, grade in diesen Momenten hört man fast keine Lustschreie), aber dazwischen sind doch relativ viele gemäßigte Parts, die den akademischen Konzertgänger und Heimhörer zu 100% beglücken, aber die Party nicht unbedingt zum überkochen bringen.
Nimmt man die Leistung der Musiker, muss man natürlich uneingeschränkt Beifall klatschen. Jassen Wilber ist ein begnadeter Bassist, Mike Vlahakis einer DER Keyboard-Gefühlsvirtuosen dieser Tage, und Bernard Allison steht als Gitarrist sowieso außer jeder Diskussion. Wenn er, leider erst als Zugabe, den Deluxe-Boogie I Just Came Back To Say Goodbye aus der Hüfte schießt, greift man unwillkürlich zur Luftgitarre und rockt das Wohnzimmer.
Davor gibt es einen schönen Querschnitt aus dem Schaffen des Meisters, reichlich staunenswertes Zeug aus der Gitarren-Oberstufe und ein maximal seelenvolles Blues-(Umfeld)Programm. Unter anderem eine tiefe Verbeugung vor Johnny Winter und Bo Diddley im Instrumental The Walk, den herrlichen Shuffle It's A Man Down There mit Piano aus dem Schulbuch (Vlahakis ist so gut, dass man noch nicht mal seine Fehler fehlerfrei nachspielen könnte), und natürlich die obligate SRV/Hendrix-Flitzefingerschlacht Wah Wah Action.
Das ist schon ein tolles Livealbum, dazu noch mit perfektem Sound ausgestattet. Wenn sich jemand, also ich, eine etwas progressivere Setlist wünscht, kann er das ja dem guten Bernard mitteilen. Can you hear me, Bernard?
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